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10 Wanderrucksäcke im Test

Mit Sack und Pack

ÖKO-TEST Mai 2015 | Kategorie: Freizeit und Technik | 24.04.2015

10 Wanderrucksäcke im Test

Wir haben zehn Wanderrucksäcke in die Labore geschickt und sie gründlich untersuchen lassen: Gute Qualität bekommt man ab 85 Euro. Das billigste Modell im Test war auch das schlechteste und fiel mit "mangelhaft" durch.

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Der Rucksack hat sich zum Allroundtalent gemausert. Wurde er früher vor allem auf dem Rücken von Wanderern gesichtet, begleitet er uns heute bei vielen Freizeitaktivitäten. Dementsprechend riesig ist das Angebot. Das fängt beim Fassungsvermögen an, geht über das Rückensystem weiter und endet nicht zuletzt bei der Ausstattung mit Fächern, Gurten und Co.. Es gibt Rucksäcke fürs Wandern, Klettern oder Radfahren, für Skitouren und auch wasserdichte Backpacks fürs Surfen, Segeln und Kanufahren. Zudem werden Rucksäcke speziell für Frauen und Männer angeboten.

Wir haben Stefan Winter, der Ressortleiter für Breitenbergsport und Sicherheitsforschung beim Deutschen Alpenverein ist, nach dem richtigen Modell für eintägige Wandertouren gefragt: "Für Tagestouren sind Modelle mit 15 bis 30 Liter Volumen und einem Netzrücken, der für eine optimale Belüftung am Rücken sorgt, empfehlenswert." Das Modell sollte einfach und unkompliziert sein, ein Hauptfach und eventuell ein Deckelfach haben. Ein Hüftgurt nehme bereits bei kleineren Modellen etwas Gewicht von den Schultern. Der Ausrüstungsexperte erklärt: "Schwere Dinge packt man nah am Körper und möglichst hoch in den Rucksack. Mehr als sechs bis maximal acht Kilogramm Gepäck reichen für eine Tageswanderung aus. Jedes Kilo mehr schmälert die Freude am Laufen."

Für Hüttentouren oder den Wochenendtrip bieten sich dann Rucksäcke mit 30 bis 50 Litern an, denn hier müssen auch ein Waschbeutel, ein Hüttenschlafsack sowie Wechselklamotten Platz finden. Solche Modelle haben ein Hauptfach, das zweigeteilt ist: ein oberes Fach, das von oben zugänglich ist sowie ein unteres Fach, das frontal über einen Reißverschluss geöffnet werden kann. Ab diesem Volumen gehört auch ein ordentlicher, gepolsterter Hüftgurt zur Ausstattung. 50 bis 70 Liter sind für eine mehrwöchige Tour nötig oder wenn der Nachwuchs zur Reise mit aufbricht.

Im Test: Zehn Wanderrucksäcke mit einem Fassungsvermögen von 24 bis 30 Litern. Alle Modelle haben wir in einem großen Praxistest auf ihre Belastbarkeit, Handhabung und den Tragekomfort geprüft. Die Rucksäcke wurden zudem durch eine große Schadstoffprüfung bei anerkannten Fachlaboren geschickt.

Das Testergebnis

Jeder zweite Rucksack machte eine gute Figur: Fünf Modelle zwischen 85 und 100 Euro schneiden mit der Note "gut" ab. Die günstigen Säcke von Intersport und Decathlon sowie das teure Salewa-Modell sind nur "ausreichend". Der billige OCK Tour 28 (29,95 Euro) fällt mit "mangelhaft" durch. Hier vermasseln vor allem problematische Inhaltsstoffe, ein kleineres Volumen als vom Hersteller angegeben und eine fehlende Regenhülle ein besseres Abschneiden.

In der Praxis top: Der Deuter ACT Trail 28 SL meisterte die Praxisprüfung mit Bestnote. Eine "gute" Note im Praxistest erhielten noch die Modelle von Jack Wolfskin, Mammut und Osprey. Während der McKinley Wander-Rucksack Falcon 28 RC und der OCK Tour 28 lediglich "ausreichend" waren.

Für große Menschen wird es knapp: Für die Praxistester stel


Wanderrucksäcke: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

OCK Tour 28, grün
  • Sport-Scheck

McKinley Wander-Rucksack Falcon 28 RC, blau-anthrazit
  • Intersport

Tatonka Storm 25 Art.Nr. 1473, rot
  • Tatonka

Vaude Brenta 30, rot
  • VauDe Sport

Salewa Crest 28, emerald/grenatine
  • Salewa

Mammut Creon Element 28, dark spring-cement
  • Mammut

Quechua Forclaz 30 Air, schwarz
  • Decathlon

Deuter ACT Trail 28 SL Art.Nr. 3440215, turquoise-midnight
  • Deuter

Osprey Stratos 26, solar flare orange S/M
  • Osprey

Jack Wolfskin Rambler 26 Women, hibiscus-red
  • Jack Wolfskin

10 Wanderrucksäcke im Test
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 122
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ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 128
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 129

8 Seiten
Seite 122 - 129 im ÖKO-TEST Mai 2015
vom 24.04.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben zehn Wanderrucksäcke eingekauft, die mit einem Volumen von 24 bis 30 Litern auch für Tagestouren an kalten Tagen groß genug sind. Dabei haben wir zu beliebten Marken gegriffen und zu Modellen, die mit einem Hüftgurt ausgestattet sind. Sieben Rucksäcke haben einen Netzrücken und drei einen Polsterkontaktrücken. Mit dabei sind sowohl Exemplare für Männer und Frauen als auch Unisexmodelle.

Die Inhaltsstoffe

Rucksäcke sind ein bunter Materialmix aus Textilien, Gurten und Verschlüssen, die aus verschiedenen Kunstgeweben und -stoffen gefertigt wurden. Daher haben wir unsere Schadstoffprüfung sehr breit angelegt und ein Materialscreening auf etwa Weichmacher, antimikrobielle Ausrüstung und Flammschutzmittel durchgeführt. Wir ließen zudem auf Schwermetalle, zinnorganische Verbindungen sowie krebserregende und allergisierende Farbbestandteile testen. Weiche Kunststoffteile wie Zipperanfasser wurden auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die aus Rußpigmenten oder Weichmacherölen stammen können, analysiert.

Der Praxistest

Ein Rucksack sollte mehrere Stunden bequem sitzen, ohne Scheuerstellen zu verursachen und sowohl an zierliche als auch große Nutzer anpassbar sein. Diese Aspekte wurden von den Praxistestern u. a. anhand der Rückenkonstruktion, der Polster, der Rucksackmaße sowie mithilfe von Versuchspersonen beurteilt. Ebenso wollten wir wissen: Ist die Handhabung der Gurte und Verschlüsse einfach oder umständlich, wie zugänglich ist das Hauptfach? Und wie gut halten Nähte, Reißverschlüsse und Steckschließen? Auf dem Prüfprogramm standen zudem die Wasserdichtigkeit der Regenhülle, ein Beregnungstest ohne Regenhülle sowie eine Messung des Volumens.

Die Bewertung

In erste Linie sollte ein Rucksack praxistauglich und eine Anschaffung für etliche Jahre sein. Die Praxisprüfung ging daher zu 60 Prozent in das Gesamturteil ein. Schadstoffe in einem Outdoorprodukt wie einem Rucksack sind aber weder für die Gesundheit noch für die Umwelt akzeptabel. Daher berücksichtigten wir das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 40 Prozent beim Gesamturteil.

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Erschienen am 24.04.2015

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