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55 Kinderspielzeuge im Test

Ich will doch nur spielen

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 | Kategorie: Kinder und Familie | 07.01.2011

55 Kinderspielzeuge im Test

Viele Hersteller haben offenbar kein Interesse daran, ihre Produkte zu verbessern. Mehr als die Hälfte der bereits im Dezember 2008 oder 2009 bemängelten Spielzeuge fällt auch im erneuten Test wieder mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch, nur elf Produkte können wir empfehlen.

Der Preis kann, muss aber kein Qualitätsindikator sein. Vieles, was sich in den Regalen der immer größer und bunter werdenden Spielzeugwelt tummelt, gehört schlichtweg in die Tonne und nicht in Kinderhände - das zeigen unsere ÖKO-TESTs regelmäßig.

So manches Spielzeug macht schon beim Auspacken einen üblen Eindruck. Diese Erfahrung machte auch eine ÖKO-TEST-Leserin, die Kunststofffiguren der Serie Bob der Baumeister gekauft hatte. Zu Hause im Kinderzimmer mit Tochter Johanna währte die Freude über die neuen Spielzeuge nur kurz: "Beim Auspacken strömte mir ein derartiger Chemie- oder Sonstwasgestank entgegen, dass es kaum zu glauben ist", schrieb uns die verärgerte Mutter. Als sie die Figuren habe umtauschen wollen, sei sie "erst komisch angeschaut worden". Nach einer Riechprobe habe der Ladenbesitzer "die Stinkefiguren" aber zurückgenommen. Der Anbieter, die Firma Learning Curve, hatte keine Erklärung für den Chemiegeruch und schickte Prüfgutachten zu Problemstoffen und zur Produktsicherheit. Auf die angebotenen Ersatzfiguren wollte die Mutter - aus nachvollziehbaren Gründen - lieber verzichten.

Nicht jedes Spielzeug, das stinkt, steckt voller Schadstoffe, manchmal ist es nur der Produktionsgeruch, der den Produkten noch anhaftet. Aber die eigene Nase ist oft das Einzige, auf das Verbraucher beim Spielzeugkauf setzen können. Es gibt zwar eine europäische Norm, die Grenzwerte festlegt. Doch diese sind zum Teil so lasch, dass die Hersteller keinen Grund haben, auf den Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien zu verzichten.

Auch die geplante neue Spielzeugrichtlinie ist laut Einschätzung von Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unzureichend und führt sogar zu einer Verschlechterung des Verbraucherschutzes. Zum Beispiel sind deutlich größere Mengen an giftigem Blei zugelassen als bisher. Hormonell wirksame Chemikalien wie zinnorganische Verbindungen werden erst gar nicht erfasst.

Und die Grenzwerte für die unter anderem in Weichmacherölen enthaltenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe - kurz PAK - sind viel zu hoch. PAK stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Das BfR fordert für die besonders gefährliche Leitverbindung Benzo(a)pyren einen 500 Mal strengeren Grenzwert, als es die geplante Spielzeugrichtlinie ab 2013 erlauben würde, und selbst der Deutsche Verband der Spielwaren Industrie (DVSI) favorisiert mit Blick auf die Kindergesundheit deutlich niedrigere Werte. Auch die Politik ist sich hierzulande einig - und das kommt selten vor: Nach der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die bereits im EU-Parlament gegen den faulen Richtlinienkompromiss gestimmt hatten, haben inzwischen auch alle anderen im Bundestag vertretenen Fraktionen mit ensprechenden Anträgen die Bundesregierung aufgefordert, auf EU-Ebene strengere Grenzwerte durchzusetzen.

