1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test

9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test

Wischiwaschi

ÖKO-TEST Februar 2016 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 29.01.2016

9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test

Fast 200 Euro kostet die teuerste Gesichtsbürste in unserem Test. Sie konnte

weder im Praxis- noch im Materialtest überzeugen. Auch die anderen acht Modelle schwächelten: Eine einfache Bürste für wenige Euro erzielte den gleichen Reinigungseffekt. Immerhin haben zwei Geräte keine Materialschwächen.

Kichernd stehen die Mädchen vor dem riesigen Spiegel im Badezimmer der "Modelvilla". In der Hand hält jedes von ihnen ein Gerät, das entfernt an eine merkwürdig proportionierte elektrische Zahnbürste erinnert. Ein leichter Knopfdruck, und schon setzen sich die runden Bürstenköpfe surrend in Bewegung. Die Mädchen führen die schwingenden Borsten gewissenhaft über Wangen, Kinn und Stirn und strahlen dabei übers ganze Gesicht - fast so, als würde ihnen die Reinigungsmaschine nicht nur die Rückstände ihres Make-ups, sondern auch all die Sorgen ihres jungen Lebens aus den Poren bürsten.

Spätestens als die elektrischen Gesichtsbürsten der Marke Clarisonic derart medienwirksam die Haut der Teilnehmerinnen einer berühmt-berüchtigten deutschen Castingshow schrubbten, hatte das Trendprodukt aus den USA auch hierzulande seine Zielgruppe erreicht. Das war im Jahr 2014. In den Vereinigten Staaten begann der Siegeszug des im Patent als "Apparat und Methode zur akustischen/mechanischen Behandlung von Akne im frühen Stadium" bezeichneten Reinigungssystems schon rund zehn Jahre zuvor. Seitdem haben auch andere Hersteller ihre Exemplare auf dem Markt platziert - die meisten allerdings nicht mit den von Clarisonic patentierten pulsierenden, sondern mit rotierenden Bürstenköpfen. Und so brummen die borstigen Helferlein inzwischen auch in immer mehr deutschen Badezimmern - trotz stolzer Preise von bis zu 200 Euro.

Konsumstatistiken bestätigen diese Entwicklung: Körperpflege wird den Deutschen immer wichtiger. Das belegen aktuelle Absatzzahlen, die der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) Ende 2015 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Iri Information Resources veröffentlicht hat. Die Branche jubiliert ob des anhaltenden Wachstums. Allein das Segment Haut- und Gesichtspflegemittel hat im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent zugelegt. Darin enthalten sind laut IKW auch mechanische Reinigungssysteme wie die elektrischen Gesichtsbürsten. Prominente wie Verona Pooth, mit deren Gesicht die schwarz-pinke Delany-Bürste beworben wird, oder die US-Talkshow-Ikone Oprah Winfrey, die in ihrer Sendung begeistert von der Reinigung mit Clarisonic schwärmte, tun ihr Übriges, um die elektrischen Bürsten als unverzichtbares Lifestyle-Accessoire zu vermarkten.

Die Hersteller werben, wie etwa Philips, mit einer bis zu "10 x effektiveren Reinigung" oder versprechen wie Inno Essentials eine "tägliche Tiefenreinigung für Ihr Gesicht". Mit Produkten wie den Gesichtsbürsten wird dem Verbraucher also zusätzlich zum breiten Spektrum der kosmetischen Mittel suggeriert, dass es möglich ist, die Haut immer noch ein bisschen sauberer zu waschen. Ein fragwürdiger Trend, denn die Grenzen zwischen gesunder Reinlichkeit und möglicherweise schädlichem Sauberkeitswahn sind fließend. Das bestätigt die Dermatologin Professor Julia Welzel, Chefärztin am Klinikum Augsburg: "Unsere Haut hat eine Hornschicht, die vergleichbar ist mit einer Backsteinmauer mit Fugen. Sie ist


Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Silk'n Sonic Clean Plus
  • Inno Essentials

Braun Face 810
  • Braun

Remington Reveal Gesichtsreinigungsbürste FC1000
  • Remington

Clarisonic Aria Face
  • L'Oréal

Clinique Sonic System Klärende Gesichtsreinigungsbürste
  • Clinique

Philips Visa Pure Essential Gesichtsreinigungsbürste
  • Philips

Olaz Regenerist 3 Zone Reinigungssystem
  • Procter & Gamble

Delany Beauty Sonic Sensitive Gesichtsbürste
  • Ds-Produkte

Beurer Pureo Deep Cleansing Gesichtsbürste FC95
  • Beurer

9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 82
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 83
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 84
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 85
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 86
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 87
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 88
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 89

8 Seiten
Seite 82 - 89 im ÖKO-TEST Februar 2016
vom 29.01.2016
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben neun Gesichtsbürsten namhafter Hersteller eingekauft. Die günstigste fanden wir für 21,40 Euro - die teuerste kostet mit 199 Euro fast das Zehnfache.

Die Praxisprüfung

Wir wollten wissen, wie gut die Bürsten ihre Hauptaufgabe, die Reinigung der Gesichtshaut, meistern. Dafür haben wir sie in ein erfahrenes Prüflabor geschickt, wo jede Bürste über einen Zeitraum von mehreren Wochen von zwölf Frauen unter den gleichen Bedingungen ausprobiert wurde. Dafür bekamen die Testerinnen ein vorausgewähltes Make-up, das sie unter Aufsicht der Testleitung auftrugen und anschließend mit ebenfalls vordefinierten Reinigungsprodukten und der jeweiligen elektrischen Gesichtsreinigungsbürste wieder entfernten. Mit einem genormten Verfahren prüfte der Testleiter anschließend, wie gut die Bürste die Schminke entfernt hat. In einem Fragebogen notierten die Probandinnen ihre Eindrücke zur Reinigungsleistung, zur Hautreizung, zum Hautgefühl während und nach der Reinigung sowie zur Bedienung des Geräts. Jede der Frauen probierte zusätzlich die Reinigung mit einer handelsüblichen manuellen Gesichtsbürste aus. Außerdem testete das Labor, wie viele Reinigungszyklen die Bürsten bei vollem Akku beziehungsweise voller Batterie leisten können.

Die Materialprüfung

Standardmäßig lassen wir Produkte aus Kunststoff auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen prüfen, die sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung die Umwelt belasten. Außerdem haben wir die Bürsten auf Schwermetalle untersuchen lassen. Weiche Teile wie die Bedienknöpfe unterzogen wir einem umfangreichen Materialscreening und ließen sie auf PAK testen.

Die Bewertung

Das Testergebnis Praxisprüfung berechnet sich aus den Teilergebnissen Technik (30 Prozent) und Anwendung (70 Prozent). Hier war uns die Reinigungsleistung besonders wichtig, weshalb wir diese stärker gewichtet haben als andere Aspekte der Praxisprüfung. Zusammen mit dem Testergebnis Material, in das die im Labor nachgewiesenen problematischen Inhaltsstoffe und gegebenenfalls das Testergebnis Weitere Mängel einfließen, ergibt sich daraus das Gesamturteil. Besser als das schlechteste der beiden Testergebnisse Praxisprüfung und Material kann die Gesamtnote nicht ausfallen.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Februar 2016
ÖKO-TEST Februar 2016

Erschienen am 29.01.2016

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.