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16 Frischhaltefolien im Test

ÖKO-TEST März 2012
vom 24.02.2012

Frischhaltefolie

Alles klar!

Ob fertig dekorierte Wurstplatten, Pausenbrote oder Kuchenreste: Frischhaltefolie hält's frisch. Die meisten Testprodukte kommen dabei ohne Schadstoffe aus. Bei der Suche nach einer Folie, die sich auch noch so richtig gut abrollen und -reißen lässt, sind wir leider nur auf ein Modell aus weichmacherhaltigem PVDC gestoßen - das ist keine Alternative.

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24.02.2012 | Das Verhältnis zur Frischhaltefolie ist bei den meisten Menschen vor allem eins: leidenschaftslos. Bemerkbar macht sich die viel verwendete Küchenhelferin eigentlich nur, wenn sie sich mal wieder weigert, an der gewünschten Stelle zu reißen, wenn sie nicht an der Plastikschüssel kleben will - oder die Rolle schon wieder aufgebraucht ist. So ganz ohne? Geht natürlich, ist aber vielen zu unbequem.

Frischhaltefolie sorgt dafür, dass Lebensmittel länger appetitlich bleiben, nicht so schnell austrocknen. Die dünne Kunststoffschicht hält auch Keime und Bakterien ab, doch diese sollten in einem ordentlich gekühlten Kühlschrank eh kein Problem sein. Hermetisch abgeschlossen ist das Eingepackte aber nicht: Die Haushaltsfolie aus Polyethylen lässt zwar keine Feuchtigkeit passieren, aber Sauerstoff. Für Obst, Gemüse und Hartkäse ist das günstig. Wurst hingegen tut eine luftdichte Verpackung gut - manche Wurstsorten verfärben sich unter Sauerstoff leicht gräulich.

Für den Hausgebrauch, bei dem man die Lebensmittel eh nur kurz mal mit Frischhaltefolie im Kühlschrank zwischenlagert, spielt das eine untergeordnete Rolle. Die Industrie hingegen greift gerne auf Verpackungen zurück, die dank hauchdünner PVDC-Beschichtung weder Sauerstoff noch Wasserdampf durchlassen. Kommt dann noch eine spezielle Gasmischung im Packungsinnern dazu - "unter Schutzatmosphäre abgepackt" - dann halten die Käse- und Wurstscheiben auch gleich doppelt so lange, Fleisch behält länger seine rote Farbe. Spätestens zu Hause aber, wenn die Verpackung einmal geöffnet wurde, ist diese Wirkung natürlich hin.

Die herkömmliche Frischhaltefolie besteht aus Polyethylen, kurz PE, einem der wichtigsten Kunststoffe weltweit. Sein größter Vorteil: Er kommt ohne Weichmacher aus.

Der Ausgangsstoff Ethylen wird aus Erdöl hergestellt. Das heißt: Recycling lohnt sich. Nur meistens kommt es bei Frischhaltefolien gar nicht erst dazu. Denn da es sich hier um Produkte und nicht um Verpackungen mit dem Grünen Punkt handelt, gehört die Frischhaltefolie streng genommen in den Restmüll. Und der wird verbrannt.

Wenn Verbraucher auf ihrer Folie die Info "PE ist recycelbar" finden, dann ist das demnach nicht falsch - nur muss man sich dafür in sozialem Ungehorsam üben und die Folie in den Gelben Sack, zum Grünen-Punkt-Müll, stecken. "Intelligente Fehlwürfe" wird das im Fachjargon genannt. Sollte in Zukunft die Wertstofftonne eingeführt werden, so kann man die Folie ganz offiziell dort entsorgen. Doch bis dahin müssen noch einige gesetzliche Hürden genommen werden.

Seit ihrer Einführung in den Sechzigerjahren hat die Toppits Frischhaltefolie - damals hieß sie noch "Melitta" - jede Menge Konkurrenz bekommen. Jeder Discounter, jede Supermarkt- oder Drogeriekette führt inzwischen ihr eigenes Produkt. 50 Meter sind ab 63 Cent zu haben. Wir haben 16 Folien eingekauft, um zu testen, ob sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Um ein für alle Mal zu klären, ob es tatsächlich Folien gibt, die sich besser abrol

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Die ÖKO-TEST-Einkäufer waren in großen Lebensmittelmärkten, Discountern und Drogeriemärkten unterwegs und haben neben dem Klassiker von Toppits weitere 15 Produkte eingekauft - Bio-Frischhaltefolie auf Basis nachwachsender Rohstoffe suchten sie hier allerdings vergeblich. Interessiert hat uns auch, welche Folien an den SB-Frischetheken in Supermärkten verwendet werden, um Käse einzupacken.

Die Inhaltsstoffe
Herkömmliche Frischhaltefolien bestehen in der Regel aus Polyethylen, bei dessen Herstellung keine Weichmacher nötig sind. Es gibt aber hier und da noch Folien auf Basis von PVC beziehungsweise dem verwandten PVDC - vor allem im Profibereich, das heißt an der Frischetheke im Supermarkt. Die Labore prüften für uns, wo PVC/PVDC oder andere chlorierte Kunststoffe im Spiel sind. Bei den Haushaltsfolien wollten wir wissen, ob nicht doch mit Zusätzen gearbeitet wird, seien es Weichmacher, UV- und Hitzestabilisatoren oder Flammschutzmittel. Auch auf antibakterielle Wirkstoffe und problematische phosphororganische Verbindungen, die aus dem Herstellungsprozess zurückgeblieben sein können, ließen wir zur Sicherheit prüfen. Bei den Käseproben nahm sich das Labor Verpackung und Inhalt getrennt vor, um zu klären, welche Weichmacher in der Folie stecken und was davon womöglich in den Käse übergegangen ist.

Die Handhabung
Gibt es Folien, die sich besser abreißen lassen als andere? Um diese Frage zu klären, ließen wir fünf Probanden die Folien in der Praxis testen. Sie bewerteten auch, wie gut die Umverpackungen konstruiert sind. Die Frage, wie gut eine Folie haftet oder nicht, haben wir uns gespart: Das hängt vor allem davon ab, wie glatt und aus welchem Material der Untergrund ist.

Die Bewertung
Wenn man mal ein Stück Folie braucht, soll's bitte möglichst ohne größere Komplikationen vonstattengehen. Doch was nutzt einem die guten Handhabung, wenn Schadstoffe in der Folie stecken? Wer will schon sein Essen mit problematischen Stoffen umwickeln? Oder, auch das soll's geben, zur Celluliteabwehr die Oberschenkel? Deshalb sind beide Testergebnisse -Handhabung wie Inhaltsstoffe - ausschlaggebend für das Gesamturteil.

So haben wir getestet

Das Öffnen des Kartons kann bisweilen eine üble Fummelei sein.