Tatsächlich hätte aber schon längst etwas passieren müssen - ab Juli 2011 muss die neue Spielzeugrichtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Maureen Logghe von der Eu


Kinderspielzeug I: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Trullala Fee
  • Trullala

Bullyland "Phoenix"
  • Bullyland

Borussia Mönchengladbach
  • Lotto

SC Freiburg
  • Nike

Eri Pirat mit Holzbein
  • Erispiel

Pilou Strampelbaby (mit  Zubehör)
  • Karstadt

Toys Pure Handpuppe Kasper
  • Gollnest & Kiesel

Bayer 04 Leverkusen
  • Adidas

Sterntaler Handpuppe Drachen Diego
  • Sterntaler

Schleich Elfe Surah
  • Schleich

Kersa Classic Teufel
  • Kersa

Dinosaurier Stegosaurier
  • KiK

FC St. Pauli, Wendetrikot
  • Do You Football

Barbie 3 "Tanz-Panda-Bärchen"
  • Mattel

Amia Erste Worte Baby 33 cm
  • Vedes

1. FC Köln
  • Reebok

Winnie the Pooh Esel Iaah, 25 cm
  • Joy Toy

VfB Stuttgart
  • Puma

Sigikid Bienchen Art. 26985
  • Sigikid

Sigikid Red Friends Affe
  • Sigikid

Steiff Charly Schlenkerteddybär braun, 30 cm
  • Steiff

Steiff Pferd Niki, braun liegend, 24 cm
  • Steiff

Jako-O Handpuppe Prinzessin
  • Jako-O

Baby Born Boy mit magischem Töpfchen
  • Zapf Creation

Sterntaler Spieltier Esel Emmi, klein
  • Sterntaler

FC Schalke 04
  • Adidas

Sterntaler Handpuppe Polizist
  • Sterntaler

BVB 09 Borussia Dortmund
  • Kappa

Eintracht Frankfurt
  • Jako

Jako-O Handpuppe Ritter
  • Jako-O (Versand)

1. FC Nürnberg
  • Adidas

Dinosaurier Ankylosaurier
  • Tedi

Lotte Sievers-Hahn König
  • Lotte Sievers-Hahn

TSG 1899 Hoffenheim
  • Puma

Papo Ork
  • Papo

FC Bayern München
  • Adidas

World of Animals Stretch-Schlange Anaconda
  • Happy People

Haba Lotta and Friends Weichpuppe Lilli 0957
  • Haba

SV Werder Bremen
  • Nike

My little Pony, Pinkie Pie
  • Hasbro

Dresdner Puppenmanufaktur Räuber mit Beinen
  • Dresdner Puppenmanufaktur

Sigikid Red Friends Maus
  • Sigikid

1. FSV Mainz 05
  • Nike

Hannover 96
  • Under Armour

Simba Dolly
  • Simba Toys

VfL Bochum 1848
  • Do You Football

Sunkid Frosch Dany sitzend, 18 cm
  • Sunkid

1. FC Kaiserslautern
  • Do You Football

Käthe Kruse Handpuppe Räuber
  • Käthe Kruse

Trullala Gretel
  • Trullala

Hertha BSC
  • Nike

Käthe Kruse Handpuppe Hexe
  • Käthe Kruse

VfL Wolfsburg
  • Adidas

Hamburger SV
  • Adidas

My sweet Pony
  • Simba Toys

55 Kinderspielzeuge im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 162
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 163
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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 166
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 167
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 168
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 169
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 170
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 171
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 172
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011 Seite 173

12 Seiten
Seite 162 - 173 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011
vom 07.01.2011
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Alle Jahre wieder das gleiche Spiel: Die Qualität vieler Spielzeuge lässt zu wünschen übrig, rund die Hälfte rasselt mit zum Teil haarsträubenden Mängeln durch unsere Tests. Aber lernen die Hersteller überhaupt etwas daraus? Haben sie die von uns beanstandeten Produkte inzwischen verbessert? Wir wollten es diesmal noch genauer wissen und haben Spielzeuge eingekauft, die wir bereits im Dezember 2008 oder Dezember 2009 getestet hatten. Die Wahl fiel auf (Hand-)Puppen, Plüschtiere und Kunststofffiguren, weil sie bei kleinen Kindern am beliebtesten sind. Außerdem haben wir uns - nach den erschreckenden Ergebnissen im Vorjahr - auch die Kinderfußballtrikots noch einmal vorgenommen. War eines der Spielzeuge auf unserer Liste nicht mehr im Handel erhältlich, landete ein anderes, vergleichbares Produkt des Anbieters im Einkaufswagen. Bei Spielzeugen, die uns im vorangegangenen Test ein "sehr gut" oder "gut" beschert hatten und offensichtlich noch unverändert im Laden erhältlich waren, wurde ein zweites Produkt aus der gleichen Warengruppe eingekauft, um zu sehen, ob die Qualität auch durchgehend eingehalten wird.

