Startseite
15 Gartenschläuche im Test

ÖKO-TEST Juni 2015
vom 29.05.2015

15 Gartenschläuche im Test

Knick in der Leitung

Die weichen Materialien von Gartenschläuchen sind meist ordentlich mit Schadstoffen gespickt. Auch in der Praxisprüfung konnten viele nicht überzeugen: Die Schläuche bildeten Schlaufen, verdrehten sich - da war kein Durchkommen für das kühle Nass.

1601 | 58
Neuer Artikel vorhanden: 15 Gartenschläuche im Test

29.05.2015 | Gartenschläuche bestehen in der Regel aus dem umstrittenen Kunststoff Polyvinylchlorid, kurz PVC. Seit Jahrzehnten steht er in der Kritik, nicht nur bei ÖKO-TEST. Anfang der 90er-Jahre wurde hierzulande in der Politik sogar über ein PVC-Verbot diskutiert, einige Jahre später erneut in der EU, und auf den Beschaffungslisten zahlreicher Kommunen und Behörden stand oder steht PVC auf dem Index.

Der chlorierte Kunststoff wird aus Erdöl und Steinsalz hergestellt, wobei man aus Letzterem das benötigte Chlor gewinnt. Dieses ist für die Entstehung von hochgiftigen Dioxinen während der Produktion und bei der Entsorgung in der Müllverbrennung verantwortlich. Für eines der Herstellungsverfahren wird zudem giftiges Quecksilber benötigt, was ebenfalls die Umwelt schädigt.

Doch PVC selbst ist auch mit vielen Schadstoffen belastet. So werden bei der Produktion zum Beispiel Blei und organische Zinnverbindungen als Stabilisatoren eingesetzt, früher auch das giftige Cadmium. Damit der eigentlich spröde Kunststoff weich und elastisch wird, sind große Mengen - 20 bis 40 Prozent - an Weichmachern nötig: Lange Zeit waren das überwiegend Phthalat-Verbindungen, die wegen ihrer hormonellen Wirkung zunehmend in die Kritik geraten sind und die immer stärker gesetzlich reglementiert werden. Der wichtigste Vertreter, das fortpflanzungsgefährdende DEHP, darf in der EU seit dem 21. Januar 2015 nur noch mit spezieller Zulassung verwendet werden; in Spielzeug und Babyartikeln ist es seit zehn Jahren so gut wie verboten. Über billige Weichmacheröle oder Rußschwärzung können auch krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) den Kunststoff verunreinigen.

Im ÖKO-TEST Gartenschläuche im Jahr 2005 waren alle PVC-Produkte derartig mit Schadstoffen belastet, dass sie das Gesamturteil "ungenügend" erhielten. Doch einige Hersteller haben mittlerweile reagiert, so zum Beispiel Kärcher. Die Firma verzichtet nach eigenen Aussagen in der Gartenschlauch-Linie auf Phthalate. Die Umstellung auf den Ersatzweichmacher DEHT sei schwierig und langwierig gewesen, weil das Know-how erst entwickelt werden musste, erläuterte uns der Kärcher-Mitarbeiter Axel Leschtar. Aus Preis- und Konkurrenzgründen sei ein genereller Verzicht auf Phthalate jedoch noch nicht möglich. Im Gegensatz zur EU, wo ab Ende des Jahres Grenzwerte für acht krebserregende PAK-Verbindungen gelten werden, begrenze Kärcher intern alle PAK, und setze in PVC auch keine Weichmacheröle ein.

Auch das Umweltbundesamt (UBA) erkennt an, dass heute PVC-Qualitäten hergestellt werden können, bei denen etliche problematische Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren vermieden werden: "Allerdings bleibt bei Weich-PVC das Problem bestehen, dass die Additive nicht fest eingebunden sind und herausgelöst werden können", gibt Dr. Jürgen Arning vom Fachgebiet Chemikalien des UBA zu bedenken. Die Alternativstoffe müssten erst noch bewertet werden, was ein paar Jahre dauern wird. "Deshalb bleibt Skepsis gegenüber dem Werkstoff - zu


Wir haben 15 Produkte für Sie getestet
Neptun
Bauhaus

Neptun

Phoenix Trix-Rotstrahl Wasserschlauch
Contitech/Continental

Phoenix Trix-Rotstrahl Wasserschlauch

Dehner Stabilo Flex Gartenschlauch
Dehner

Dehner Stabilo Flex Gartenschlauch

Gardena Power Grip Comfort Highflex
Gardena

Gardena Power Grip Comfort Highflex

Gardena Premium Rubber-Schlauch
Gardena

Gardena Premium Rubber-Schlauch

Floraworld Gold
Globus Baumarkt

Floraworld Gold

Wingart Gartenschlauch
Hellweg

Wingart Gartenschlauch "Premium"

