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3 Produkte von Börlind im Test

Ratgeber Kosmetik 13:2013 mit CD
vom 08.11.2013

Börlind

Schönheit geht vor Alter

Annemarie Lindner, die Gründerin der Marke Börlind, ist eine Chefin mit Haut und Haar - und deshalb mit 93 Jahren immer noch im Unternehmen aktiv.

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08.11.2013 | Früher haben sie mich Kräutertante genannt", erzählt Annemarie Lindner in einem der vielen Interviews, die die 93-jährige Gründerin der Kosmetikmarke Börlind in ihrem Leben gegeben hat. Die Grande Dame der Naturkosmetik, wie sie ebenfalls genannt wird, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Auch eines mit Widerständen. Denn nicht jeder hat 1959, im Gründungsjahr ihrer Firma, verstanden, was Kräuterauszüge und Naturstoffe in Cremes zu suchen haben. Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre war Naturkosmetik etwas Seltsames. Und doch bewarb Annemarie Lindner, die Kräutertante mit Ausbildung sowohl zur Buchdruckerin als auch zur Kosmetikerin, unbeirrt ihre Produkte - erst in der DDR, später im Westen. Die Ersten, die damals Börlind-Produkte verkauften, waren die Reformhäuser mit ihren Traditionssortimenten für natürliche Ernährung und Arzneimittel. Heute wird Börlind auch in Parfümerien, den Kosmetikabteilungen von Kaufhäusern und teils in Apotheken angeboten. Die "Kräutertante" von einst hat eine beachtliche Unternehmenskarriere hingelegt.

Das Familienunternehmen Börlind ist benannt nach seinen Gründern Annemarie Lindner und Hermann Börner. Lindner selbst hatte in der Nachkriegszeit mit einem Kosmetikstudio im sächsischen Eilenburg begonnen, ihre selbstgemischten Tinkturen an die Frau zu bringen. Daraus entstand das Unternehmen Kräuterkosmetik Annemarie Lindner. Als 1958 die Enteignung durch die DDR drohte, gingen die junge Unternehmerin und ihr Ehemann in den Westen. Sie landeten in Calw im Schwarzwald. Hier entstand der Kontakt zu Hermann Börner, einem Naturarzneimittelhersteller, der seine Produkte im Reformhaus vermarktete. Lindner und Börner gründeten gemeinsam am 2. Januar 1959 ein kosmetisches Unternehmen, die Anfangssilben beider Familiennamen prägten den Namen des Unternehmens: Börlind.

Seit seinen Anfängen produziert Börlind "hochwirksame und hautverträgliche Kosmetik mit Rohstoffen vorwiegend aus ökologischem Anbau", wie es in einer Firmendarstellung heißt. Ob dekorative Kosmetik, Haarpflege, Sonnenschutz oder Männerpflege: In den rund 200 Produkten der Marke Annemarie Börlind Natural Beauty verzichtet man auf den Einsatz von Tierextrakten, Parabenen, Silikonen, synthetischen Farbstoffen und Erdölderivaten. Die Kriterien gehen in einigen Bereichen, etwa bei den Anforderungen an Lieferanten, über die Standards gängiger Naturkosmetiksiegel hinaus. Erlaubt sind jedoch in einigen Produkten Inhaltsstoffe, die für Naturkosmetik nach den Richtlinien von BDIH oder Natrue nicht zulässig sind - so das Konservierungsmittel Phenoxyethanol oder synthetische UV-Filter. Deshalb sind manche Börlind-Produkte zertifiziert, andere nicht.

Fans der Marke gibt es so einige. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum schrieb Angela Merkel einen persönlichen Brief. Die Börlind-Seniorchefin überreichte im Gegenzug ein paar Naturkosmetikartikel als Geschenk. Die hochbetagte Seniorin, die schon 1985 die Geschäftsführung an ihren Sohn Michael abgetreten hat, bleibt leidenschaftliche Unternehmerin.

Puristischer Ansatz

Auf Fotos aus den vergangenen Jahren erstaunt Lindner durch ihre scheinbar alterslose Ausstrahlung. Zeit ihres Lebens habe sie nur ihre eigenen Produkte verwendet: "Was ich nicht essen kann, gebe ich nicht auf meine Haut." Mit diesem puristischen Ansatz hat sie viele überzeugt. Seit 1965 tragen die Produkte der Börlind-Gruppe das Siegel der Reformhausgenossenschaft Neuform. Der Familienbetrieb erwirtschaftet einen Umsatz von 38 Millionen Euro.

Bis 2006 hatte Börlind Exklusivverträge mit den Neuform-Reformhäusern. Als diese im Wettbewerb mit modernen Bio-Läden ins Hintertreffen gerieten, sorgte Michael Lindner für neue Vertriebswege. So gelangte Börlind auch in die Parfümerien und in ausgewählte Kaufhäuser. Infos unter www.boerlind.com



Börlind

Bester Werbeslogan

Weil ich es mir wert bin.

Wie teuer muss eine gute Gesichtscreme sein?

Das kann man so pauschal nicht beantworten, da es auf Alter und Hautbeschaffenheit ankommt. Entsprechend steigt der Preis für eine gute Creme proportional zum Alter und Hautanspruch.

Die fünf bedenklichsten, noch erlaubten Inhaltsstoffe:

3-Benzylidene Camphor, Aluminiumchlorhydrat, Chlorphenesin, Methyldibromoglutaronitril, Methylmethacrylat

Bis wann haben Sie Methyldibromoglutaronitril, Diethyl-phthalat, Moschus-Ambrette oder Paraphenylendiamin verwendet?

Methyldibromoglutaronitril: nie

Diethylphthalat: nie

Moschus-Ambrette: nie

Paraphenylendiamin: nie

Wer gute Produkte herstellt, kann auch gute Arbeit von anderen anerkennen. Der Slogan "Weil ich es mir wert bin" stammt von L'Oréal, dem Kosmetikriesen, der so gänzlich anders ist als der Naturkosmetikhersteller Börlind. Die von Börlind genannten Stoffe: 3-Benzylidene Camphor (Lichtschutzfilter, der im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken und in Japan und den USA verboten ist), Aluminiumchlorhydrat (Antitranspirant, das die Schweißdrüsen verengen und zu Entzündungen führen kann), Chlorphenesin (allergenes Konservierungsmittel), Methylmethacrylat (Weichmacher, der für Naturkosmetik verboten ist), stehen auch auf der ÖKO-TEST-Abwertungsliste.

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