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20 Sekte und Champagner im Test

Schampus für alle

ÖKO-TEST Dezember 2010 | Kategorie: Essen und Trinken | 26.11.2010

20 Sekte und Champagner im Test

Preisgünstiger Champagner von Discountern kann sich sowohl in Sachen Geschmack als auch Qualität sehen lassen. Allerdings ergab unser Test auch, dass einige große deutsche Sektkellereien ein wenig tricksen. Viele Sekte sind aber uneingeschränkt zum Anstoßen geeignet.

Neuer Artikel vorhanden: 18 Sekte aus Flaschengärung im Test

Sekt gehört zu Silvester wie die Butter aufs Brot. Gegen Jahresende machen die Anbieter doppelt so viel Umsatz wie im Rest des Jahres. Doch auch von Januar bis November knallen in besonderen Momenten die Korken: Ein Rendezvous, eine Geburtstagsparty, die Wohnungseinweihung. Manchmal muss es eben Mumm ...äh... Sekt oder Champagner sein.

Das ist edel, das ist fein. Komisch nur, dass die Sektpreise immer weiter in den Keller rutschen. Im Discounter bekommt man den Durchschnittssekt pro Flasche schon für zirka 2,50 Euro. Man bedenke: Davon geht noch ungefähr ein Euro für die Sektsteuer ab. Bleiben 1,50 Euro übrig, die der Kunde für Rohstoffe, Herstellung und Vertrieb bezahlt. Schwer zu glauben, dass dann noch qualitativ hochwertige Zutaten in der Flasche landen.

Dennoch bekommt der Käufer häufig einen Sekt, der schmeckt, denn man kann durchaus aus einem billigen Wein einen trinkbaren Sekt machen. Die Edelbrause entsteht in mehreren Schritten und meistens auch aus mehreren unterschiedlichen Grundweinen. Zunächst bekommt die Weinmischung in Form von Zucker und Hefe Futter für eine zweite Gärung. Während sie reift, bilden sich Kohlensäure und Aromen. Zum Schluss hat der Kellermeister beispielsweise mit der Zugabe von Zucker oder Säure noch die Möglichkeit, den Geschmack abzurunden.

Günstige Sekte reifen meist nicht traditionell in der Flasche, sondern in großen Tanks, müssen deshalb aber nicht schlechter schmecken. Wir haben für diesen Test 20 mittelpreisige Sekte und günstige Discounterchampagner ausgewählt. Mit von der Partie sind auch vier Bio-Sekte.

Das Testergebnis

Mehr als die Häfte der untersuchten Prickelweine im Test gehen mit der Bestnote aus dem Rennen, darunter alle fünf Champagner. Dazu müssen die Edelbrausen sowohl geschmacklich als auch von den Inhaltsstoffen her überzeugen. Acht Produkte bekommen ein "gut", weil sie mehr Qualität vortäuschen als vorhanden ist.

Aussehen, Geruch, Geschmack und das Mundgefühl wurde von geschulten Testpersonen beurteilt und gehören zum Testergebnis Sensorik. Die Ergebnisse der Edelbrausen liegen sehr nahe beieinander. Der Champagner Vve. Monsigny Sélection, Brut von Aldi Süd und der Kloster Eberbach Riesling Trocken 2008 bekommen die höchstmögliche Punktzahl, dicht gefolgt von den restlichen Qualitätsschaumweinen. Nur der Brillante Sekt Brut Edition Alnatura und der Mumm & Co., Extra Dry fallen leicht ab, bekommen aber dennoch "gute" Sensoriknoten.

Je nachdem, ob die Sekte sich brut, trocken oder extra trocken nennen, dürfen sie nur einen definierten Zuckergehalt aufweisen. Sekte mit der Bezeichnung trocken enthalten wesentlich mehr Zucker als trockener Wein, nämlich bis zu 35 Gramm Zucker pro Liter. Extra trocken heißt bis 20 g/l, brut bis 15 g/l Zucker. Wer halbtrockene Sekte bevorzugt, muss mit bis zu 16,5 Stück Würfelzucker (50 g Zucker) pro Liter rechnen. Alle Sekte halten die Bestimmungen im Rahmen der erlaubten Toleranzen ein. Das gilt auch für den Alkoholgehalt. Er muss bei mindestens zehn Prozent liegen und darf nur geringfügig von der Deklaration auf der Flasche abweichen.

