1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 20 Gartendünger im Test

20 Gartendünger im Test

Nicht mit rechten Düngern

ÖKO-TEST Mai 2015 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 24.04.2015

20 Gartendünger im Test

Mit Universaldüngern soll eine bequeme Rundumversorgung für Obst, Gemüse und Sträucher möglich sein. Doch nur zwei von 20 Produkten im Test können wir empfehlen. Die anderen tragen zu viele Schwermetalle in den Boden ein oder sind unzureichend deklariert.

Neuer Artikel vorhanden: 20 Gartendünger im Test

Auf dem Papier liest sich richtiges Düngen so leicht: Man gibt der Pflanze die Nährstoffe, die sie braucht. Im eigenen Garten dagegen wollen Rosenstock und Rhododendron einfach nicht so herrlich blühen wie in der Werbung. Auch wenn für das Pflanzenwachstum ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen, lässt sich der Ertrag umweltbewusst verbessern - durch bedarfsgerechtes Düngen.

Bedarfsgerecht Düngen heißt, der Pflanze genügend Nährstoffe für ihr Wachstum bereitzustellen, ohne gleichzeitig Böden und Gewässer damit zu überfrachten. Wie wichtig dieser ökologische Aspekt ist, zeigt die Überhandnahme des Hauptnährstoffs Stickstoff: Jährlich 4,2 Millionen Tonnen reaktiven Stickstoffs gelangen laut Umweltbundesamt in Deutschland in den Umweltkreislauf - eindeutig zu viel. Als Folge davon verunreinigen zu viel Nitrat und Ammoniak unsere Umwelt. Sicherlich hat die kommerzielle Landwirtschaft daran den Löwenanteil. Und dennoch können auch Hobbygärtner dazu beitragen, Überdüngung zu verhindern. Schließlich können zu viele Nährstoffe nicht zuletzt auch ihren Pflanzen schaden: "Sind Pflanzen mit Stickstoff überversorgt, können sich manche Schädlinge wie Blattsauger auf ihnen stärker vermehren", sagt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Auch für andere Hauptnährstoffe gilt: Zu viel davon ist nicht nur teuer, sondern schädlich. Schwefel etwa kann bei Überdüngung zu Problemen bei der Bodenfruchtbarkeit durch Versauerung und Entkalkung führen. Und Phosphor ist eine wichtige, aber zugleich endliche Ressource, die gleichwohl verschwenderisch über Gärten und Äckern ausgestreut wird. Phosphate, die nicht von den Pflanzen aufgenommen werden, können in Gewässer gelangen und dort zu Eutrophierung führen, also zu einer Anreicherung von Nährstoffen, die übermäßiges Algenwachstum auf Kosten anderer Organismen nach sich zieht.

"Gezieltes Düngen ist nur nach einer Bodenuntersuchung möglich", betont deshalb Erika Brunken. Erst dann weiß der Gärtner, welche Nährstoffe in seinem Boden vorhanden sind und welche er durch Düngung nachliefern muss. Für eine solche Bodenuntersuchung nimmt man im Frühjahr oder Herbst Bodenproben aus dem eigenen Garten und schickt sie an die landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten der Länder oder an private Labore. Diese überprüfen den Nährstoffgehalt und geben Düngeempfehlungen. Wer optimal düngen will, kann dem Boden je nach Ergebnis der Bodenprobe per Einzelnährstoffdünger die fehlenden Nährstoffe zuführen. Vielen Hobbygärtnern ist das zu umständlich, sie greifen zu Spezialdüngern oder zu universal einsetzbaren Volldüngern, deren enthaltene Nährstoffe den Bedürfnissen ihres Bodens entsprechen sollen.

