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21 Rooibostees im Test

Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016

Pyrrolizidinalkaloide in Rooibostee

Unkraut vergeht nicht

Rooibostee ist lecker und gesund? Nicht unbedingt. Denn der Tee kann erheblich mit giftigen Pflanzenstoffen belastet sein, wie unser Test zeigt. Entwarnung können wir nur für drei Bio-Produkte geben.

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20.10.2016 | Bei der Ernte besteht Verwechslungsgefahr, denn die Rooibospflanze sieht dem Greiskraut sehr ähnlich, einer weit verbreiteten Pflanze, die Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthält. Viele Pflanzen bilden diese Stoffe zum Schutz vor Fraßfeinden. Die Krux: Bestimmte PA gelten als leberschädigend und krebserregend. Wir wollten wissen, ob man Rooibostee eigentlich noch trinken kann, und haben 21 Produkte ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

Das Unbehagen bleibt. Gut zwei Drittel der Produkte schießen deutlich über den Zielwert des BfR hinaus. Fünf Tees schöpfen diesen sogar um weit mehr als 1.000 Prozent aus. Einziger Lichtblick sind drei Bio-Tees, die lediglich Spuren von PA aufweisen. Sie zeigen aber, dass geringere Belastungen möglich sind.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Rooibostee wird zwar nicht so häufig getrunken wie andere Kräutertees, gehört aber dennoch in vielen Super- und Verbrauchermärkten, Bio-Läden, Teegeschäften, Reformhäusern und Discountern zum Standardsortiment. Unsere Einkäufer fanden insgesamt 21 Produkte. Keine Eigenmarken bekamen sie bei Aldi Nord, Rewe, Penny und Kaufland. Auf dem Einkaufszettel stand Rooibostee natur oder - falls dieser nicht erhältlich war - Rooibostee Vanille.

Der Inhaltsstoff
Dass Tee im Allgemeinen mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) verunreinigt sein kann, ist seit 2013 bekannt. Rooibostee ist erst kürzlich in den Fokus gerückt, nachdem immer wieder hohe Belastungen festgestellt worden waren. Wir ließen die Produkte in einem spezialisierten und erfahrenen Labor nach aktueller Methode auf 28 PA-Verbindungen untersuchen.

Die Bewertung
Die gemessenen Gehalte variieren stark - von wenigen Mikrogamm pro Kilogramm Tee bis knapp zwei Milligramm. Wir orientieren uns an dem strengen Zielwert des Bundesinstituts für Risikobewertung. Der Eingriffswert, der kürzlich im Rahmen eines Minimierungskonzepts festgelegt wurde, greift hingegen zu kurz. Er kann bestenfalls Spitzenbelastungen abfangen. Daraus folgt: Um gesundheitliche Risiken durch PA vorsorglich zu reduzieren, muss der Wert so schnell wie möglich weiter sinken. Weil nur ein Parameter getestet wurde, haben wir kein Gesamturteil vergeben.

So haben wir getestet

Sehen sich sehr ähnlich: der Rooibosstrauch ......

So haben wir getestet

... und das PA-haltige Greiskraut.

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Bestellnummer: J1610
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