Mehrere Sekte sprudeln mit zu großen Mengen an Fremdkohlensäure. Das ist gesetzlich verboten

Acht Sekte sprudeln mit zu großen Mengen an Fremdkohlensäure. Das ist nicht gesundheitsschädlich und schmälert auch nicht den Geschmack. Allerdings steht im geltenden EU-Recht: "Kohlendioxid im Schaumwein darf nur aus der alkoholischen Gärung der Cuvée (eine Mischung unterschiedlicher Weine) stammen, aus der er bereitet wird." Mit Fremdkohlensäure ist ein Sekt wesentlich einfacher und preisgünstiger zu produzieren. Perlwein, dem der Blubber von außen zugesetzt wird, hat ein schlechteres Image als Sekt. Deshalb haben die Versekter wohl auch etwas gegen die Kennzeichnung "mit zugesetzter Kohlensäure". Über den Sachverhalt streitet man in der Branche schon zehn Jahre.

Am Geruch, Geschmack und Prickeln der Edelbrausen gibt es kaum etwas auszusetzen

Schloss Wachenheim Riesling Brut wirbt mit traditioneller Flaschengärung. Wenn das stimmt, ist der Eintrag von Fremdkohlensäure unmöglich, wurde aber vom beauftragten Labor festgestellt. Dem Kunden wird hier eine Spitzenqualität vorgegaukelt. Weil Verbraucher dadurch nicht zu Schaden kommen, werten wir dennoch milde ab.

"Flaschengärung" bedeutet gar nicht, dass der Sekt nur in der Verkaufsflasche reift

Gesetze fördern manchmal Verbrauchertäuschung. Bei der Sektherstellung spielt das Wörtchen "traditionell" eine besondere Rolle. Nur wenn traditionelle Flaschengärung draufsteht, findet die Versektung ausschließlich in der Flasche statt, in der der Sekt später auch verkauft wird. Steht nur Flaschengärung ohne das Wörtchen "traditionell" auf dem Etikett, reift der Sekt zwar zunächst in größeren Flaschen, wird dann aber in Tanks überführt, gefiltert und wieder in Flaschen abgefüllt. Dabei geht oft sogar noch mehr gärungseigene Kohlensäure verloren als bei der reinen Tankgärung.

So reagierten die Anbieter

Alnatura weist darauf hin, dass bei der Herstellung von kleineren Chargen der Austausch von fremder und sekteigener Kohlensäure größer sei. Kleine Fremdkohlensäureanteile dürften damit typisch für die Abfüllung großer Chargen durch große Anbieter sein. Unser Test spiegelt das nicht wider. Es gibt sowohl kleine Anbieter wie die Hessische Staatsweinkellerei (Kloster Eberbach Riesling Trocken 2008), die keinerlei Fremdkohlensäure aufweisen, sowie große Anbieter wie Rotkäppchen (Rotkäppchen Riesling Trocken) und Mumm & Co., Extra Dry, die relativ hohe Einträge haben.

Die Firma Kessler Sekt spricht uns aus der Seele, wenn sie sagt: "Uns ist der Widerspruch der EU-Verordnung bewusst. (...) Von Vorteil für die Verbraucher und Hersteller wäre es sicher, der Gesetzgeber würde Rechtssicherheit durch eine klare, eindeutige Regelung schaffen."

Die Firma Schenk wunderte sich über die unterschiedlichen Noten in der Sensorik der Champagner von Aldi Süd und Aldi Nord. Beide würden von derselben Firma und aus denselben Grundweinen hergestellt. Sie gehören aber einer anderen Charge an und weisen auch leicht unterschiedliche Werte auf, was Zucker- und Säuregehalt angeht. Insofern ist eine leicht unterschiedliche Beurteilung nicht verwunderlich.

Streit um die Kohlensäure

Die günstigen Sektqualitäten gären in großen Tanks. Um die Hefe herauszufiltern gelangt die Flüssigkeit in einen zweiten Tank und wird dann in die Flasche abgefüllt. Das funktioniert nur über Gegendruck, der mit industriell hergestellter Kohlensäure von außen erzeugt wird. Dabei vermischen sich Blubber von außen und innen. So weit nicht schlimm. Nur der Verbraucher weiß es nicht und wird ein Stück weit veräppelt.

Gesetzlich ist die Zugabe von Kohlendioxid in Sekt verboten. Erlaubt ist aber die Verwendung von Kohlendioxid bei der Umfüllung durch Gegendruck, sofern dies unter Aufsicht geschieht und sich der Druck im Schaumwein nicht erhöht. Die Hersteller folgern daraus, dass ein Austausch von technischem und gärungseigenem Kohlendioxid technologisch nicht vermeidbar und damit erlaubt ist.