Während Spezialdünger auf die Bedürfnisse einer speziellen Pflanzenkultur ausgerichtet sind, enthalten Volldünger alle wichtigen Nährstoffe, angegeben in Prozenten von Stickstoff (N), Phosphat (P), Kalium (K), Magnesium (Mg) und Schwefel (S). Spezialdünger lohnen sich vor allem dann, wenn von e


Gartendünger: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Kölle's Bio Garten-Dünger
  • Pflanzen-Kölle

Dehner Bio Naturdünger mit Guano
  • Dehner

ASB Greenworld Gartenvolldünger Blau
  • ASB Grünland

Neudorff Azet Veggie Dünger
  • Neudorff

Compo Blaukorn Novatec
  • Compo

Toom Naturtalent Bio Universaldünger
  • Toom-Baumarkt

Oscorna Animalin Gartendünger
  • Oscorna

Naturen Bio Gartendünger für Obst-, Gemüse- & Zierpflanzen
  • Scotts Celaflor

Gartenkrone Blaudünger Spezial 12+12+17+2
  • Zeus/Hagebau

Beckmann im Garten Gartendünger für Gemüse und Zierpflanzen
  • Beckmann & Brehm

Euflor Orgamin Universaldünger
  • Euflor

Gardol Pure Nature Universaldünger Biologisch
  • Bauhaus

Floraself Blaudünger Spezial
  • Hornbach

Obi Living Garden Blaudünger
  • Obi

Compo Bio Naturdünger Guano für alle Gartenpflanzen
  • Compo

Cuxin DCM Universal-Dünger Plus, Granulat
  • Deutsche Cuxin

Floraself Garten- und Gemüsedünger
  • Hornbach

Manna Spezial Gartendünger
  • Wilhelm Haug

Toom Blaudünger Universaldünger mit Magnesium
  • Toom-Baumarkt

Gartenkrone Bio Dünger für Obst und Gemüse
  • Zeus/Hagebau

20 Gartendünger im Test
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 134
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 135
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 136
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 137
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 138
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 139
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 140
ÖKO-TEST Mai 2015 Seite 141

8 Seiten
Seite 134 - 141 im ÖKO-TEST Mai 2015
vom 24.04.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Aus der großen Auswahl an Gartendüngern haben wir 20 Universaldünger eingekauft, die für Gemüse und Zierpflanzen geeignet sind. Getestet wurden neun organisch-mineralische, fünf rein organische und sechs mineralische Dünger.

Die Inhaltsstoffe

Vor dem Hintergrund hoher Perchlorat- und Chloratwerte in Lebensmitteln haben wir erstmals alle Dünger auf Perchlorat und Chlorat untersuchen lassen. Auch auf Schwermetalle wie Uran, Cadmium oder Arsen sowie auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen manche krebserregend sind, wurden alle Produkte überprüft. Alle Dünger mit organischem Bestandteil ließen wir auf Dioxine, Pestizide, E.coli und Salmonellen untersuchen. Für alle Mineraldünger wurden Natrium- und Chloridgehalte ermittelt.

Die Deklaration

Wir haben für alle Dünger die Gehalte der wichtigen Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Schwefel ermitteln lassen und sie mit der Deklaration auf der Verpackung verglichen. Außerdem ließen wir prüfen, ob einzelne Nährstoffe oder Schwermetalle hätten deklariert werden müssen.

Die Bewertung

Wie in vergangenen Tests orientieren wir uns bei der Bewertung der Schwermetalle nicht nur an gesetzlichen Grenzwerten. Wir haben auch berechnen lassen, wie hoch die Menge der Schwermetalle ist, die im Boden zurückbleibt, wenn man Ernten, Bodenabtrag oder Auswaschung berücksichtigt. Nach diesem "Eintrag gleich Austrag"-Konzept werten wir die Anreicherungen von Schwermetallen und Phosphat in all den Fällen ab, in denen mehr als die dreifache Menge, die dem Boden pro Jahr entzogen werden kann, im Boden zurückbleibt.

Aktuelle Ausgabe
Jahrbuch für 2019
Jahrbuch für 2019
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Mai 2015
ÖKO-TEST Mai 2015

Erschienen am 24.04.2015

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.