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Ratgeber: Spielzeugqualität und -labels

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Ratgeber: Spielzeugqualität und -labels

Viel Schrott auf dem Markt

Für ein Produkt, das dem Anschein nach etwas mehr Qualität und Nachhaltigkeit verspricht, greifen Eltern gern etwas tiefer in die Tasche. Doch auch Billigprodukte erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Preis kann, muss aber kein Qualitätsindikator sein.

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09.01.2015 | So manches Spielzeug macht schon beim Auspacken keinen guten Eindruck, etwa wenn einem ein beißender Geruch entgegenschlägt. Nicht jedes Spielzeug, das stinkt, steckt aber voller Schadstoffe, manchmal ist es nur der Produktionsgeruch.

Doch die eigene Nase ist oft das Einzige, worauf Verbraucher beim Spielzeugkauf setzen können. Ob problematische Weichmacher, giftige zinnorganische Verbindungen oder weitere Rückstände von Chemikalien enthalten sind, sieht man dem Spielzeug leider nicht an. Fakt ist aber: Vieles, was sich in den Regalen der immer größer und bunter werdenden Spielzeugwelt tummelt, gehört in die Tonne und nicht in Kinderhände - das zeigen unsere ÖKO-TESTs immer wieder.

Experten, Politiker und Verbraucherschützer sind sich daher einig: Die Grenzwerte für Schadstoffe in Kinderspielzeug sind viel zu lasch. Deshalb wurde eine neue, EU-weit gültige Spielzeugrichtlinie verabschiedet, die im Juli 2011 in Kraft getreten ist. Sie wird von Herstellern gern als Maß aller Dinge in Sachen Sicherheit herangezogen. Dabei sind die neuen chemischen Grenzwerte hierzulande umstritten.

In Deutschland galten für einige Schwermetalle und für krebserregende Nitrosamine und ihre Vorstufen in Babyspielzeug vorher strengere Vorgaben als von der Richtlinie vorgesehen. Zum Beispiel sind jetzt in einigen Spielzeugarten zunächst deutlich größere Mengen an giftigem Blei zugelassen. Hormonell wirksame Chemikalien wie zinnorganische Verbindungen werden erst gar nicht erfasst.

Deutschland stimmte gegen lasche Grenzwerte

Aufgrund der Bedenken hatte Deutschland gegen das Regelwerk gestimmt, wurde aber überstimmt. Daraufhin hatte die Bundesregierung bei der EU-Kommission beantragt, die strengeren Grenzwerte der deutschen Behörden beibehalten zu dürfen. Den Antrag Deutschlands, bei Quecksilber, Arsen und Antimon die strengeren deutschen Grenzwerte beizubehalten, lehnte die Kommission im März 2012 ab. In Bezug auf Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe konnte sich die Bundesregierung mit einer nationalen Sonderregelung durchsetzen. Bei hierzulande verkauftem Spielzeug aus Natur- oder Synthesekautschuk für Kinder unter 36 Monaten gelten in Deutschland weiterhin die strengeren deutschen Grenzwerte.

Immer noch Beratungen über Blei

Die Grenzwerte für Blei will die EU-Kommission nach diesbezüglich klaren Empfehlungen von Wissenschaftlern verschärfen, um die Gesundheit von Kindern besser zu schützen. Neue niedrigere Grenzwerte könnten bereits im Mai 2015 verabschiedet werden.

Ab Dezember 2015 sind zudem das Flammschutzmittel TCEP, das als vermutlich krebsauslösend gilt, sowie zwei weitere Flammhemmer in Spielzeug für Kinder unter 36 Monaten und in Spielzeug, das dazu bestimmt ist in den Mund genommen zu werden, verboten.

Für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Spielzeug gibt es seit Dezember 2013 erstmals eine gesetzliche Regelung. Jedoch sind nur acht Verbindungen der Gruppe begrenzt worden, deren Risikopotenzial als besonders hoch und


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Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 249

6 Seiten
Seite 244 - 249 im Jahrbuch Kleinkinder 2015
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