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9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test

Ratgeber Kosmetik 2016
vom 09.06.2016

9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test

Unter Strom

Elektrisch oder klassisch? Eine einfache Bürste für wenige Euro erzielt im Test den gleichen Reinigungseffekt wie die elektrischen Gesichtsreinigungsbürsten. Die teuerste Bürste im Test für fast 200 Euro schwächelt im Praxis- und im Materialtest.

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09.06.2016 | Kichernd stehen die Mädchen vor dem riesigen Spiegel im Badezimmer der "Modelvilla". In der Hand hält jedes von ihnen ein Gerät, das entfernt an eine merkwürdig proportionierte elektrische Zahnbürste erinnert. Ein leichter Knopfdruck und schon setzen sich die runden Bürstenköpfe surrend in Bewegung. Die Mädchen führen die schwingenden Borsten gewissenhaft über Wangen, Kinn und Stirn und strahlen dabei übers ganze Gesicht - fast so, als würde ihnen die Reinigungsmaschine nicht nur die Rückstände ihres Make-ups, sondern auch all die Sorgen ihres jungen Lebens aus den Poren bürsten.

Spätestens als die elektrischen Gesichtsbürsten der Marke Clarisonic derart medienwirksam die Haut der Teilnehmerinnen einer berühmt-berüchtigten deutschen Castingshow schrubbten, hatte das Trendprodukt aus den USA auch hierzulande seine Zielgruppe erreicht. Das war im Jahr 2014. In den Vereinigten Staaten begann der Siegeszug des im Patent als "Apparat und Methode zur akustischen/mechanischen Behandlung von Akne im frühen Stadium" bezeichneten Reinigungssystems schon rund zehn Jahre zuvor. Seitdem haben auch andere Hersteller ihre Exemplare auf dem Markt platziert - die meisten allerdings nicht mit den von Clarisonic patentierten pulsierenden, sondern mit rotierenden Bürstenköpfen. Und so brummen die borstigen Helferlein inzwischen auch in immer mehr deutschen Badezimmern - trotz stolzer Preise von bis zu 200 Euro.

Konsumstatistiken bestätigen diese Entwicklung: Körperpflege wird den Deutschen immer wichtiger. Das belegen Absatzzahlen, die der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) Ende 2015 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Iri Information Resources veröffentlicht hat. Die Branche jubiliert ob des anhaltenden Wachstums. Allein das Segment Haut- und Gesichtspflegemittel hat im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent zugelegt. Darin enthalten sind laut IKW auch mechanische Reinigungssysteme wie die elektrischen Gesichtsbürsten. Prominente wie Verona Pooth, mit deren Gesicht die schwarz-pinke Delany-Bürste beworben wird, oder die US-Talkshow-Ikone Oprah Winfrey, die in ihrer Sendung begeistert von der Reinigung mit Clarisonic schwärmte, tun ihr Übriges, um die elektrischen Bürsten als unverzichtbares Lifestyle-Accessoire zu vermarkten.

Die Hersteller werben, wie etwa Philips, mit einer bis zu "10 x effektiveren Reinigung" oder versprechen wie Inno Essentials eine "tägliche Tiefenreinigung für Ihr Gesicht". Mit Produkten wie den Gesichtsbürsten wird dem Verbraucher also zusätzlich zum breiten Spektrum der kosmetischen Mittel suggeriert, dass es möglich ist, die Haut immer noch ein bisschen sauberer zu waschen. Ein fragwürdiger Trend, denn die Grenzen zwischen gesunder Reinlichkeit und möglicherweise schädlichem Sauberkeitswahn sind fließend. Das bestätigt die Dermatologin Professor Julia Welzel, Chefärztin am Klinikum Augsburg: "Unsere Haut hat eine Hornschicht, die vergleichbar ist mit einer Backsteinmauer mit Fugen. Sie ist ziemlich


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9 Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten im Test
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben neun Gesichtsbürsten namhafter Hersteller eingekauft. Die günstigste fanden wir für 21,40 Euro - die teuerste kostet mit 199 Euro fast das Zehnfache.

Die Praxisprüfung
Wir wollten wissen, wie gut die Bürsten ihre Hauptaufgabe, die Reinigung der Gesichtshaut, meistern. Dafür haben wir sie in ein erfahrenes Prüflabor geschickt, wo jede Bürste über einen Zeitraum von mehreren Wochen von zwölf Frauen unter den gleichen Bedingungen ausprobiert wurde. Dafür bekamen die Testerinnen ein vorausgewähltes Make-up, das sie unter Aufsicht der Testleitung auftrugen und anschließend mit ebenfalls vordefinierten Reinigungsprodukten und der jeweiligen elektrischen Gesichtsreinigungsbürste wieder entfernten. Mit einem genormten Verfahren prüfte der Testleiter anschließend, wie gut die Bürste die Schminke entfernt hat. In einem Fragebogen notierten die Probandinnen ihre Eindrücke zur Reinigungsleistung, zur Hautreizung, zum Hautgefühl während und nach der Reinigung sowie zur Bedienung des Geräts. Jede der Frauen probierte zusätzlich die Reinigung mit einer handelsüblichen manuellen Gesichtsbürste aus. Außerdem testete das Labor, wie viele Reinigungszyklen die Bürsten bei vollem Akku beziehungsweise voller Batterie leisten können.

Die Materialprüfung
Standardmäßig lassen wir Produkte aus Kunststoff auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen prüfen, die sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung die Umwelt belasten. Außerdem haben wir die Bürsten auf Schwermetalle untersuchen lassen. Weiche Teile wie die Bedienknöpfe unterzogen wir einem umfangreichen Materialscreening und ließen sie auf PAK testen.

Die Bewertung
Das Testergebnis Praxisprüfung berechnet sich aus den Teilergebnissen Technik (30 Prozent) und Anwendung (70 Prozent). Hier war uns die Reinigungsleistung besonders wichtig, weshalb wir diese stärker gewichtet haben als andere Aspekte der Praxisprüfung. Zusammen mit dem Testergebnis Material, in das die im Labor nachgewiesenen problematischen Inhaltsstoffe und gegebenenfalls das Testergebnis Weitere Mängel einfließen, ergibt sich daraus das Gesamturteil. Besser als das schlechteste der beiden Testergebnisse Praxisprüfung und Material kann die Gesamtnote nicht ausfallen.

So haben wir getestet

Für Spaß sorgte die Anwendung der Bürsten im Praxislabor durchaus.

So haben wir getestet

Die objektiv abgemusterte Reinigungsleistung war aber bei allen nur mittelmäßig.