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14 Fugenreiniger im Test

ÖKO-TEST Mai 2016
vom 28.04.2016

Fugenreiniger

Hau weg den Dreck!

Wer regelmäßig beim Putzen oder nach dem Duschen an die Fugen denkt, kann auf Fugenreiniger verzichten. Das sagen zumindest Fachleute, die mit den Mitteln kein Geld verdienen müssen. Trotzdem greifen Verbraucher schon bei wenig Dreck zum Spezialreiniger. Von 14 Produkten, die ÖKO-TEST untersucht hat, schneidet nur eins "gut" ab.

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28.04.2016 | Nur etwa zwei bis drei Stunden bleibt dem 30-köpfigen Reinigungstrupp, um das Rebstockbad in Frankfurt am Main auf Hochglanz zu polieren. Bis die ersten Gäste frühmorgens ihre Bahnen ziehen, müssen die Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten tipptopp sauber sein. Dazu rückt die Mannschaft Schmutz und Keimen mit Schaumpistolen, Schwämmen und Wasserschläuchen auf den Leib. "Alles nach Vorgabe", sagt Thomas Wargowski von den Bäderbetrieben Frankfurt. Hochdruckreiniger, um auch den letzten Dreck abzuspritzen, seien Tabu. Zu groß wäre das Risiko, dass der Wasserstrahl die Zementfugen zerstört.

Im vergangenen Jahr stand die Komplettreinigung samt Becken und Filteranlagen des größten Frankfurter Erlebnisbades auf dem Programm. Alle zwei Jahre, sagt Wargowski, sind die Frankfurter Hallenbäder fällig. Vier bis sechs Wochen, immer während der Internationalen Automobil-Ausstellung, bleibe das Rebstockbad extra dafür geschlossen. Die Freibäder hingegen würden jährlich gereinigt und instandgesetzt.

Also Stöpsel ziehen, Wasser im Eimer mit saurem Reiniger anmischen, Schrubber in die Hand und los? Wargowski lacht: "Ganz so einfach ist das nicht." Bei einem Becken mit 50 Meter Länge und 22 Meter Breite wären vier bis sechs Mitarbeiter eine ganze Weile beschäftigt - trotz technischen Geräten wie Bürstenmaschinen für den Beckenboden oder, in diesem Fall wiederum erlaubt, Hochdruckreinigern gegen hartnäckigen Schmutz.

Von solch schweren Geräten können Hausfrauen und Hausmänner nur träumen. Besonders die Fugenreinigung im eigenen kleinen "Hallenbad", im Bad oder in der Küche, kann harte Knochenarbeit sein. Meistens dann, wenn die Ritzen vorher vernachlässigt oder nur sporadisch geputzt wurden. Um dann eine anstehende Marathonputzerei zu umgehen, gilt für viele das Prinzip Chemiekeule: Draufhauen, drüberwischen, Feierabend!

Dabei ist laut Fachleuten eine regelmäßige Reinigung das beste Hausmittel gegen verdreckte Fugen. "Wer ein- bis zweiwöchentlich gründlich putzt und dabei auch die Fugen mitreinigt, kann sich das Geld für Chemiereiniger sparen", sagt Claudia Vock aus Germersheim. Ihr Mann Thomas ist Fliesenlegermeister. Mit schönen Fugen kennen sich die Eheleute aus. "Bei Zementfugen sollte man auf zu saure Mittel lieber verzichten. Die greifen das Material an", warnt Thomas Vock. Beim Einsatz von säurehaltigen Mitteln, etwa gegen Kalk, müsse deshalb die Fuge gut vorgenässt werden, bevor der Reiniger aufgetragen und Schmutzanhaftungen bestenfalls mit einer Bürste oder einem Schrubber entfernt werden. "Die Fuge danach gründlich mit klarem Wasser abwaschen. Silikonfugen sollten zudem gut trocknen gerieben werden." Bei alkalischen Reinigern, die wirksam gegen organische Verschmutzungen wie Seifenablagerungen sind, müsse man bei der Reinigung von Zementfugen weniger vorsichtig sein. "Aber Achtung! Alkalische Reiniger helfen nicht gegen Kalk", warnt Vock. Ob ein Mittel sauer oder alkalisch ist, gibt der pH-Wert an (siehe Kompakt).

Klingt das, was Vock und seine K

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus dem beachtlichen Angebot an Fugenreinigern haben unsere Einkäufer in Baumärkten und Internetshops 14 Produkte eingekauft. Der günstigste Reiniger liegt bei 4,33 Euro je 500 Milliliter. Für den teuersten, der auch über das Fernsehen verkauft wird, müssen Verbraucher für die gleiche Menge 14,60 Euro bezahlen.

Die Reinigungsleistung
Wir haben den TÜV Rheinland beauftragt, die Reinigungsleistung aller Produkte zu testen. Dafür haben die Prüfer für jedes Produkt einen identischen Testträger entwickelt, den sie später mit der Testanschmutzung bearbeitet haben. Diesem in der Fuge haftenden Gemisch aus verschiedenen Seifen, Öl, Spülmittel und speziellen Rußschmutzpartikeln ("Spezial Schwarz") sollten die Chemiereiniger anschließend auf die Pelle rücken. Gereinigt wurde nach der Anleitung, wie sie auf den Produktetiketten angegeben ist.

Die Inhaltsstoffe
Dass in Chemiereinigern bedenkliche und/oder problematische Inhaltsstoffe stecken können, ist kein Geheimnis. Das verraten bereits die Gefahrenhinweise und Piktogramme, die den Produkten aufgedruckt sind. Trotzdem wollten wir natürlich wissen, welche Stoffe in welchen Mengen enthalten sind. Labore haben deshalb überprüft, wie es unter anderem um Allergien auslösende Duftstoffe, Formaldehyd/-abspalter oder andere gesundheits- sowie umweltschädigende Stoffe in Fugenreinigern bestellt ist.

Die Bewertung
Die Reinigungsleistung haben die TÜV-Experten visuell begutachtet und bewertet. Abzüge gab es, wenn nach der Reinigung noch Testschmutzrückstände in der Fuge sichtbar waren. Waren Inhaltsstoffe wie zum Beispiel polyzyklische Moschus-Verbindungen oder Ethylenglykole in Mengen enthalten, die ÖKO-TEST so nicht akzeptieren kann, gab es ebenfalls Punktabzug.

So haben wir getestet

TÜV-geprüft: Alle Reiniger wurden gemäß ihren Anwendungshinweisen auf ihre Reinigungskraft getestet.