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20 Gartendünger im Test

Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015

Gartendünger

Schadstoffe inklusive

Zwar setzt bedarfsgerechtes Düngen eine Bodenuntersuchung voraus. Trotzdem greifen Hobbygärtner gern zu Universaldüngern, die alle wichtigen Nährstoffe enthalten - aber auch Schwermetalle. Da viele Produkte in unserem Test zudem unzureichend deklariert sind, können wir nur 3 von 20 empfehlen.

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09.10.2015 | Bedarfsgerecht düngen heißt, der Pflanze genügend Nährstoffe für ihr Wachstum zu geben, ohne gleichzeitig Böden und Gewässer damit zu überfrachten. Wie wichtig dieser ökologische Aspekt ist, zeigt die Überhandnahme des Hauptnährstoffs Stickstoff: Jährlich 4,2 Millionen Tonnen reaktiver Stickstoff gelangen laut Umweltbundesamt in Deutschland in den Umweltkreislauf - eindeutig zu viel. Als Folge davon verunreinigen unnötig viel Nitrat und Ammoniak unsere Umwelt. Sicherlich hat die kommerzielle Landwirtschaft daran den Löwenanteil.

Und dennoch können auch Hobbygärtner dazu beitragen, eine Überdüngung zu verhindern. Schließlich können zu viele Nährstoffe nicht zuletzt auch ihren Pflanzen schaden: "Sind Pflanzen mit Stickstoff überversorgt, können sich manche Schädlinge wie Blattsauger auf ihnen stärker vermehren", sagt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Auch für andere Hauptnährstoffe gilt: Überreichlich davon ist nicht nur teuer, sondern schädlich. Schwefel etwa kann bei Überdüngung zu Problemen mit der Bodenfruchtbarkeit durch Versauerung und Entkalkung führen.

Phosphate, die nicht von den Pflanzen aufgenommen werden, können in Gewässer gelangen und dort zu Eutrophierung führen, also zu einer Anreicherung von Nährstoffen, die übermäßiges Algenwachstum auf Kosten anderer Organismen nach sich zieht.

"Gezieltes Düngen ist nur nach einer Bodenuntersuchung möglich", betont deshalb Erika Brunken. Erst dann weiß der Gärtner, welche Nährstoffe in seinem Boden vorhanden sind und welche er durch Düngung nachliefern muss. Für eine solche Bodenuntersuchung nimmt man im Frühjahr oder Herbst Bodenproben aus dem eigenen Garten und schickt sie an die landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten der Länder oder an private Labore. Diese überprüfen den Nährstoffgehalt und geben Düngeempfehlungen.

Während Spezialdünger auf die Bedürfnisse einer speziellen Pflanzenkultur ausgerichtet sind, enthalten Volldünger alle wichtigen Nährstoffe, angegeben in Prozenten von Stickstoff (N), Phosphat (P), Kalium (K), Magnesium (Mg) und Schwefel (S).

Damit Hobbygärtner bedarfsgerecht düngen können, müssen sie wissen, was in den Produkten steckt. Wir haben 20 Universaldünger im Labor untersuchen lassen - nicht nur auf die Gehalte der Hauptnährstoffe, sondern auch auf schädliche Stoffe wie Pestizide, Salmonellen, Cadmium und Uran.

Das Testergebnis

Nur die drei mineralischen Dünger von Obi, Toom und Compo halten unserer strengen Bewertung mit "sehr gut" stand. Ihnen folgt ein breites Mittelfeld, in dem die meisten Produkte deshalb landen, weil sie Schwermetalle in den Boden eintragen und häufig auch noch Mängel in der Deklaration aufweisen. Sechs Dünger, alle mit organischem Anteil, sind "mangelhaft" oder gar "ungenügend".

Etliche Dünger tragen mehr als dreimal so viel an Schwermetallen in den Boden ein, als ihm im Laufe einer Vegetationsperiode entzogen werden kann. "Im Laufe der Zeit erhöht sich so der Schwermetallgeha

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Weitere Informationen

So haben wir getestet
Der Einkauf
Aus der großen Auswahl an Gartendüngern haben wir 20 Universaldünger eingekauft, die für Gemüse und Zierpflanzen geeignet sind. Getestet wurden neun organisch-minera­lische, fünf rein organische und sechs mineralische Dünger.

Die Inhaltsstoffe
Vor dem Hintergrund hoher Perchlorat- und Chloratwerte in Lebensmitteln haben wir erstmals alle Dünger auf Perchlorat und Chlorat untersuchen lassen. Auch auf Schwermetalle wie Uran, Cadmium und Arsen sowie auf poly­zyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen manche krebserregend sind, wurden alle Produkte überprüft. Alle Dünger mit organischem Bestandteil ließen wir auf Dioxine, Pestizide, E. coli und Salmonellen untersuchen. Für alle Mineraldünger wurden Natrium- und Chloridgehalte ermittelt.

Die Deklaration
Wir haben für alle Dünger die Gehalte der wichtigen Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Schwefel ermitteln lassen und sie mit der Deklaration auf der Verpackung verglichen. Außerdem ließen wir prüfen, ob einzelne Nährstoffe und Schwer­metalle hätten deklariert werden müssen.

Die Bewertung
Wie in vergangenen Tests orientieren wir uns bei der Bewertung der Schwermetalle nicht nur an gesetzlichen Grenzwerten. Wir haben auch berechnen lassen, wie hoch die Menge der Schwermetalle ist, die im Boden zurückbleibt, wenn man Ernten, Bodenabtrag und Auswaschung berücksichtigt. Nach diesem Eintrag-gleich-Austrag-Konzept werten wir die Anreicherungen von Schwermetallen und Phosphat in all den Fällen ab, in denen mehr als die dreifache Menge, die dem Boden pro Jahr entzogen werden kann, im Boden zurückbleibt.

So haben wir getestet

Bestimmung des Phosphatgehalts im Labor: Phosphat wird als gelbes Ammoniummolybdatophosphat gefällt und abfiltriert, getrocknet und ausgewogen.

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