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12 Aknemittel im Test

Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015

Aknemittel

Da blüht was

Wer als Jugendlicher von Mitessern und Pickeln heimgesucht wird, doktert gerne auf eigene Faust daran herum - oft unter Zuhilfenahme von rezeptfreien Aknemitteln. Doch nur wenige der getesteten Präparate sind rundherum empfehlenswert.

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09.10.2015 | Als schreckliche Mutation, bei der sich der Nachwuchs "innerhalb weniger Monate in stinkende Monster (Jungs) oder hysterische Amazonen (Mädchen)" verwandelt, bezeichnet Jan Weiler, Autor von "Pubertier", den Eintritt in die Pubertät. Die Umstellung der Hormone führt bei Jugendlichen aber nicht nur zu heftigen Stimmungsschwankungen, sondern auch dazu, dass bei Mädchen und Jungen männliche Hormone wie Testosteron gebildet werden. Diese kurbeln die Talgproduktion an, sodass die Haare schneller fettig werden und die Talgdrüsen verstopfen können.

Daneben spielen bei der Entstehung von Akne aber noch weitere Faktoren eine Rolle: die genetische Veranlagung etwa oder eine Besiedelung der Haut mit dem Propionibacterium acnes. "Sobald die Akne mit entzündlichen Pusteln und Papeln einhergeht, sollten Teenager den Hautarzt aufsuchen", rät Professor Christos Zouboulis, Chefarzt am Klinikum Dessau.

Im Test: Elf rezetpfreie Arzneimittel und ein Medizinprodukt gegen Akne. Für alle Mittel haben wir Studien zur Wirksamkeit begutachten lassen. Zudem ließen wir nach umstrittenen Hilfs- und Inhaltsstoffen fahnden.

Das Testergebnis

Nur vier Aknemittel erreichen die Bestnote "sehr gut". Alle anderen fallen durch. Die Flops in unserem Test wirken entweder überhaupt nicht gegen Akne oder sie enthalten zu viele Problemstoffe.

Der Nutzen von Mitteln mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid gegen Akne ist durch wissenschaftliche Studien ausreichend belegt.

Für die Kombination von Benzoylperoxid und Miconazol in der Acne Plus Creme gibt es vier Noten Abzug. Der Nutzen des Duos gegen Akne ist zwar belegt, jedoch gilt ihre Kombination in der Aknetherapie als veraltet. Miconazol sollte der Therapie von Pilzinfektionen vorbehalten bleiben.

Für Mittel mit Salicyl- oder Glykolsäure, sulfonierten Schieferölen wie Natrium- und Ammoniumbituminosulfonat sowie deren Kombination mit Zinkoxid gibt es keine stichhaltigen Belege eines Nutzens in der Aknebehandlung. Fruchtsäuren sollen über einen peelenden Effekt wirken. Der Gehalt von einem Prozent im Aknefug Liquid 1% ist dafür aber zu gering. Sulfonierte Schieferöle gehören zwar zu den althergebrachten Mitteln gegen Akne. Die Studienlage zu ihrer Wirksamkeit ist jedoch widersprüchlich.

In der Aknederm Salbe Neu wurde ein erhöhter Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nachgewiesen. PAK sind eine Stoffgruppe, zu der auch krebserregende Substanzen gehören. Die PAK in dem Produkt stammen aus dem Schieferöl: Durch seine fossile Herkunft ist Schieferöl ebenso wie Erdöl mit PAK belastet.

In drei Produkten ergab die Analyse Formaldehyd/-abspalter. Formaldehyd kann nicht nur Allergien auslösen, sondern steht auch unter Krebsverdacht. Die Substanz Natriumlaurylsulfat in der Acne Plus Creme reizt die Haut und ist zugleich komedogen, sie fördert also noch die Entstehung von Mitessern und Pickeln.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir kauften rezeptfreie Mittel gegen Akne in der Apotheke ein: So landeten elf Arzneimittel und ein Medizinprodukt mit einer Reihe ganz unterschiedlicher Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen in unserem Einkaufskorb.

Die Wirkstoffe
Sind tatsächlich alle eingesetzten Wirkstoffe hilfreich gegen Akne? ÖKO-TEST-Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, pharmazeutischer Chemiker an der Goethe-Universität Frankfurt, hat die medizinisch-wissenschaftliche Literatur nach Belegen für einen Nutzen der einzelnen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen durchforstet und beurteilt.

Die Hilfs- und Inhaltsstoffe
Enthalten die Aknemittel bedenkliche oder umstrittene Hilfsstoffe als Fette, Konservierer oder Emulgatoren? Dazu analysierten wir die Deklaration und ließen Laboruntersuchungen auf problematische Rückstände wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bei Produkten mit Schieferölen und auf Formaldeyd/-abspalter bei allen Testprodukten durchführen. Mittel mit Parfüm und ätherischen Ölen wurden zudem auf Duftstoffe, die Allergien auslösen können, polyzyklische Moschus-Verbindungen und Diethylphthalat, ein Vergällungsmittel in Parfümölen, geprüft.

Die Bewertung
Ein Mittel ohne erwiesenen Nutzen gegen Akne konnte in unserem Test nicht besser als "mangelhaft" abschneiden. Waren in der Rezeptur eines Produktes aber obendrein Problemstoffe enthalten, konnte selbst ein Produkt mit einem "sehr guten" Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel im Gesamturteil nicht besser sein als das Testergebnis Hilfs-/Inhaltsstoffe.
Anders als bei Kosmetika haben wir hier keine PEG/PEG-Derivate, die als Emulgatoren in einigen Produkte steckten, abgewertet. Die Eigenschaft dieser Stoffe, die Haut durchlässiger für Fremdstoffe zu machen, kann bei Aknemitteln hilfreich sein, um die Wirkstoffe in die Haut zu schleusen.

So haben wir getestet

Problematische "Sonstige Bestandteile" sind in unserer Tabelle unter Hilfsstoffe aufgeführt.

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