Die Inhaltsstoffe

Ob Schleich-Elfe, Fußballtrikot von Adidas oder Vedes-Puppe - erfahrungsgemäß kann fast jedes Spielzeug mit einer Vielzahl an problematischen Stoffen belastet sein. Entsprechend umfangreich war unser Testspektrum: Wo Kunststoffe möglichst lange elastisch bleiben sollen, etwa bei Puppen, Kunststofffiguren oder den Aufdrucken von Fußballtrikots, werden häufig Phthalatweichmacher und phosphororganische Verbindungen eingesetzt. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe können über Weichmacheröle und Rußpigmente in Spielzeug gelangen. Handpuppen, Plüschtiere und Trikots bestehen hauptsächlich aus textilen Geweben, in denen ÖKO-TEST regelmäßig krebsverdächtige Azo-Farbstoffe und Dispersionsfarbstoffe findet. Nach ihnen wurde genauso gefahndet wie nach halogenorganischen Verbindungen, die ebenfalls oft Farbbestandteile sind, und nach optischen Aufhellern, die aus Weiß strahlendes Weiß machen sollen. Außerdem wurden die Spielzeuge auf eine Reihe weiterer Schadstoffe untersucht, zum Beispiel zinnorganische Verbindungen, die unter anderem Produkte aus PVC stabilisieren und Schwermetalle, die sich in den Farben und Kunststoffen verbergen können.

Der Praxistest

Während Schadstoffe ihre Wirkung oft erst langfristig entfalten, bringen verschluckbare Einzelteile ein Kind sofort in Gefahr. Ab wann ein Teil verschluckbar ist, welche Zugkräfte ein Spielzeug aushalten muss und ab wann Strangulierungsgefahr besteht, ist in der Spielzeugnorm EN 71 (Teil 1) geregelt, an der wir uns orientiert haben. Darin sind allerdings - für uns unverständlich - viele Ausnahmen vorgesehen. Zum Beispiel die Gefahr des Schluckens spielt bei Gummi, Schnüren und Gewebe keine Rolle, und wenn der verschluckbare Faserflaum aus einer leicht zu öffnenden Rückennaht quillt, ist das laut Spielzeugnorm auch kein Problem. Wir sehen das anders. Deshalb wurden keine Ausnahmen gemacht. Darüber hinaus ließen wir untersuchen, ob die haarigen Plüschtiere leicht in Flammen aufgehen können. Auch wenn es bisher kaum Unfalldaten über Gefahren gibt, die mit der Entflammbarkeit von Spielzeug verbunden sind, ist diese Prüfung laut EN 71 (Teil 2) vorgeschrieben. Gefahrenquellen im Haushalt können demnach offene Flammen wie brennende Kerzen und Kaminfeuer sein oder auch eine Nachttischlampe, die nach dem Einschlafen auf das Plüschtier fällt. Die Flammen sollen sich nicht mehr als drei Zentimeter pro Sekunde ausbreiten oder - besser noch - wieder ganz ausgehen.

Die Bewertung

Nuckeln, lecken, kauen - besonders kleine Kinder nehmen ihr Spielzeug gerne in den Mund. Deshalb gelten für Spielzeuge, die für Kinder unter drei Jahren vorgesehen sind, zum Teil strengere gesetzliche Anforderungen. Welche Produkte in diese Kategorie fallen und welche nicht, ist jedoch nicht immer klar geregelt oder nachvollziehbar. Deshalb war es uns wichtig, dass das Alter der Kinder, die damit spielen, realistisch eingeschätzt wird. Wenn auf einer einfach gestalteten Puppe oder einer Kunststofffigur, mit der schon kleinere Kinder spielen können, ein Warnhinweis "für Kinder ab drei Jahren" angebracht ist, wollen sich unserer Meinung nach die Hersteller vor ihrer Verantwortung drücken. Bei Spielzeugen, die voller Schadstoffe stecken oder verschluckbare Kleinteile enthalten, hört der Spaß auf. Deshalb machen wir keine Kompromisse: Die Inhaltsstoffe müssen genauso unbedenklich sein wie die Verwendung.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011

Erschienen am 07.01.2011

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