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33 Impfstoffe im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom 08.01.2010

Impfstoffe

Bestechend!

Kinder werden inzwischen gegen zwölf Infektionskrankheiten durch Impfungen geschützt. Wir haben die Präparate zur Grundimmunisierung und Auffrischung unter die Lupe genommen - und nur an einem Impfstoff etwas auszusetzen.

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08.01.2010 | Impft man nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko), dann sind Kinder mit 24 Monaten gegen zwölf Infektionskrankheiten immunisiert. Dazu gehören zum einen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Haemophilus influenzae Typ b (Hirnhautentzündung), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Hepatitis B (Leberentzündung), Masern, Mumps, Röteln sowie Varizellen (Windpocken). Im Jahr 2006 nahm die Stiko dann noch Impfungen gegen Meningokokken, die Erreger von Hirnhautentzündungen, für alle Kinder sowie Impfungen gegen Pneumokokken, die unter anderem Lungenentzündungen hervorrufen können, vor allem für Kinder mit Immundefekten, chronischen Krankheiten sowie für Frühchen oder Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht in ihre Impfempfehlungen auf.

Zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr müssen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten aufgefrischt werden. Im Alter zwischen neun und 17 Jahren ist der Schutz gegen Kinderlähmung, Hepatitis B sowie Windpocken zu komplettieren oder abzuschließen. ÖKO-TEST hat 33 Impfstoffe für die Grundimmunisierung und Auffrischung, die für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr von der Stiko empfohlen werden, hinsichtlich umstrittener und häufig diskutierter Hilfsstoffe unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

Fast alle Impfpräparate bewerten wir mit "sehr gut", eines mit "gut".

Den Einsatz von quecksilberhaltigen Konservierungsmitteln wie Thiomersal oder Natriumtimerfonat kritisierte ÖKO-TEST seit Jahren. Diese Stoffe können sensibilisierend wirken. Zudem empfiehlt die Europäische Arzneimittelagentur seit 1999, sie nicht mehr in Kinderimpfstoffen einzusetzen, um die Quecksilberaufnahme zu reduzieren. Die Kritik scheint Wirkung zu zeigen: Im Engerix-B Kinder sind lediglich - wie uns das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bestätigte - Reste von Thiomersal aus der Produktion enthalten, sodass wir hier nicht abwerten.

Der Pneumokokkenimpfstoff Pneumovax 23 ist mit Phenol konserviert. Diesen toxischen Stoff kann der Körper zwar entgiften, dennoch gibt es unbedenklichere Alternativen, wie die meisten Hersteller zeigen.

Keine Minuspunkte gab es für umstrittene Substanzen, die für die Produktion der Impfstoffe notwendig und in den Präparaten noch in Restmengen vorhanden sind. Diese Spurengehalte haben sich in den vor- und klinischen Prüfungen der Zulassungsverfahren als unbedenklich erwiesen, so Dr. Michael Pfleiderer, Fachgebietsleiter Virusimpfstoffe im PEI. Dazu gehören Formaldehyd und Antibiotika. Formaldehyd wird von uns in Kosmetika und anderen Produkten abgewertet. Bei der Impfstoffherstellung werden damit Viren so entschärft, dass sie zwar noch eine Immunreaktion auslösen, jedoch nicht mehr gefährlich sind. Antibiotika sorgen dafür, dass sich keine Keime einschleichen. Da sie aber allergische Reaktionen hervorrufen können, sind selbst Spurengehalte im Beipackzettel aufzuführen. Zudem können Reste von Hühnereiweiß für Allergiker ein Problem sein.