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Überfischung schädigt das Meer – und macht es anfälliger für die Klimakrise

Autor: Katja Tölle | Kategorie: Freizeit und Technik | 20.08.2020

Überfischung
Foto: Richard Whitcombe/Shutterstock

Unser Hunger auf Fisch leert die Weltmeere – bereits ein Drittel der kommerziell genutzten Fischbestände gilt laut Welternährungsorganisation (FAO) als überfischt, weitere 58 Prozent als maximal genutzt. Das ist nicht nur für uns und unseren Hunger auf Fisch ein Problem.

"Durch Überfischung und destruktive Fangmethoden werden Öko-Systeme beschädigt und dadurch anfälliger gegenüber zusätzlichen Faktoren wie Klimaerwärmung, Überdüngung oder invasiven Arten", warnt Dr. Philipp Kanstinger, Fischereiexperte bei der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF).

Überfischung der Meere: Problem tritt überall auf 

"Im schlimmsten Fall kippen die Öko-Systeme", sagt er – und das habe auch gravierende Folgen für die Menschen, die von diesen marinen Ressourcen abhängen. Denn Menschen weltweit sind zum einen wirtschaftlich von der Fischerei abhängig – zum anderen bieten die Meere auch rund drei Milliarden Menschen eine lebenswichtige Ernährungsgrundlage, besonders in Entwicklungsländern.

Das Problem ist keins, das ganz weit weg ist: "Überfischung ist ein Problem, das überall auf der Welt auftritt – sei es im Indischen Ozean, im Südatlantik oder vor unserer Haustür zum Beispiel in der Ostsee", stellt Kanstinger fest. Ein Beispiel: Langlebige Arten wie der Heringshai oder der Engelshai sind aus den meisten europäischen Regionen schon verschwunden.

(Foto: ÖKO-TEST)

Das gilt es gegen die Überfischung zu tun 

Es gibt es dringenden Handlungsbedarf – und es braucht einen interdisziplinären Ansatz. Politik, Fischerei und Verbraucher sind gefragt. "Die Politik sollte sich bei der Vergabe von Fangquoten an geltendes Gesetz im Rahmen der gemeinsamen Fischereipolitik der EU halten und die Überfischung in Europa beenden und eine Erholung der Fischbestände ermöglichen", fordert Fischereiexperte Kanstinger. Eigentlich hätte das Ziel schon bis 2020 erreicht sein sollen – bisher ohne Erfolg.

Auch eine wirksame Fischereikontrolle sei unerlässlich. Zudem fordert der Experte: "Global müssen schädliche Fischereisubventionen verboten werden, und große Teile der Meere sollten unter Schutz gestellt werden." Zudem ist die Fischerei selbst in der Verantwortung, sich zu begrenzen – schließlich hat sie ein ureigenes Interesse daran, dass die Bestände nicht verschwinden.

Was Sie selbst tun können, um die Fische und ihr Lebensumfeld zu retten? Das lesen Sie hier: Die fünf großen Probleme der Meere und was jeder dagegen tun kann.

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Die Überfischung ist nicht das einzige große Problem der Meere. Sie sind außerdem zu warm, zu sauer, verdreckt, und ausgeraubt. Mehr dazu lesen Sie hier: