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9 Laufgitter im Test

ÖKO-TEST April 2014
vom 28.03.2014

9 Laufgitter im Test

Hinter Gittern

Er braucht viel Platz und hat kein gutes Image. Doch in vielen Familien wird der Laufstall geschätzt, sei es als Tagesbettchen für Säuglinge oder als sichere Spielecke für Krabbler. Aber sind alle Modelle wirklich sicher? Leider nein.

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28.03.2014 | Redet man über Laufställe, dann gehen die Meinungen auseinander. Ist das denn noch zeitgemäß, Kinder zwischen vier Gittern abzusetzen? Experten sind sich einig: Solange man den Laufstall nicht überstrapaziert, ist er ein sinnvoller Helfer für Eltern. Kleine Krabbler, die man eigentlich gar nicht mehr aus den Augen lassen kann, können dort zwischengeparkt werden, wenn man mal kurz an die Tür muss oder einen Einsatz in der Küche hat. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, den Laufstall der Babywippe vorzuziehen, weil er dem Baby mehr Bewegungsfreiheit lässt. Und wenn die Kleinen beginnen, sich überall hochzuziehen, können sie sich am Gitter entlanghangeln und es mit ersten Schritten probieren.

Ist der Laufstall mit einer Krabbeldecke und dem Lieblingsspielzeug ausgestattet, kann es dort auch richtig gemütlich sein - aber früher oder später wird es draußen Spannenderes geben. "Kinder haben einen Entdeckerdrang, der sich auf Dauer nicht auf ein, zwei Quadratmeter beschränken lässt", sagt Sabine Frevert vom Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung. "Kinder müssen ihre Umwelt erkunden können, auch wenn es für die Eltern anstrengend ist, wenn Bücherregal und Küchenschränke immer wieder ausgeräumt werden."

Praktisch sind Modelle, deren Böden man in verschiedenen Höhen feststellen kann. Babys können so in ihren ersten Wochen und Monaten auf "Hüfthöhe" dabei sein, wenn der Rest der Familie um sie herumwuselt. Zu diesem Zeitpunkt genügt es, wenn das Gitter 30 Zentimeter hoch reicht. Später, wenn das Kleine größer und agiler wird, braucht es eine höhere Absperrung, der Boden wandert entsprechend tiefer. So kann das Möbelstück etwa ein Jahr im Einsatz sein.

Wichtig ist allerdings, dass der Laufstall kein zusätzliches Sicherheitsrisiko ist. Spätestens seit die bayerische Gewerbeaufsicht 2007 eine Untersuchung von Kinderlaufställen durchgeführt hat, ist klar: Nicht immer sind die Kinder hier wirklich sicher. Bis auf eine Ausnahme waren damals alle Laufställe mit Mängeln behaftet.

Wir haben neun aktuelle Laufstallmodelle eingekauft, um herauszufinden, in welchen Kinder sicher aufgehoben sind. Wir ließen prüfen, wie gut sich die Helfer im Alltag schlagen. Und natürlich hat uns auch interessiert, ob problematische Inhaltsstoffe im Einsatz sind.

Das Testergebnis

Sicher und schadstofffrei? Das schafft nur ein Modell: Brent vom niederländischen Hersteller Bopita. Schadstofffrei beziehungsweise -arm sind die Textillaufställe von Hauck und Chicco. Und während die Laufställe von Geuther und Herlag anstandslos durch die Sicherheitsprüfungen kamen, fallen vier Produkte hier durch.

Da kann was passieren! Bei dem Laufgitter von Roba brachen die Gitterstäbe in der Mitte durch, als von außen an ihnen gezogen wurde. Wenn also ein etwas älteres Kind hier zugange ist, kann es zu üblen Verletzungen kommen. Beim Pinolino Toni, dem Ticaa Laufgitter Croco und dem Schardt Basic kann sich das Kleine mit der Hüfte zwischen den Stäben d