Das Problem der Fremdkohlensäure ist schon seit zehn Jahren bekannt, doch es besteht weder vonseiten der Branche noch vonseiten der Politik ein Interesse, das zu ändern. Während schon 2002 aus Fachkreisen ein Toleranzwert von maximal 20 Prozent Fremdkohlensäure vorgeschlagen wurde, liegt der in den aktuellen "Leitlinien für die Bewertung der Gehalte von exogenem Kohlendioxid in Schaumwein" mehr als dreifach so hoch für bestimmte Verfahren. Kritiker nennen das Papier industriefreundlich. Das stimmt insoweit, dass die einzuhaltenden Übergänge weit über den in Versuchen ermittelten Durchschnittswerten liegen. Ziel der Leitlinie ist eine schrittweise Minimierung der Fremdeinträge, die somit immerhin als Problemfeld identifiziert sein müssen. Doch selbst wenn ein Hersteller die Leitlinienwerte überschreitet, muss er nicht unbedingt mit Konsequenzen rechnen. "Eine Beanstandung wegen Überschreitung der Richtwerte darf nur dann erfolgen, wenn der Versekter nicht nachweisen kann, dass er alle zumutbaren Maßnahmen im Sinne der Leitlinie unternommen hat, um den Eintrag an Fremdkohlensäure zu minimieren", teilte uns beispielsweise das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit. Übersetzt: Das Minimierungskonzept gibt es, aber die Hersteller können trotzdem weiter machen, was sie wollen.

Wissenswert

Champagner wird aus Trauben der französischen Provinz Champagne gemacht und immer traditionell in der Flasche hergestellt. Verwendet werden nur die drei Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Pinot Chardonnay. Die Mischung der Sorten bestimmt den Charakter des jeweiligen Champagners.

Cuvée: Die Kellermeister vermischen Rebensaft verschiedener Lagen, Jahre und Traubensorten miteinander. Diesen fein abgestimmten Mix nennt man Cuvée. Bei Markensekten ist die Cuvée unumgänglich. Nur so lässt sich ein über Jahre möglichst gleich bleibender Geschmack erzielen.

Crémant: Französischer Schaumwein der nach traditionellem Champagnerverfahren hergestellt wird, aber nicht aus der Champagne kommen muss. Ansonsten gelten für ihn ähnliche Bestimmungen wie für Sekt.

Dosage: Der Zusatz von im Wein gelösten Zucker. Die Fülldosage leitet die zweite Gärung ein, mit der Versanddosage kann nach der zweiten Gärung noch der gewünschte Süßegrad eingestellt werden.

Enthefen: Entfernen der Hefe aus dem Schaumwein. In der traditionellen Flaschengärung werden die Flaschen mit dem Hals schräg nach unten auf ein Pult gestellt und regelmäßig gerüttelt, sodass sich die Hefe am Flaschenhals sammelt. Bei den anderen Sektverfahren filtert man.

Prosecco gehört nicht zur Sektfamillie. Es handelt sich um eine weiße Rebsorte, die ursprünglich aus dem Norden Italiens kommt, die es aber auch anderswo gibt. Aus dieser Traubenart wird hauptsächlich ein Perlwein, auf Italienisch "Frizzante" gekeltert. Er reift nicht so lange in der Flasche wie Sekt, schmeckt fruchtiger und leichter und ist oft auch günstiger.

Rebsorten- und Jahrgangssekt: 85 % der verwendeten Weine müssen aus der namensgebenden Rebsorte (zum Beispiel Riesling) beziehungsweise aus dem entsprechenden Jahrgang stammen.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im vergangenen Sekttest haben wir hauptsächlich günstige Sekte untersucht und uns deshalb dieses Mal für ein Preissegment zwischen fünf und zehn Euro entschieden. Da der Sekt in Discountern günstiger ist, wählten wir aus deren Produktsortiment den Champagner aus.

Die Inhaltsstoffe

Sekt muss bei Zimmertemperatur mindestens 3,5 bar Druck aufweisen, einen Alkoholgehalt von mindestens zehn Prozent haben und darf nicht mehr als 185 Milligramm schwefelige Säure pro Liter enthalten, die konservierend wirkt, aber vielen Menschen leider auch Kopfschmerzen beschert. Die Kennzeichnung "enthält Sulfite" ist zudem vorgeschrieben, weil Allergiker relativ häufig darauf reagieren. Je nachdem ob er als brut, extra trocken oder trocken angeboten wird, darf er mehr oder weniger Zucker enthalten. All das ließen wir von einem spezialisierten Labor überprüfen. Der dreiwertige Alkohol Glyzerin entsteht bei der alkoholischen Gärung und verleiht dem Getränk Fülle und Geschmeidigkeit. Deshalb wird schon mal synthetisches Glyzerin von außen zugefügt, was wir überprüfen ließen. Auch die prickelnde Kohlensäure gelangt häufiger durch nicht ganz saubere Methoden in die Flasche. Kommen die Trauben im Champagner auch wirklich aus der bekannten Region in Frankreich? Auch das stand auf dem Prüfprogramm.