Torq
Hornbach

Torq

Hozelock Jardin
Hozelock/Tricoflex

Hozelock Jardin

Kärcher Primo Flex Premium
Kärcher

Kärcher Primo Flex Premium

Lux-Tools Professional 5-lagiger Trikotgewebeschlauch
Obi

Lux-Tools Professional 5-lagiger Trikotgewebeschlauch

Lux-Tools Gartenschlauch Gummi
Obi

Lux-Tools Gartenschlauch Gummi

Rehau Quattroflex Plus Premium
Rehau

Rehau Quattroflex Plus Premium

Toom Profi Gartenschlauch
Toom Baumarkt

Toom Profi Gartenschlauch

Mr. Gardener Premium NTS verdrehsicherer Gartenschlauch
Zeus/Hagebau

Mr. Gardener Premium NTS verdrehsicherer Gartenschlauch

15 Gartenschläuche im Test
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 152
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 153
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 154
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 155
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 156
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 157
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 158

7 Seiten
Seite 152 - 158 im ÖKO-TEST Juni 2015
vom 29.05.2015
Abrufpreis: 1.00 €

Test bei Unser Service-Partner: United Kiosk kaufen

Informationen zum Abruf bei United Kiosk

So funktioniert der Artikel-Abruf

Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.
ÖKO-TEST Juni 2015

Gedruckt lesen?

ÖKO-TEST Juni 2015 ab 4.50 € kaufen

Zum Shop

ÖKO-TEST Juni 2015

Online lesen?

ÖKO-TEST Juni 2015 für 3.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
In Bau- und Gartenmärkten erstanden unsere Einkäufer zwölf PVC-Schläuche mittlerer bis guter Qualität von Markenherstellern wie Hozelock, Gardena, Kärcher sowie Eigenmarken der jeweiligen Märkte. Keine Billigprodukte, die Preise lagen bei etwa 22 bis 43 Euro für 20 Meter Länge. Deutlich teurer waren die drei Kautschukschläuche, die wir als Alternative zu PVC testen wollten: Unsere Einkäufer mussten im günstigsten Fall fast 100 und im teuersten Fall - dem Lux-Tools Gartenschlauch Gummi von Obi - fast 200 Euro für die 20 Meter zahlen.

Die Inhaltsstoffe
Das weiche elastische PVC kann nur mit Weichmachern erzielt werden. Dazu setzt man immer noch hormonell wirksame Phthalate ein, aufgrund immer stärkerer gesetzlicher Reglementierung weichen jedoch einige Hersteller mittlerweile auf Ersatzweichmacher aus. Außerdem können über billige Weichmacheröle oder schwarzen Ruß krebserregende oder -verdächtige PAK-Verbindungen eingetragen werden. Das betrifft vor allem die Produkte aus synthetischem Kautschuk. Neben diesen Stoffen ließen wir die Gartenschläuche auch auf bedenkliche Schwermetalle und zinnorganische Verbindungen untersuchen. Gab es auffällig hohe Gehalte einzelner Stoffe, wurde geprüft, inwieweit diese ins Wasser übergehen können, wenn der Schlauch mal einige Stunden in der Sonne liegt.

Die Praxisprüfung
Des Gartenliebhabers Freud und Leid: Wie lässt sich der Schlauch ausrollen? Verwindet er sich, bildet er Knoten oder Knicke, die den Wasserdurchfluss behindern oder gar stoppen? Wie ist die Handhabung? Wird das Auf- und Abrollen zur Plage und das Anschließen des Adapters zum Kampf? Kann ein scharfer Gegenstand am Boden dem Schlauch etwas anhaben? Unsere Tester wollten's wissen.

Die Bewertung
Besonders kritisch sehen wir gesundheitsschädliche Phthalate, zinnorganische Verbindungen sowie PAK-Verbindungen. Stark erhöhte Gehalte dieser Substanzen bedeuten, dass ein Produkt bestenfalls "mangelhaft" sein kann. Den Übergang ins Wasser bewerten wir nur bei Substanzen, die noch nicht als Inhaltsstoffe abgewertet wurden. Ein Gartenliebhaber wird eine leichte Handhabung schätzen, deshalb fließen auch die Ergebnisse unserer Praxistester ein. Da ÖKO-TEST einen starken Fokus auf die Inhaltsstoffe und ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt legt, kann das Gesamturteil nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoffe.

So haben wir getestet

Da floss kein Wasser mehr: Zu stark war mehrfach die Schlaufenbildung.