Wir haben 9 Produkte für Sie getestet
Chicco Laufstall Open Sea
Artsana

Chicco Laufstall Open Sea

Bopita Laufgitter Brent, weiß mit Einlage BM-20
Bopita

Bopita Laufgitter Brent, weiß mit Einlage BM-20

Geuther Laufgitter Euro-Parc Natur
Geuther

Geuther Laufgitter Euro-Parc Natur

Hauck Dream'n Play SQ Laufstall & Reisebett
Hauck

Hauck Dream'n Play SQ Laufstall & Reisebett

Herlag Laufgitter weiß/azurblau
Herlag

Herlag Laufgitter weiß/azurblau

Pinolino Toni, natur
Pinolino

Pinolino Toni, natur

Roba Laufgitter inkl. Pop up Box 0246 E34
Roba

Roba Laufgitter inkl. Pop up Box 0246 E34

Schardt Laufgitter  Basic, natur
Schardt

Schardt Laufgitter Basic, natur

Ticaa Laufgitter Croco, Kiefer Natur
Ticaa

Ticaa Laufgitter Croco, Kiefer Natur

9 Laufgitter im Test
ÖKO-TEST April 2014 Seite 92
ÖKO-TEST April 2014 Seite 93
ÖKO-TEST April 2014 Seite 94
ÖKO-TEST April 2014 Seite 95
ÖKO-TEST April 2014 Seite 96
ÖKO-TEST April 2014 Seite 97

6 Seiten
Seite 92 - 97 im ÖKO-TEST April 2014
vom 28.03.2014
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Neun Laufställe, der günstigste kostet knapp 60 Euro, der teuerste 198 Euro. Neben sieben klassischen Modellen aus Holz haben wir auch zwei ausgewählt, die aus einer stoffbezogenen Metallrohrkonstruktion bestehen.

Die Praxisprüfung
Kinderlaufställe müssen sicher sein. Im Labor wurden die Laufställe deshalb nach den Vorgaben der Laufstall-Norm EN 12227:2010 geprüft. Mit speziellen Prüfvorrichtungen wurde ermittelt, ob ein Kind sich mit der Hüfte durch die Gitterstäbe drücken kann, ob die Holzstreben brechen, wenn man ordentlich an ihnen zieht und ob der Laufstall unter ungünstigen Bedingungen kippen kann. Hinzu kamen Belastungstests, die etwas über die Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität der Möbel aussagen: Dutzende Schläge auf den Rahmen mussten die Produkte aushalten. Besonders heftig war die Dauerprüfung des Laufstallbodens - um zu klären, ob er womöglich durchbricht, wenn das Kind im Laufstall hüpft und springt, wurde ein 15 Kilogramm schwerer Holzklotz tausend Mal aus einer Höhe von 15 Zentimetern auf den Boden fallen gelassen. Dort, wo die Norm keine Vorgaben macht, entschieden drei Experten, ob die Laufställe sicher sind, etwa bei der Frage, ob Kinder gut darin stehen können.
Natürlich wollten wir auch wissen, wie gut sich die Laufställe im Alltag schlagen. Wie leicht lassen sie sich aufbauen? Welche kann man besser von einer Ecke des Raumes in die andere schieben? Tut der Rücken weh, wenn man das Kind öfter hinein- und wieder heraushebt? Drei Experten testeten die Laufställe unabhängig voneinander.

Die Inhaltsstoffe
Je nach verarbeiteten Materialien musste ein Laufstall verschiedene Prüfungen durchlaufen. Bei Holzwerkstoffplatten interessierte uns, ob Formaldehyd oder andere flüchtige organische Verbindungen ausgasen. Bei lackierten Teilen, ob der Lack problematische Weichmacher oder andere Schadstoffe enthält. Die Kunststofffolien, mit denen viele Böden bespannt sind, durchliefen ein großes Materialscreening, bei dem etwa auf Phthalatweichmacher untersucht wird. Alle farbigen Textilien ließen wir auf problematische Farbstoffbestandteile untersuchen und darauf, ob sich Farbe löst, wenn Spucke oder Schweiß ins Spiel kommen.

Die Bewertung
Sicherheit geht vor. Ein Laufstall, der die Sicherheitsvorgaben der DIN-Norm für Kinderlaufställe nicht einhält, kann bei uns nur "ungenügend" abschneiden. Auch für die deutschen Marktüberwachungsbehörden hat diese Norm eine besondere Bedeutung, Laufställe dürfen die darin definierten Sicherheitsanforderungen nicht unterschreiten - ob sie in diesem Fall als "nicht verkehrsfähig" eingestuft werden, konnte man uns aber nicht sagen.

So haben wir getestet

Gefährlicher Ausbruch: Bei einer Zugkraft von 250 Newton brach der Stab des Roba-Laufgitters durch.