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13 Kinderhalbschuhe im Test

Geht nicht

ÖKO-TEST April 2015 | Kategorie: Kinder und Familie | 27.03.2015

13 Kinderhalbschuhe im Test

Das ist gar nicht gut gelaufen: In allen untersuchten Kinderhalbschuhen stecken Schadstoffe in rauen Mengen. Die Billigheimer fielen auch noch im Praxistest unangenehm auf: Beim C & A-Sneaker für 15 Euro brach nach kurzer Belastung die Laufsohle, der Anbieter nahm das Modell daraufhin aus dem Sortiment.

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Schaut man sich in den Schuhgeschäften um, beherrscht der Sneaker mittlerweile auch die Regale, in denen die Modelle in den Schuhgrößen 27 bis 30 untergebracht sind. Der Sportschuh als Straßenschuh: Schon von klein auf lässt sich damit lässig über den Asphalt schleichen (to sneak = schleichen).

Gummi, Weichkunststoff und Textilanteile machen den Sneaker bequemer als den hartledernen Halbschuh aus jenen Zeiten, als der Sonntagsspaziergang zwingend mit ordentlichem Schuhwerk absolviert werden musste. Und weniger Leder klingt auch erstmal nicht schlecht: Denn damit aus einem Stück Tierhaut Ober- oder Innenleder für einen Schuh werden kann, müssen Hersteller das Rohmaterial konservieren, gerben, färben und auch noch wetterfest ausrüsten. Dafür setzen sie jede Menge Chemikalien ein.

Aber auch Textilanteile müssen gefärbt, Kunststoffanteile mit Weichmachern elastisch, Gummisohlen mit vielleicht lösemittelhaltigem Kleber am Schuh fixiert werden. Und so stehen am Ende der Produktion Schadstoffbomben in den Regalen. So zeigen es leider immer wieder die Schuhtests von ÖKO-TEST aus den vergangenen Jahrzehnten.

Dass während der Schuhproduktion jede Menge problematische Chemikalien zum Einsatz kommen, wissen natürlich auch die Experten der Europäischen Kommission. So ist das Siegel EU Ecolabel ein Garant dafür, dass etwa kein hochgiftiges Chrom VI enthalten sein darf. Ebenfalls verboten sind Arsen, Cadmium und Blei. Der Formaldehydgehalt in Leder ist beschränkt, einige Phthalate komplett verboten. Doch leider fehlen wichtige Kriterien, die weitere problematische Inhaltsstoffe in Lederprodukten reglementieren. Dazu gehören zum Beispiel Chlorkresole.

Auch die Schuhindustrie bemüht sich. Es gibt Selbstverpflichtungen wie etwa vom Anbieter Pololo. Der verzichtet auf die problematische Chromgerbung und gerbt stattdessen pflanzlich. Innerhalb des Deutschen Schuhinstituts (DSI) beschäftigt sich die CADS - die "Cooperation at DSI" - damit, Mindestanforderungen für die Verwendung von bedenklichen Substanzen zu formulieren. Mehr als 60 Hersteller und Zulieferer der Schuhindustrie sowie Handelsunternehmen der Textil- und Schuhbranche gehören zur Vereinigung. Auch wenn die CADS-Anforderungswerte oft wenig ambitioniert sind - der gesetzliche Grenzwert von 30 mg/kg für aromatische Amine aus Azo-Farbstoffen soll gerade mal um ein Drittel unterschritten werden -, sind solche Kooperationen wichtig, um die Hersteller für das Thema Schadstoffe in Schuhen zu sensibilisieren.

Wie weit der Weg zu einem weitgehend schadstofffreien Schuh noch ist, zeigt der Test Kinderhalbschuhe. Wir haben 13 Modelle in den Größen 27 bis 30 eingekauft und zu intensiven Schadstoff- und Praxisprüfungen in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Sie können es (immer noch) nicht. Was die meisten Hersteller Eltern für die Füße ihrer Kinder anbieten, ist schlicht schlecht. Zwölf Mal lautet das Testergebnis "mangelhaft", nur ein Modell ist "befri...


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Auf der Suche nach dem klassischen Halbschuh für Kindergartenkinder haben wir vor allem Sneaker im Angebot gefunden. Entsprechend sportlich kommt unsere Produktauswahl daher. Wir haben Schuhe für Mädchen, für Jungen und Unisexmodelle ausgewählt. Der günstigste Schuh kostet 15, der teuerste 94,95 Euro.

Die Praxisprüfung

Über Stock und Stein und auch mal als Bremse beim Fahrrad fahren und Rollern: Kinder verlangen ihren Schuhe alles ab. Warum sollten wir es anders machen? Im Labor ließen wir die Laufsohlen 30.000-mal biegen. Da auch Kinder in spitze Steine oder Scherben treten, interessierte uns, ob ein kleines Loch unter Dehnung zum gigantischen Riss mutiert. Deshalb haben die Tester ein kleines Loch in die Laufsohlen gestochen und die Sohlen anschließend in die Dauerbiegeprüfung geschickt. Auch wollten wir wissen, ob angeklebte Laufsohlen am Schuh haften, wenn mit Kraft an der Sohlenspitze gerissen wird. Mindestens so ärgerlich wie eine sich lösende Schuhsohle: bunte Schuhe, die auf weiße Söckchen abfärben. Das Praxislabor führte eine umfangreiche Reibprüfung trocken und nass durch. Und natürlich sollte die angegebene Schuhgröße auch der tatsächlichen entsprechen. Wir haben für Sie nachmessen lassen.

Die Inhaltsstoffe

Schuhe bestehen aus verschiedenen Materialien. Für die beauftragten Labore heißt das: jede Menge Arbeit. So kann Leder das krebserregende Chrom VI enthalten, das sich aus den für die Chromgerbung benutzten Chromsalzen bilden kann. Auch Konservierungsmittel wie Formaldehyd, Chlorkresol oder Isothiazolinone stecken häufig im Leder. Kunststoffbestandteile im Schuh können so schön elastisch sein, weil hormonwirksame Phthalate oder mit krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen verunreinigte Weichmacheröle drinstecken. Außerdem zeigt die Erfahrung von ÖKO-TEST: Wo bunte Farben kräftig leuchten, sind leider auch immer wieder krebserregende Farbbausteine nicht weit. All das ließen wir in den Materialien, die nah am Fuß sind, untersuchen, nicht aber in den Laufsohlen.

Die Bewertung

Schuhe von Kindergartenkindern absolvieren einen Dauerhärtetest auf Spielplätzen, Asphalt, Bäumen und in Pfützen. Daher geht das Testergebnis Praxisprüfung zu 60 Prozent in das Gesamturteil ein. Das Testergebnis Inhaltsstoffe macht 40 Prozent aus, da - anders als in Sandalen - Socken getragen werden, die direkten Hautkontakt zum (belasteten) Material verhindern. Wichtig ist uns aber, dass sich die Schadstoffbelastung in Grenzen hält. Daher kann ein Schuh, dessen Testergebnis Inhaltsstoffe "ungenügend" ausfällt, im Gesamturteil nicht besser als mit "mangelhaft" abschneiden.

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