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5 Fitnessstudios im Test

Bad und WC sind gar nicht o.k.

ÖKO-TEST Januar 2009 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 02.01.2009

5 Fitnessstudios im Test

Millionen Bundesbürger trainieren in Fitnessstudios. Vier Freiwillige suchten für ÖKO-TEST ausgewählte Studios der fünf größten Anbieter auf - und erlebten Erstaunliches.

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Körperliche Fitness, Abbau von Stress oder Aufbau von Muskeln, soziale Kontakte oder ein paar Pfunde zu viel: Motive gibt es zuhauf, warum rund 5,5 Millionen Menschen hierzulande ein Fitnessstudio aufsuchen. Durchschnittlich 565 Euro lassen sie sich den Spaß alljährlich kosten.

Einige Ketten sind bundesweit präsent. Vorneweg sind dies McFit und die Fitness Company, die sich 2008 in First Fitness Germany umbenannt hat, sowie die nach dem Franchiseprinzip arbeitenden Studios von Mrs.Sporty, Kieser Training und Injoy. Diese fünf Ketten betreiben allein in Deutschland derzeit rund 700 Anlagen, in denen sich gut 1,5 Millionen Mitglieder austoben.

Jede Kette hat ihre eigene Klientel. Mit einem speziell und ausschließlich auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnittenen Sport- und Ernährungskonzept empfiehlt sich Mrs.Sporty. Hinter dem erst 2005 vorgestellten Franchiseunternehmen steckt die Tennisspielerin Stefanie Graf: "Dass Frauen mehr Sport treiben - das ist meine Herzensangelegenheit."

Frau Graf war noch nicht geboren, als der Schweizer Werner Kieser 1967 sein Unternehmen gründete: Präventives und therapeutisches Krafttraining nach dem Motto "Ein starker Rücken kennt keine Schmerzen" und "Der Mensch wächst am Widerstand". Ganz anders Injoy. Die Studios werben "Für ein besseres Leben. Fitness, Gesundheit und ein gutes Gefühl" und positionieren sich im Premiumsegment der Fitnessclubs.

Demgegenüber McFit, der Discounter unter den Fitnessstudios, dessen Hallen rund um die Uhr geöffnet sind. "Einfach gut aussehen", heißt es hier, wo laut Homepage auch Mr. Germany 2007 trainiert. "Making the world a fitter place", verspricht die Fitness Company mit ihren verschiedenen Clubkategorien: von den Lifestyle Clubs als Standard bis hin zu den Premium Health Clubs.

Doch was erwartet Neukunden nun tatsächlich in den Gesundheitstempeln? Das lässt sich nur mit verdeckt arbeitenden Studiotestern ermitteln. Im Auftrag von ÖKO-TEST hat daher die Abteilung Sportmedizin des Instituts für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt vier Freiwillige mit spezifischen Beschwerden und Anliegen in jeweils drei Studios der fünf größten Ketten geschickt. So kamen 35 verschiedene Studios zusammen, die Mehrzahl von ihnen im Rhein-Main-Gebiet. Wir wollten wissen, wie individuell sind Trainingspläne und Betreuung? Dazu haben die Probanden ihre Erfahrungen in standardisierten Prüfbögen festgehalten. Ihre Trainingspläne beziehungsweise das durchgeführte Probetraining wurden von Experten ausgewertet.

Das Testergebnis

Die Studios sind nicht in Bestform: Keine Kette verdient sich die Note "sehr gut". McFit und Injoy erreichen gerade noch ein "gut". Die Fitness Company erhält nur ein "ausreichend", da unsere Tester über die Vertragsbedingungen gestolpert sind. Am wenigsten überzeugt Mrs.Sporty - dort gibt es in einigen Studios nicht einmal Duschen! Kieser Training hat kein Gesamturteil erhalten, da es sich vom Konzept her um rein präventives und therapeutisches Krafttraining zum Muskelaufbau handelt.

