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68 Schmerzmittel im Test

Handbuch Gesundheit
vom 15.06.2012

Schmerzmittel

Schmerzensbrecher

Die meisten der von uns untersuchten rezeptfreien Schmerzmittel gegen Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen sind rundum in Ordnung. Von 15 Marken - darunter so bekannte wie Spalt, Thomapyrin und ein koffeinhaltiges Aspirin-Produkt - halten wir allerdings gar nichts.

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15.06.2012 | Sieben von zehn Menschen leiden im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal unter Kopfschmerzen. Am häufigsten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Typisch für den Spannungskopfschmerz sind dumpfe und drückende Schmerzen am ganzen Kopf ohne weitere begleitende Symptome. Bei einer Migräne quält ein pochender, hämmernder, stechender oder pulsierender, meist einseitiger Kopfschmerz die Betroffenen. Sie geht fast immer mit Appetitlosigkeit einher, häufig mit Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu oder Lärmempfindlichkeit.

Einfache Kopfschmerzen lassen sich grundsätzlich selbst behandeln. Die meisten Schmerzmittel werden ohne Rezept in der Apotheke gekauft. Zu häufig eingenommen können Schmerzmittel zu schweren Nierenleiden, chronischen Kopfschmerzen (Schmerzmittelkopfschmerz), zu Magen- und Leberschäden oder gar zu bösartigen Geschwülsten der Harnwege führen. Deshalb ist es wichtig, diese Mittel maßvoll zu dosieren.

Im ÖKO-TEST: 68 rezeptfreie Schmerzmittel. Als Anwendungsgebiet werden häufig leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopf-, Zahn- oder Regelschmerzen sowie Fieber und in einigen Fällen auch Migräne beansprucht.

Das Testergebnis

Immerhin 48 der 68 Schmerzmittel bekommen die Noten "sehr gut" oder "gut". Monopräparate mit einem der Schmerzwirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen oder Naproxen schneiden am besten ab. Alle vier Wirkstoffe eignen sich zur Behandlung leichter Schmerzen.

ASS, Ibuprofen und Naproxen zählen zu den nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR). Sie wirken nicht nur schmerzlindernd, sondern auch antientzündlich. ASS und Ibuprofen werden auch zur Fiebersenkung eingesetzt. Alle drei Wirkstoffe belasten den Magen-Darm-Trakt, wenn auch in unterschiedlichem Maße: ASS am stärksten, Ibuprofen am geringsten. Magenblutungen und -geschwüre können dosisabhängig auftreten. Wegen der Gefahr des Reye-Syndroms, einer seltenen, aber gefährlichen Leber-Hirn-Schädigung, darf ASS nicht bei fiebernden Kindern und Jugendlichen angewendet werden. ASS hemmt die Blutgerinnung. Es sollte daher eine Woche vor einer Operation oder einer Behandlung beim Zahnarzt abgesetzt werden. Ibuprofen und Naproxen eignen sich auch gut bei stärkeren Regelschmerzen oder rheumatischen Beschwerden. Mittel mit Naproxen halten in ihrer Wirkung lange an, sie eignen sich deshalb besonders bei Schmerzen über Nacht.

Paracetamol ist besser magenverträglich als ASS. Es wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Nachteilig ist die geringe therapeutische Breite, das heißt, der Abstand zwischen der zur Schmerzbekämpfung ausreichenden Dosis einerseits und der leberschädigenden Dosis andererseits ist gering, insbesondere bei bereits vorgeschädigter Leber oder Alkoholismus. Seit April 2009 sind Paracetamolpräparate mit mehr als zehn Gramm Wirkstoff pro Packung verschreibungspflichtig. Bei Kindern ist die Dosierung nicht nur vom Alter, sondern auch vom Körpergewicht abhängig.

Wirkstoffkombinationen erhöhen das Nebenwirkungsrisiko. Obwohl Studien inzwis

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben die gängigsten Präparate zur Selbstbehandlung leichter Schmerzen jeweils in der kleinsten Packung in der Apotheke eingekauft. Speziell für Kinder geeignete Darreichungsformen wie Zäpfchen oder Säfte haben wir nicht berücksichtigt.

Die Wirkstoffe
68 Präparate im Test, aber nur vier verschiedene Wirkstoffe: Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Naproxen und Ibuprofen. Wir haben die verschiedenen Wirkprofile und Darreichungsformen miteinander verglichen und geprüft, wie es um unerwünschte Wirkungen steht und ob die Kombinationspräparate Vorteile bieten.

Die Hilfsstoffe
Tabletten müssen im Magen-Darm-Trakt zerfallen, sodass der Wirkstoff sich lösen und vom Körper aufgenommen werden kann. Füllstoffe sollen das Eindringen von Wasser in die Tablette erleichtern und sie sprengen. Anhand der Deklaration haben wir nach bedenklichen oder umstrittenen Hilfsstoffen gesucht.

Die Bewertung
Im Mittelpunkt des Testergebnisses Pharmakologische Begutachtung steht, ob es für die Schmerzmittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis gibt. Reicht es trotz eigentlich "sehr guter" Wirkstoffe dennoch nicht zur Bestnote, dann vor allem weil verschiedene Wirkstoffe miteinander kombiniert wurden. Da nützt es dann auch nichts, wenn die Hilfsstoffe in Ordnung sind.