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20 Shampoos gegen Haarausfall im Test

Ratgeber Kosmetik 2016
vom 09.06.2016

Shampoos gegen Haarausfall

Haarakiri

Nur teure Haarwäsche oder steckt was dahinter? Shampoos gegen Haarausfall suggerieren Abhilfe bei drohender Glatze. Wir wollten Nachweise sehen, doch die Hersteller schickten entweder keine vollständigen wissenschaftlichen Studien oder solche, die uns nicht überzeugten.

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09.06.2016 | Das Gefühl vorm Badspiegel schwankt meist zwischen Wehmut und Verzweiflung. Wenn sich Scheitel lichten und Geheimratsecken zu Höfen mausern, ergreift so manchen die Glatzenangst. Neben Haaren lassen Frauen wie Männer dann oft schon in jungen Jahren viel Geld für vermeintliche Wundermittel. Prominente wie Fußballtrainer Jürgen Klopp oder der FDP-Vorsitzende Christian Lindner trieb die Eitelkeit gar zum Äußersten: Haarverpflanzungen. Dabei gehen etwa jedem zweiten Mann und jeder fünften Frau früher oder später die Haare aus. Oft belastet der Rückgang: Zehn Prozent von rund 14.800 von der Gesellschaft für integrative Kommunikationsforschung befragten Männer gaben 2013 an, darunter zu leiden. Von 15.400 befragten Frauen waren es immerhin 4,4 Prozent.

Das Geschäft mit Kosmetik, die Abhilfe suggeriert, läuft: Hochgerechnet 1,39 Millionen Deutsche erklärten dem Institut für Demoskopie Allensbach im vergangenen Jahr, in den letzten drei Monaten rezeptfreie Mittel gegen Haarprobleme oder Haarausfall verwendet zu haben. 2014 waren es noch 1,36 Millionen. Die Umsatzzahlen der beiden bekanntesten Shampoos gegen Haarausfall vom Marktführer, der Bielefelder Wolff-Gruppe, wuchsen 2015 etwa stärker als der gesamte Markt für Haarpflegemittel. Der stagnierte laut der Iri-Marktforschung, die im Auftrag des Kosmetikverbands VKE Daten erhebt, bei rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz. Der allgemeine Shampoomarkt steigerte sich nur um 4,2 Prozent. Alpecin legte hingegen nach Unternehmensangaben um elf Prozent auf 76 Millionen, Plantur um zwölf Prozent auf 45 Millionen Euro zu.

Wie und warum Haare ausgehen, ist höchst verschieden. Am häufigsten ist der erblich bedingte, gefolgt vom diffusen Haarausfall. Seltener sind die kreisrunde oder die vernarbende Form. Die genetische Variante zeigt sich bei starker Veranlagung oft schon zwischen dem zwanzigsten bis dreißigsten Lebensjahr bei Mann und Frau: "Bei Männern macht sie sich durch Lichtungen der Geheimratsecken oder am Hinterkopfwirbel bemerkbar. Bei Frauen im Mittelscheitelbereich", erläutert Prof. Dr. Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde an der dermatologischen Universitätsklinik München.

Ob eine Veranlagung beim Mann vorliege, zeige meist die Situation bei Vater, Mutter und Großeltern. "Wenn der Vater eine Vollglatze trägt, dann tragen die Kinder ein erhöhtes Risiko", so Wolff, der nicht verwandt mit der Unternehmerfamilie Wolff ist. Bei Frauen sei der erbliche Haarausfall schwieriger zu erkennen, da er sich oft später und diffuser zeige.

Die vererbten Lichtungen unterscheiden sich vom Effluvium, dem täglichen, verstärkten Haarausfall: "Diffuser Haarausfall ist häufig verursacht etwa durch Eisen- oder Zinkmangel, Nebenwirkungen von Medikamenten oder durch Hormonstörungen", weiß Dr. Gerhard Lutz, Haar- und Nagelspezialist vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Unter der Form, die auch jahreszeitlich bedingt sein oder auf eine Syphiliserkrankung hinweisen kann, leiden Frauen besonders häufig. Woran es genau lie

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 20 Shampoos eingekauft, die von der Aufmachung her Hilfe gegen Haarausfall versprechen. Darunter befinden sich Produkte aus Apotheken, Drogerien und Supermärkten, aber auch solche, die nur übers Internet zu beziehen sind. Für das preisgünstigste Shampoo zahlten wir 1,35 Euro; die teuerste Haarpflege kostete 57,85 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Die Mehrzahl der getesteten Shampoos ist parfümiert. Wir haben sie daher im Labor auf Diethylphthalat, künstliche Moschus-Verbindungen, die sich im Körper anreichern, und allergisierende Duftstoffe untersuchen lassen. Zudem interessierte uns, ob sie etwa mit umstrittenen halogenorganischen Verbindungen, Formaldehyd/-abspaltern sowie bedenklichen Parabenen konserviert wurden.

Die Weiteren Mängel
Einige der blumigen Werbeversprechen auf den Shampoos sind kaum von einer arzneilichen Indikation zu unterscheiden. Um sie zu überprüfen, baten wir die Anbieter um Wirksamkeitsbelege.

Die Bewertung
Shampoos müssen zuallererst gesundheitlich unbedenklich sein. Maßgeblichen Notenabzug gab es deshalb für bedenkliche Inhaltsstoffe. Natürlich beeinflussten auch nicht haltbare Wirkversprechen bei den Haarwuchsshampoos das Ergebnis - negativ.

So haben wir getestet

Steile Kurven, steile Thesen: Auf vielen Shampooflaschen im Test finden sich Grafiken und Werbesprüche .....

So haben wir getestet

.... Die Hilfe bei ernsthaftem Haarausfall suggerieren.