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15 Gartenstuhlauflagen im Test

Fehl am Platz

ÖKO-TEST Juni 2014 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 30.05.2014

15 Gartenstuhlauflagen im Test

Polster auf Garten- und Balkonstühlen sorgen für Komfort im Freien. Ungemütlich wird es allerdings, wenn die Anbieter die bunten Auflagen im Kampf gegen Sonne, Regen, Rotwein und Schokoladeneis mit problematischen Chemikalien ausgerüstet haben. Ein Produkt ist aus unserer Sicht "nicht verkehrsfähig". Wir verraten Ihnen aber auch, auf welchen Kissen Sie problemlos Platz nehmen können.

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Wenn die Abende milder werden, sind die eigenen vier Wände zweite Wahl. Wir verlagern unser Leben - wann immer es geht - nach draußen: in den Garten, auf den Balkon. Und vielen mundete das Glas Wein doppelt so gut, schmeckte das Gegrillte besser als im Urlaub, wenn sie nicht ständig auf dem scharfkantigen Plastikstuhl oder dem knüppelharten Holzsessel hin- und herrutschen müssten - auf der Suche nach einer druckfreien Sitzposition.

Die Verlagerung der Knautschzone vom heimischen Wohnzimmer unter den Sternenhimmel versprechen Gartenstuhlauflagen. Und da gibt es alles: unifarbene, gestreifte, geblümte, karierte, getupfte, ein bis 20 Zentimeter starkes Polster für Hoch-, Mittel- und Niedriglehner. Stecken im Inneren der meisten Polster eine Polyesterwattierung oder ein Polyurethan(PU)-Schaumkern, bieten die Hersteller beim Bezug ein bisschen mehr Vielfalt. Sie setzen auf Baumwolle, Polyester, Polyacryl und vor allem auf Mischungen aus Baumwolle und Polyester, um möglichst die Stärken der verschiedenen Stoffe in einem Produkt zu bündeln.

Wer zum Bezug aus 100 Prozent Baumwolle greift, erhält ein Polster, das dank der Baumwollfäden luftdurchlässig und weich ist. Das Textil kann "atmen", schwärmen die Freunde der Naturfaser, die auch in gewissem Maße strapazierfähig ist. Baumwolle im Außeneinsatz hat aber auch Nachteile. So hält gefärbte Baumwolle nicht dem UV-Licht der Sonne stand. Die Farben bleichen aus. Und da Baumwolle Flüssigkeit aufnimmt, hat man auch wenig Freude an ihr, wenn das Glas Rotwein sich mal über dem Polster entleert oder die Auflagen einen Regenschauer abbekommen. Deshalb imprägnieren einige Anbieter die Baumwollprodukte. Oder setzen gleich auf Mischungen aus verschiedenen Materialien.

Eine häufig vorkommende Kombination ist Baumwolle und Polyester, oft im Verhältnis 50:50. Der Vorteil des Polyesters: Seine Reißfestigkeit ist hoch, ebenso die Scheuerbeständigkeit. Die ist bei Polyester fünf- bis achtmal höher als bei Baumwolle. Eine Gartenstuhlauflage mit einer Baumwoll-Polyestermischung als Bezug ist wasserabweisend und trocknet schnell. Auch die Abriebsfestigkeit ist gegenüber herkömmlicher Baumwolle höher.

Noch härter im Nehmen sind Gartenstuhlauflagen mit einem Oberstoff aus Polyacryl. Dralon ist zum Beispiel ein bekannter Markenname für eine Acrylfaser. Oft erkennt man Polsterbezüge aus Polyacryl schon an ihrem Glanz. Sie weisen Schmutz und Wasser ab, sind pflegeleicht. Und vor allem sind sie farbecht und bleiben grasgrün oder rosenrot trotz intensiver UV-Bestrahlung. Das liegt daran, dass die Farbpigmente bei der Produktion chemisch an die Acrylfaser gebunden werden. Das Ergebnis: eine farbechte, sehr strapazierfähige und langlebige Gartenstuhlauflage, bei der auch wenn mal Feuchtigkeit in das Gewebe eindringt, keine Schimmelbildung auftritt. Polyacryl weist auch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Ablagerungen und Verfärbungen durch Chlor- und Salzwasser auf.

Was ÖKO-TEST interessie


Gartenstuhlauflagen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Poco Line Scala Hochlehner, blau kariert
  • Poco

Derby Hochlehner Basic, grau-lila-weiß gestreift D.A1198
  • Derby

Sun Fun Hochlehner-Auflage Exclusive Line Portland, braun
  • Bauhaus

Best Sesselauflage Niederlehner Stehsaum, Dessin 0612 Flower
  • Best Freizeitmöbel

Hallö Sitz-/ Rückenkissen, rot
  • Ikea

Go-De Sesselauflage Nieder, Dessin 2956 grau mit Poststempel
  • Go-De

Kettler Auflage Dining Chair, Dessin 610 grau mit Quatraten
  • Kettler

Balke Polster Niederlehner Genua Sport grün/beige
  • Balke

Dehner Hochlehner-Sesselpolster Stehsaum Art. 1045236, navy
  • Dehner

Doppler Niederlehner Classic, D3107 gestreift
  • Doppler

Sun Garden Niedriglehner, orange-grau kariert
  • Sun Garden

Madison Kissen hoch Dick, Stehsaum, Lars lime
  • Madison

Beo Bristol NL M101, braun-blau-weiß kariert
  • Beo-Garden

Modern Living Gartenstuhlauflage Hochlehner, pink
  • Mömax

Stehsaum-Sesselpolster niedrig, Design Boston schwarz
  • Angerer Freizeitmöbel

15 Gartenstuhlauflagen im Test
ÖKO-TEST Juni 2014 Seite 110
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6 Seiten
Seite 110 - 115 im ÖKO-TEST Juni 2014
vom 30.05.2014

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 15 Gartenstuhlauflagen in Baumärkten, Gartencentern und online eingekauft. Mit dabei sind Polster für Hochlehner, bei denen der Sitzende auch den Kopf anlehnen kann. Ausgewählt haben wir außerdem Polster für Niederlehner, die etwa bis zur Schulter reichen. Im Einkaufswagen landeten Auflagen, deren Bezug aus Polyacryl, Polyester, Baumwolle oder aus Mischgewebe besteht.

Die Inhaltsstoffe

Sonne, Regen, Ketchup, Rotwein: Gartenstuhlauflagen müssen hart im Nehmen sein. Daher setzen manche Hersteller auf Bezüge aus widerstandsfähigen Kunstfasern. Und manche setzen vielleicht auch auf problematische chemische Ausrüstung: Antimikrobiell wirksame Substanzen sollen Keime auf und in den Polstern töten. Umstrittene Weichmacher sollen Hartes geschmeidig machen, können aber im schlimmsten Fall wie ein Hormon wirken. Und leider kommen auch die knallig-bunten Farben der Polster nicht immer ohne problematische Substanzen aus. Daher ließen wir auch auf aromatische Amine, Dispersfarben und halogenorganische Verbindungen untersuchen.

Die Bewertung

Gartenstuhlauflagen kommen in der warmen Jahreszeit zum Einsatz, wenn Röcke und Hosen kurz und die Oberteile luftig sind. Verbraucher haben also ständig Hautkontakt mit den Polstern - und den möglicherweise enthaltenen problematischen Inhaltsstoffen. Daher werten wir streng ab. Auflagen, die gesetzliche Grenzwerte überschreiten, werten wir als nicht verkehrsfähig und gehören nicht auf Gartenstühle.

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ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Juni 2014
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Erschienen am 30.05.2014

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