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12 Werkzeugkoffer im Test

ÖKO-TEST März 2015
vom 27.02.2015

12 Werkzeugkoffer im Test

Hammerhart

Hobbyheimwerker müssen für brauchbares Werkzeug kein Vermögen ausgeben: Einen gut bestückten Universalwerkzeugkoffer bekommt man schon unter 100 Euro. Allzu billige Koffer lassen Sie aber besser im Regal liegen, denn in unserem Test sind die Billigheimer mit Pauken und Trompeten durchgerauscht.

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27.02.2015 | Sie treiben Dübel und Schrauben in die Wände und hängen Spiegel oder Regalsysteme daran auf. Sie verlegen den Fußboden selbst oder zimmern sich gleich ein komplettes Gartenhäuschen: Ein Drittel der Deutschen beschäftigt sich laut der aktuellen Verbrauchs- und Medienanalyse mindestens einmal im Monat mit Heimwerken, Tendenz zum Vorjahr steigend. Der Trend zum Selbermachen, neudeutsch Do-it-yourself, ist ungebrochen. In einer Welt, die alles konsumbereit zur Verfügung stellt, ist es eine willkommene Herausforderung, selbst Hand anzulegen - und dabei auch noch kräftig Geld zu sparen.

"Heimwerken ist immer stärker im Kommen", stellt auch Michael Pommer fest. Der 57-Jährige ist Trainer an der früheren Deutschen Heimwerker Akademie, die mittlerweile Do-it-yourself Academy heißt und Standorte in Deutschland und im europäischen Ausland hat. In Kursen, die nahezu alle Bereiche des Renovierens abdecken, vermitteln Michael Pommer und seine Kollegen Anfängern die Grundlagen des handwerklichen Arbeitens, führen Fortgeschrittene in neue Heimwerkerhöhen oder weisen Baumarktmitarbeiter ein. Wie etwas gemacht wird, ist hier die eine Frage. Die andere: Mit welchem Werkzeug?

"Die Auswahl an Werkzeug ist immer individuell und hängt davon ab, wie regelmäßig man handwerkliche Arbeiten verrichtet", erklärt Michael Pommer. Anfängern, die eher selten werkeln, rät er, einen kompletten Werkzeugsatz zu kaufen, zum Beispiel in Form eines bestückten Werkzeugkoffers. Versierteren Heimwerkern empfiehlt er, einen leeren Koffer mit einzelnen, qualitativ hochwertigen Werkzeugen zu bestücken, abgestimmt auf sich und den jeweiligen Anwendungsbereich. Anfängern wie Fortgeschrittenen tut sich allerdings dieselbe Schwierigkeit auf: Woran ist gutes Werkzeug zu erkennen?

"Die Qualität des Werkstoffs ist für den Verbraucher letztlich von außen nicht erkennbar", sagt Professor Uwe Reinert. Er forscht an der Hochschule Bremen zu Werkstoffen. Beispiel Chrom-Vanadium-Stahl: Er gilt als besonders hart und zäh, viele Schraubenschlüssel, Schraubendreher oder andere Werkzeuge tragen diese Bezeichnung. Doch längst nicht alle haben tatsächlich die hohe Qualität, die mancher Heimwerker damit verbindet. Die hängt nämlich nicht nur maßgeblich vom richtigen Verhältnis zwischen Kohlenstoff, Chrom und Vanadium ab, sondern auch von der optimalen Wärmebehandlung. "Manche Hersteller sparen hier oder haben nicht das nötige Know-how", erklärt Reinert. Ihr Produkt dürfen sie trotzdem als Chrom-Vanadium-Stahl verkaufen - die Bezeichnung ist nicht geschützt.

Eine grobe Orientierung, da sind sich Experten einig, bietet die Faustregel "gute Qualität hat ihren Preis". Von namhaften Herstellern wie Knipex, Hazet, Gedore oder Stahlwille sei höhere Qualität zu erwarten als von billigen No-Name-Produkten, so Uwe Reinert. Auch Hinweise auf genormten Stahl und andere DIN-Kennzeichnungen deuten darauf hin, dass eine Firma sorgfältig produziert. Und manche Baumärkte haben Bewertungssysteme etabliert, an denen man s


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So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und online haben wir zwölf bestückte Werkzeugkoffer eingekauft. Die Koffer sollten zum Heimwerken geeignet, möglichst universal einsetzbar sein und mindestens Hammer, Zange und Schraubendreher sowie Knarre oder Schraubenschlüssel beziehungsweise Inbus enthalten. Auf solche mit reiner Elektriker- oder anderer berufsbezogener Ausstattung haben wir verzichtet. Für den günstigsten Koffer zahlten wir 27,99 Euro, die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für den teuersten beträgt 165 Euro.

Die Praxisprüfung
Im Labor fühlten Fachleute den Werkzeugkoffern auf den Zahn. Sie beurteilten die Ausstattung der Koffer - und natürlich die Qualität des Inhalts. Mit den Hämmern schlugen sie auf Flachstahl und prüften mit einer speziellen Maschine, wie viel Kraft nötig ist, um die Hammerköpfe abzuziehen. Sie brachten mit den Knarren eine definierte Kraft gegen einen Drehmomentschlüssel auf und erprobten die Zangen an Kupfer-, Zink- und Stahldraht. Kraftübertragung und Ergonomie der Schraubendreher wurden fachmännisch beurteilt, auch ließen wir die Materialhärte jeweils mehrerer Werkzeuge pro Koffer nach einem normierten Verfahren testen. Unsere Experten überprüften auch kritisch, ob das Werkzeug im Koffer sicher verstaut ist und sich mühelos entnehmen und zurücklegen lässt. Robusten Koffern und Werkzeugen macht es nichts aus, sollten sie einmal runter fallen. Auch das haben wir getestet.

Die Inhaltsstoffe
Je ein Werkzeug pro Koffer schickten wir ins Labor, um dort den Kunststoffgriff überprüfen zu lassen: Werden als Weichmacher Phthalate eingesetzt, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken? Stecken polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe darin, von denen einige krebserregend sind? Auch nach umweltschädlichen chlorierten Verbindungen ließen wir die Experten fahnden.

Die Bewertung
Mit einem Werkzeugkoffer sollte man vielseitig, reibungslos und sicher arbeiten können, deshalb liegt der Fokus des Gesamturteils mit 70 Prozent auf der Praxisprüfung. Ist ein Produkt hier "ungenügend", kann das Gesamturteil nicht besser sein. Innerhalb des Praxistests geht für uns Qualität vor Quantität: In erster Linie zählt die gute Verarbeitung des Werkzeugs, die mit 70 Prozent einfließt. Ist ein Produkt hier "ungenügend", fällt es durch den gesamten Praxistest. Ausstattung und Handhabung des Koffers machen 30 Prozent der Praxisprüfung aus.

So haben wir getestet

Wertarbeit oder Billigware?

So haben wir getestet

Im Labor wurde die Verarbeitung der Hämmer ebenso getestet und bewertet ......

So haben wir getestet

...... wie die Ergonomie der Schraubendreher.