Die Sensorik

Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl: Das alles wurde von Sektkennern beurteilt. Fünf Personen probierten unabhängig voneinander im stillen Kämmerlein die verdeckten Proben. Die Kenner erfahren nur, ob es sich um Sekt, Champagner oder einen sortentypischen Sekt handelt, denn sonst könnten sie nicht fachmännisch sagen, ob der typische Geschmack getroffen ist. Zum Schluss werden alle Einzelergebnisse wieder zu einer Gesamtbeurteilung zusammengeführt.

Die Bewertung

Ein guter Geschmack ist - gerade bei Sekt - sehr wichtig. Noch wichtiger sind uns aber einwandfreie Inhaltsstoffe, weshalb die Bewertung Sensorik - Inhaltsstoffe ein Verhältnis von 40 zu 60 Prozent hat. Fremde Kohlensäure im Sekt beeinträchtigt ihn zwar geschmacklich nicht, gaukelt aber eine höhere Qualität vor, als wirklich vorhanden. Das werten wir unter Weitere Mängel um zwei Noten ab. Wenn der Sekt in traditioneller Art und Weise in der Flaschengärung hergestellt wird, darf gar keine Fremdkohlensäure enthalten sein.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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sehr gut
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sehr gut
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sehr gut
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sehr gut
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sehr gut
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sehr gut
Henkell Trocken
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sehr gut
Kloster Eberbach Riesling Trocken 2008
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Hessische Staatsweinkellerei
sehr gut
Tango Brut
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Naturian (Naturwarenladen)
sehr gut
Brillante Sekt Brut Edition Alnatura
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Alnatura
gut
Frizz Sekt Brut 2008
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Weinkellerei Knobloch (Naturwarenladen)
gut
Graeger Sekt Trocken
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Sekthaus Graeger
gut
Kessler Gold Trocken
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Kessler Sekt
gut
Mumm & Co., Extra Dry
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Godefroy
gut
Rotkäppchen Riesling Trocken
Rotkäppchen Riesling Trocken
Rotkäppchen
gut
Schloss Wachenheim Riesling Brut
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Sektkelterei Schloss Wachenheim
gut
Sueno Sekt Brut
Sueno Sekt Brut
Peter Riegel Weinimport
gut

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im vergangenen Sekttest haben wir hauptsächlich günstige Sekte untersucht und uns deshalb dieses Mal für ein Preissegment zwischen fünf und zehn Euro entschieden. Da der Sekt in Discountern günstiger ist, wählten wir aus deren Produktsortiment den Champagner aus.

Die Inhaltsstoffe

Sekt muss bei Zimmertemperatur mindestens 3,5 bar Druck aufweisen, einen Alkoholgehalt von mindestens zehn Prozent haben und darf nicht mehr als 185 Milligramm schwefelige Säure pro Liter enthalten, die konservierend wirkt, aber vielen Menschen leider auch Kopfschmerzen beschert. Die Kennzeichnung "enthält Sulfite" ist zudem vorgeschrieben, weil Allergiker relativ häufig darauf reagieren. Je nachdem ob er als brut, extra trocken oder trocken angeboten wird, darf er mehr oder weniger Zucker enthalten. All das ließen wir von einem spezialisierten Labor überprüfen. Der dreiwertige Alkohol Glyzerin entsteht bei der alkoholischen Gärung und verleiht dem Getränk Fülle und Geschmeidigkeit. Deshalb wird schon mal synthetisches Glyzerin von außen zugefügt, was wir überprüfen ließen. Auch die prickelnde Kohlensäure gelangt häufiger durch nicht ganz saubere Methoden in die Flasche. Kommen die Trauben im Champagner auch wirklich aus der bekannten Region in Frankreich? Auch das stand auf dem Prüfprogramm.

Die Sensorik

Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl: Das alles wurde von Sektkennern beurteilt. Fünf Personen probierten unabhängig voneinander im stillen Kämmerlein die verdeckten Proben. Die Kenner erfahren nur, ob es sich um Sekt, Champagner oder einen sortentypischen Sekt handelt, denn sonst könnten sie nicht fachmännisch sagen, ob der typische Geschmack getroffen ist. Zum Schluss werden alle Einzelergebnisse wieder zu einer Gesamtbeurteilung zusammengeführt.

Die Bewertung

Ein guter Geschmack ist - gerade bei Sekt - sehr wichtig. Noch wichtiger sind uns aber einwandfreie Inhaltsstoffe, weshalb die Bewertung Sensorik - Inhaltsstoffe ein Verhältnis von 40 zu 60 Prozent hat. Fremde Kohlensäure im Sekt beeinträchtigt ihn zwar geschmacklich nicht, gaukelt aber eine höhere Qualität vor, als wirklich vorhanden. Das werten wir unter Weitere Mängel um zwei Noten ab. Wenn der Sekt in traditioneller Art und Weise in der Flaschengärung hergestellt wird, darf gar keine Fremdkohlensäure enthalten sein.