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12 Coffee-to-go-Becher im Test

ÖKO-TEST Januar 2016
vom 28.12.2015

12 Coffee-to-go-Becher im Test

Cup der guten Hoffnung

Mehrwegbecher haben nicht nur Vorteile für die Umwelt. Unser Test zeigt, dass die meisten Produkte den Kaffee deutlich länger warm halten als ein Pappbecher. Vier Coffee-to-go-Becher schneiden in unserem Test mit "gut" ab.

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28.12.2015 | Ihre Kollegin beobachtet die Situation kritisch, als die Mitarbeiterin im kleinen Backshop am S-Bahnhof in Frankfurt den mitgebrachten Coffee-to-go-Becher annimmt. Sie folgt ihr an die Kaffeemaschine, murmelt etwas und einen kurzen Moment sehe ich den bestellten Cappuccino in Gefahr. Aber dann bekomme ich ihn anstandslos in meinem grünen Becher serviert. Gleicher Versuch bei Starbucks: Ich packe meinen Becher aus und bestelle einen Cappuccino zum Mitnehmen. Der Mitarbeiter wirft einen prüfenden Blick darauf, schwenkt kurz etwas Wasser in meinem Becher und zieht mir dann sogar 30 Cent vom eigentlichen Preis ab. Das funktioniert ja einwandfrei! Weiter geht's zu McCafé - und siehe da, auch hier kein Problem. Ich fühle mich wie im Mehrwegbecherhimmel. Doch zu früh gefreut, eine offizielle Anfrage bei McDonald's holt mich auf den Boden der Bürokratie und Regeln zurück. "Grundsätzlich ist das Auffüllen eines mitgebrachten Bechers in unseren Restaurants und in unseren McCafé nicht möglich." Grund seien die strengen Hygiene- und Qualitätsanforderungen des Bulettenbraters.

Auch der Deutsche Kaffeeverband argumentiert, dass mitgebrachte Mehrwegbecher zu hygienischen Problemen führen könnten. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat jedoch keine Bedenken, wenn die erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt wird. "Eine gewisse Keimbelastung, die gesundheitlich im Rahmen liegt, ist sowieso immer vorhanden, zum Beispiel durch Kaffeemaschine und Wasserbehälter. Von einem mitgebrachten Becher wird bei Heißgetränken nur eine geringfügige Mehrbelastung erwartet", erklärt auch Friederike Farsen von der Verbraucherzentrale NRW, die Ende November unter anderem einen Lebensmittelkontrolleur und einen Mikrobiologen zum Fachgespräch geladen hatte. Wünschenswert wäre nach Ansicht der Experten eine unabhängige Studie dazu oder eine Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Auf jeden Fall solle der Becher gespült sowie optisch sauber sein und beim Befüllen nicht mit dem Zapfsystem oder dem Einlasskopf der Kaffeemaschine in Kontakt kommen. Und das Ordnungsamt Frankfurt bestätigt uns im typischen Amtsdeutsch: "Gegen das Befüllen eines mitgebrachten Thermobechers bestehen keine lebensmittelrechtlichen Bedenken."

Mehrwegbecher - ja oder nein, das macht einen Unterschied, denn der Kaffee to go wird immer beliebter. "Außer Haus" machte 2014 laut Deutschem Kaffeeverband 26 Prozent des Gesamtkaffeemarktes in Deutschland aus. Am liebsten werden diese in Bäckereien und Stehcafés getrunken. Mehrwegbecher sind eine einfache Lösung, um den Müllberg zu verringern. Denn in den vergangenen Jahren hat sich eine Riesenmenge Coffee-to-go-Becher angesammelt: Pappbecher, Deckel, teilweise noch Manschetten und Plastikstab zum Umrühren - da kommt was zusammen. Pro Jahr, so hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ausgerechnet, verbrauchen die Deutschen 2,8 Milliarden der Einwegbecher. Jede Menge Rohstoffe und auch Energie werden dafür verbraucht: laut DUH 64.000 Tonnen Holz, mehr als 10.000 To


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12 Coffee-to-go-Becher im Test
ÖKO-TEST Januar 2016 Seite 102
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ÖKO-TEST Januar 2016 Seite 106
ÖKO-TEST Januar 2016 Seite 107

6 Seiten
Seite 102 - 107 im ÖKO-TEST Januar 2016
vom 28.12.2015
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Zwölf Becher haben wir eingekauft, im Kaufhaus, Outdoorladen, Möbelhaus, Onlineshop und Coffeestore. Sie bestehen aus Kunststoff sowie aus Edelstahl und kosten zwischen knapp sieben und 35 Euro. Manche werden als Isolierbecher beworben, andere schmückt die Bezeichnung "doppelwandig", und ein Produkt heißt einfach "heißer Getränke-Becher".

Die Praxisprüfung
Kunden erwarten von einem Coffee-to-go-Becher, dass er Kaffee oder Tee zumindest für eine Weile warm hält, also dass er isoliert. Deshalb haben wir nach der Norm für Isoliergefäße getestet - auch wenn nicht alle Produkte als Isolierbecher bezeichnet werden. In der Normprüfung blieben die Becher, abgefüllt mit gerade gekochtem Wasser, sechs Stunden stehen. Dann wurde die Temperatur gemessen. Da der Kaffee in der Regel schnell getrunken wird, ließen wir seine Temperatur zusätzlich nach einer Stunde messen. Außerdem wurde geprüft: Halten die Becher dicht? Wie steht es mit den Verschlüssen nach 1.000 Mal öffnen und schließen? Sind die Becher bruchsicher und stehen sie stabil? Letzteres war ein Aspekt, den die Laborexperten zweimal geprüft haben: Einmal nach den Kriterien der Normprüfung und einmal nach Kriterien der Handhabung. Und siehe da: Zwischen Norm und täglichem Gebrauch gab es Unterschiede.

Die Sensorik
Wie riecht der unbenutzte Becher? Verändert er den Geschmack des Inhalts? Dazu wurden die Becher mit kochendem Wasser ausgespült, anschließend mit Leitungswasser bei Zimmertemperatur gefüllt und dann nach 24 Stunden bewertet.

Die Schadstoffe
Labore analysierten, ob in den Dichtungsringen und anderen Kunststoffteilen PAK und Weichmacher stecken. Außerdem wollten wir wissen, ob die Becher Bisphenol A oder Schwermetalle abgeben.

Die Bewertung
Die wichtigste Funktion eines Bechers ist, dass er warm hält und trotz heißem Inhalt an der Außenseite nicht zu heiß wird. Deshalb haben wir im Testergebnis Praxisprüfung die Isolation stärker gewichtet als die Tests auf Handhabung und Material.

So haben wir getestet

Aus dem Praxislabor: Nicht alle Verschlüsse halten durch im Dauertest.