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3 Produkte von Müller im Test

Ratgeber Kosmetik 13:2013 mit CD
vom 08.11.2013

Müller

Der Rebell von Ulm

Vom Friseur zum Milliardär: Der Firmenpatriach Erwin Müller ist auch mit 81 Jahren noch Herr über seine 684 Müller-Filialen.

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08.11.2013 | Erwin Müller, gelernter Friseur und Deutschlands Drogeriekönig, hat in seinem Leben schon viel gestritten: Mit der Friseurinnung in Ulm zum Beispiel. Weil er dort in den 60er-Jahren begann, seinen Kunden auch montags die Haare zu schneiden. Fortan hatte Müller den Ruf als "Rebell von Ulm" und wurde aus der Innung ausgeschlossen. Auch mit der Gewerkschaft Verdi lag er quer, es ging um unzulässiges Speichern von Gesundheitsdaten der Mitarbeiter. Mit seinem einzigen Sohn Reinhard stritt er um die richtige Strategie der Unternehmensführung und warf ihn 2006 aus seiner Position als zweiter Geschäftsführer. Eigentlich wollte Müller mit 65 Jahren aufhören. Tat er aber nicht. Anfang September 2013 feierte er seinen 81. Geburtstag. Und regiert immer noch.

Müller ist ein typischer Firmenpatriarch, der auch im hohen Alter seinen Konzern selbst lenkt. Seit der Schlecker-Pleite ist das Unternehmen die Nummer drei unter den deutschen Drogeriemärkten hinter Dm und Rossmann. Ca. 30.000 Mitarbeiter arbeiten in den 684 gläsernen Warenhäusern. Rund 500 Filialen sind es allein in Deutschland, daneben gibt es Geschäfte in der Schweiz, in Österreich, Spanien, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Müllers großer Trumpf: Ein großer Teil seiner Filialen ist in eigenen Immobilien untergebracht. Das spart Mietkosten.

Das grelle orangefarbene Logo mit dem schwarzen M in der Mitte prangt von Glastempeln in den besten Stadtlagen, vor allem im Süden und Osten der Republik. Das Angebot dort umfasst vom Strumpf über Spielwaren bis zur Sonnencreme die gesamte Produktvielfalt eines Drogisten - 185.000 Artikel sollen es insgesamt sein. Unter den zahlreichen verschiedenen Naturkosmetikmarken führt die Drogeriekette mit Terra Naturi auch eine günstige Naturkosmetik-Eigenmarke, die 122 Produkte umfasst und mit dem BDIH- oder Natrue-Siegel zertifiziert ist.

Aufgebaut hat der eigensinnige schwäbische Drogeriekönig (Lebensmotto: "Arbeiten, arbeiten, arbeiten"), der übrigens ein gebürtiger Bayer ist, dieses Imperium mit Fleiß, Geschick und einer gehörigen Portion Streitlust. Dazu gibt es, nach Informationen der Süddeutschen Zeitung, folgende Geschichte zu erzählen: Die Stadt Ulm wollte Ende der 90er-Jahre eine Fischerhütte an einem Baggersee abreißen lassen, die Müller gekauft hatte und die sich als Schwarzbau erwies. Der schwäbische Sturkopf stritt so lange mit der Stadt, bis er nach einem Deal seine Hütte behalten durfte.

In der Öffentlichkeit gilt Erwin Müller als verschwiegen. Die einen beschreiben ihn als bodenständigen, bescheidenen, umsichtigen Strategen, als einen Unternehmertyp vom alten Schlag. Die anderen halten ihn für einen machtbesessenen und streitbaren Individualisten, dessen Ära abgelaufen ist. Das Unternehmen Müller müsse von Müller befreit werden, sagen Kritiker. Sie fürchten, dass er mit seinen einsamen Entscheidungen sein Lebenswerk letztlich schwächt.

Was kommt nach Erwin Müller?

Grund dafür gab es 2012: Da stand die Müller-Gruppe bei den Finanziers mit 896

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