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27 Lebensmittel aus dem Supermarkt im Test

ÖKO-TEST Juli 2014
vom 27.06.2014

Lebensmittel aus dem Supermarkt

Prost Mahlzeit!

Das Lebensmittelangebot in konventionellen und Bio-Supermärkten ist groß, doch wie steht es um die Qualität? Unser Test zeigt: Kein Laden konnte rundum überzeugen. Schlecht schnitt vor allem der Kaffee von Rewe, Real und Dennree ab.

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27.06.2014 | Wer Lebensmittel einkaufen will, hat die Qual der Wahl. Nicht nur am Regal selbst, sondern bereits bei der Wahl der Einkaufsstätte. Soll es ein Supermarkt sein, dann wird man am häufigsten auf die Nummern eins und zwei des Lebensmittelhandels, Edeka und Rewe, treffen. Wer auch Kleidung oder Sportartikel sucht, ist vermutlich in einem SB-Warenhaus, etwa Real oder Kaufland, am besten aufgehoben. Wer hingegen beim Einkauf vor allem auf Bio-Lebensmittel achtet, den führt der Weg wahrscheinlich zu Alnatura oder in einen Denn's Biomarkt - den umsatzstärksten Märkten im Bio-Segment.

Die Frage ist: Wie unterscheiden sich die einzelnen Läden? Gibt es beispielsweise Unterschiede in Sachen Qualität? Das wollten wir genauer wissen und fragten daher die Anbieter, wie sie es mit der Qualität von Eigenmarkenprodukten halten, nach welchen Kriterien sie Lieferanten auswählen und welche Anforderungen diese zu erfüllen haben.

Das grundsätzliche Vorgehen unterscheidet sich zunächst wenig. Soll etwa ein neues Eigenmarkenprodukt entwickelt werden, dann geschieht dies in der Regel nach einem klar definierten Prozess. Den Anfang macht eine detaillierte Beschreibung der Produkteigenschaften, etwa wie das Produkt zusammengesetzt sein soll, welche Rohstoffe und Herstellungsverfahren in Betracht kommen und wie die Verpackung und das Verpackungsdesign aussehen sollen. In diesen Prozess fließen auch Kundenwünsche mit ein, betont Kaufland. Parallel dazu beginnt die Auswahl eines geeigneten Lieferanten. Sofern möglich, wird dabei auf bewährte Produzenten zurückgegriffen. Neulieferanten müssen branchenübliche Qualitätszertifikate vorlegen und über ausreichende Produktionskapazitäten verfügen. Im Bio-Bereich sind gültige Bio-Zertifikate Pflicht. Zusätzliche Zertifizierungen durch einen der bekannten Bio-Verbände werden ebenfalls gern gesehen, so die Antworten von Alnatura und Dennree.

Unabhängig davon müssen Lieferanten oft noch weitere Qualitätsanforderungen erfüllen. Diese gehen zum Teil über gesetzliche Vorgaben hinaus oder definieren Lücken, die noch keiner Regelung unterliegen. So fordert etwa Edeka von seinen Lieferanten, dass kein Mineralöl aus den Verpackungen in die Lebensmittel übergehen darf. Festgeschrieben sei auch die Einhaltung von ÖKO-TEST-Kriterien. Real weist als zusätzliches Element auf die Einhaltung von Nachhaltigkeitsregeln hin, während Kaufland die gemeinsame Umsetzung neuer Entwicklungen mit den Lieferanten als besonders wichtig erachtet.

Einig sind sich alle, dass der Geschmack der eigenen Produkte höchste Priorität genießt. Entsprechend viel wird dafür investiert, etwa im Rahmen von regelmäßigen internen Verkostungen - auch im Vergleich zu Konkurrenzprodukten. Für Alnatura sind "schlanke" Rezepturen wichtig, also Produkte mit möglichst wenigen Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffen.

Alle Handelshäuser betonen die Wichtigkeit von Qualitätskontrollen. Dennree etwa nimmt schon mal die Produktionsanlagen eines neuen Lieferanten in Augenschein, bevor es

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Für den Test ließen wir in allen sechs Einkaufsstätten Kaffee, Reis, Milch, Tiefkühlpizza und Sojaprodukte einkaufen. Ausgewählt wurden, soweit vorhanden, die jeweils preisgünstigsten Eigenmarken. Die Pizza sollte vegetarisch sein, wobei vorzugsweise nach Spinatpizza geschaut wurde. Bei den Sojaprodukten beschränkte sich der Testeinkauf auf unverarbeiteten Naturtofu. Dieser war nur bei Alnatura, Dennree, Edeka und Rewe jeweils in Bio-Qualität erhältlich.

Die Inhaltsstoffe
Die Untersuchungen erfolgten produktspezifisch. So wurde Milch auf Keimgehalte und Sensorik überprüft. Hinzu kamen Analysen der Fettsäurenzusammensetzung. Bei den Pizzen wurde untersucht, ob die Spinat- und Käsemengen den auf den Packungen angegebenen Anteilen entsprechen und wie hoch der Salzgehalt ist. Reis und Kaffee ließen wir gezielt auf Schadstoffe testen, wobei der Fokus bei Reis auf dem giftigen Halbmetall Arsen lag und Kaffee schwerpunktmäßig auf das Krebsgift Acry­lamid untersucht wurde. Sojaprodukte ließen wir zudem auf gentechnisch veränderte Bestandteile prüfen.

Sonstige Parameter
Beim Kaffee interessierte uns darüber hinaus, ob er unter fairen Bedingungen produziert worden ist. Indikatoren dafür sind die Zahlung eines garantierten Mindestpreises für den Kaffee, Mindestlöhne für Plantagenarbeiter und die Einhaltung grundlegender internationaler Arbeitsnormen auf den Plantagen. Für die Angaben der Firmen waren Nachweise vorzulegen. In Bezug auf die Milch fragten wir, ob den Milcherzeugern der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel explizit verboten ist.

Die Bewertung
Beim Kaffee bemängelten wir vor allem zu viel Acrylamid und unfaire Produktionsbedingungen in den Anbauländern. Oft fehlten aussagekräftige Nachweise, oder es wurden gar keine Angaben gemacht. Auch das führte zu einem "ungenügend" in dieser Kategorie. Weitere Abzüge gab es für erhöhte Arsengehalte, zu viel Salz oder den Nachweis von gentechnisch veränderter Soja. Milch, die mit genveränderten Futtermitteln erzeugt worden war, konnte bestenfalls mit "gut" abschneiden.

So haben wir getestet

Sieht die zubereitete Pizza so aus wie abgebildet?

So haben wir getestet

Meistens passte es ganz gut - Ausreißer ist die Spinatpizza von Real.