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12 Krill- und Algenölkapseln im Test

Ge-krillt

ÖKO-TEST Oktober 2015 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 25.09.2015

12 Krill- und Algenölkapseln im Test

Krill ist Nahrung für Wale, Pinguine - und in Fischfarmen. Wegen hohen

Gehalts an Omega-3-Fettsäuren ist das Öl des kleinen Krebses aber auch begehrt für Nahrungsergänzungsmittel. Die Nachfrage bleibt nicht ohne Folgen für die Ökologie der Antarktis. Dabei brauchen wir die Produkte nicht.

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Schneeweiße Eisberge, kristallklare Gewässer, glückliche Pinguine: Auf den Bildern der Verpackungen von Krillölkapseln ist die Welt der Antarktis noch in Ordnung. Doch Landschaft und Fauna am südlichsten Punkt der Erde sind schon lange nicht mehr so ungetrübt. Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Eismassen, vor allem auf der westlichen Halbinsel, zurückgehen. Umweltschützer blicken mit Sorge auf das empfindliche ökologische Gleichgewicht. Bedroht sind nicht nur Wale, Robben und Pinguine, sondern auch das wichtigste Glied in der Nahrungskette der Antarktis: der Krill.

Die Winter in der Südpolarregion werden kürzer. Die höheren Temperaturen lassen nicht mehr so viel Packeis um den Kontinent herum entstehen wie noch in früheren Jahrzehnten. Schlecht für den garnelenförmigen Krebs, denn er kommt durch die langen dunklen Winter, indem er das in den Sonnenmonaten entstandene Phytoplankton abweidet, winzige kleine Algen, die sich unten am Packeis festsetzen.

Ein weiteres Problem, das dem bis zu sechs Zentimeter kleinen Krebs zusetzt: Seit den 1970er-Jahren wird Krill von den Industriestaaten gefischt. Seitdem Fischfarmen ihn als ergiebiges Nahrungsmittel entdeckt haben, wächst die Nachfrage. Über die Hälfte des gefangenen Krills geht nach Norwegen. Konzerne wie Aker Biomarine verfügen über hochtechnisierte Schiffe. Zu Fischfutter verarbeitet und tiefgekühlt landet er in den Lachsaquakulturen im skandinavischen Norden, fast am anderen Ende der Welt.

Ob die Bestände an Krill stabil sind oder schwinden, ist derzeit nicht eindeutig geklärt. So kritisiert etwa die zum Schutz der Antarktis gegründete Organisation ASOC (Antarctic and Southern Ocean Coalition), dass es seit dem Jahr 2000 keine valide Erhebung mehr gegeben habe. Meeresbiologen des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven, die mit dem Forschungsschiff Polarstern in der Antarktis unterwegs waren, sehen eine Abnahme.

"Das Problem ist nicht der Gesamtbestand, sondern die lokale Überfischung", erklärt der Meeresbiologe Dr. Volker Siegel vom Hamburger Thünen-Institut für Seefischerei. Er forscht seit Jahrzehnten zum Thema Krill. "Die Fischer fangen immer näher vor Pinguin- und Robbenkolonien. Sie fischen dort, wo sie sich auskennen, in Landesnähe, wo die Vorkommen vorhersehbar für sie sind. Große Krillschwärme gibt es auch im offenen Meer, aber dort sind die Strömungen weniger berechenbar." Deswegen fordert der Meeresbiologe: "Es müssen auch mal ganze Gebiete geschlossen werden."

Fischfarmen sind zwar die Hauptabnehmer des kleinen roten Leuchtkrebses. Doch zunehmend ist er wegen seiner hohen Gehalte an den Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) auch für andere Industriezweige ein sehr lukratives Geschäft: "Die Öle bringen den Fischern mittlerweile das Geld", weiß Siegel. Auf dem Markt erhalten sie dafür mehr als für die zu Fischfutter verarbeiteten Krebskörper. Rund zehn Prozent des gefangenen Krills wird derzeit schon zu Öl verarbeitet.

Setzten Produzenten von


Krill- und Algenölkapseln: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Omega-3-Algen-DHA, Kapseln
  • Essential Foods

Nobilin Krillöl Omega 3 Plus, Kapseln
  • Medicom

Dr. Hittich Mega-Rot Krill-Omega-3, Kapseln
  • Dr. Hittich

Doppelherz System Antarktis Krill, Kapseln
  • Queisser (Apotheke)

DHA-EPA-Algenöl, Kapseln
  • Dr. Jacob's Medical (Apotheke)

Gesundform Krillöl aus der Antarktis, VegaCaps
  • Provita

Schiff Mega Red Omega-3 Krillöl Extra, Kapseln
  • Reckitt Benckiser

Das Gesunde Plus Premium Omega-3 Krillöl, Kapseln
  • Dm

Pharma Vital 100 % Natürliches Krillöl, Kapseln
  • Pharma Vital

Sovita Krillöl, Kapseln
  • Ascopharm

Sanct Bernhard Krillöl, Kapseln
  • Kräuterhaus Sanct Bernhard

Sanatur DHA pflanzlich (Algenöl), Kapseln
  • Sanatur

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ÖKO-TEST Oktober 2015 Seite 49

6 Seiten
Seite 44 - 49 im ÖKO-TEST Oktober 2015
vom 25.09.2015
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: zwölf Produkte, die als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln angeboten werden. Neun davon enthalten Öl von Krill, kleinen antarktischen Krebstieren, drei Produkte aus Meeresmikroalgen gewonnenes Öl. Eingekauft haben wir in Apotheken, Drogeriemärkten oder direkt bei den Anbietern über deren Internetshops.

Die Inhaltsstoffe

Die Produkte wurden in den von uns beauftragten Laboren gezielt auf mögliche Verunreinigungen untersucht, auf Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Andere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe, etwa zugesetzte Aromen, ergaben sich aus der Deklaration. Zudem ließen wir die Gehalte an den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA analysieren.

Die Bewertung

Nahrungsergänzungsmittel sollen per Definition lediglich die allgemeine Ernährung ergänzen. Hier stellt sich also, anders als etwa bei Medizinprodukten, nicht die Frage nach einer Wirksamkeit, sondern ob der gesunde Verbraucher von deren Verzehr profitieren kann. Nahrungsergänzungsmittel, für die kein Nutzen für den gesunden Verbraucher erkennbar ist, können bei uns nicht mit "sehr gut" oder "gut" abschneiden, zumal der Bedarf an den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA bequem durch eine abwechslungsreiche Ernährung gedeckt werden kann. Deklarationsmängel und fragwürdige Auslobungen lassen das Gesamturteil - vor allem bei den Krillölen - dann schnell in den Keller rutschen.

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ÖKO-TEST Oktober 2015
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Erschienen am 25.09.2015

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