Die Preise variieren von 16,90 Euro pro Monat bei McFit bis zu fast 100 Euro in den Premium Clubs der Fitness-Company, welche zudem neben der Aufnahme- noch eine Verwaltungsgebühr erhebt. Überhaupt fühlten sich drei unserer vier Testpersonen von der Fitness Company über den Tisch gezogen: Obwohl sie nur für einen Monat trainieren und bezahlen wollten, wurden ihnen zwei Monatsbeiträge abgebucht. Die Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind hier unklar formuliert. Dafür gibt es die Quittung: Das Gesamturteil wird um eine Note nach unten korrigiert.

Nicht nur, um die korrekte Ausführung der Übungen zu kontrollieren, sollte über die gesamte Öffnungszeit Trainingspersonal anwesend sein. Dies ist jedoch nur bei Mrs.Sporty und Kieser Training sowie in einzelnen Injoy-Studios der Fall. McFit hat zwar rund um die Uhr geöffnet, Trainer sind aber nur zwischen acht und 22 Uhr vor Ort.

Den besten Eindruck hinsichtlich Probetraining, Betreuung und Anamnese hinterließen bei unseren Probanden die Kieser-Studios. Die Trainer nahmen sich Zeit, erklärten verständlich, kontrollierten und korrigierten gut. Bei McFit war häufig nur ein Trainer im Dienst, der sich gleichzeitig aber auch noch ums Telefon kümmern musste. Am unangenehmsten fiel die Fitness Company auf, ganz besonders das Studio in der Frankfurter Innenstadt, Zeil 109: Statt gesundheitliche Probleme oder Trainingsziele zu erfragen, drängte man unsere Testpersonen, gleich zu unterschreiben: "Ohne Vertrag kein Probetraining". Der Gipfel: Obgleich unser Tester telefonisch ein Probetraining vereinbart hatte, wurde er nicht begleitet.

Ein großes Problem der Studios: Sie schneiden Probetraining und Trainingsplan häufig nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zu. Noch am besten gelingt dies McFit, am unteren Ende der Skala dümpelt Mrs.Sporty. Gut gefallen hat uns bei McFit, dass Aufwärmen, Cool-down und Dehnprogramm immer dazugehören. Auf- und Abwärmen fehlen bei Mrs.Sporty und Kieser. Zwar hält Kieser ein allgemeines Aufwärmen bei seiner Art des Krafttrainings für entbehrlich, da der Muskel bei jeder Übung lokal aufgewärmt werde. Unsere Experten sehen dies jedoch anders: So ist ein Aufwärmen, zum Beispiel auf einem Ergometer, schon deshalb sinnvoll, weil es Muskeln besser durchblutet, Verspannungen löst und Gelenke besser "schmiert".

Am schwierigsten haben sich alle Studios mit unserem Leistungssportler getan. Ein wirklich überzeugendes Trainingsangebot zum Ausgleich oder zur Ergänzung seines Fußballtrainings gab es nirgends.

Recht positiv fielen die Studios bei unserer Testerin mit der Bandscheibenvorwölbung auf. Positiv: Die Kieser-Geräte sind so konstruiert, dass sie beim Trainieren kaum Ausweich- und damit falsche Bewegungen zulassen. Und man muss sich zum Einstellen nicht bücken. Den Tiefpunkt setzte das Mrs.Sporty-Studio in Frankfurt auf der Berger Straße: Die anwesende Trainerin hatte keine Ahnung von einer Bandscheibenvorwölbung und konnte auch im Training nicht darauf eingehen.

Mangels Ausdauergeräten ist alleiniges Kieser Training für Übergewichtige nicht der richtige Weg. In zwei Studios wies man unsere Probandin immerhin darauf hin, dass sie zum Abnehmen zusätzliches Ausdauertraining benötige.

In ihrer Ausstattung unterscheiden sich die Studios erheblich. Geradezu unterirdisch: Mrs.Sporty-Studios sind häufig nicht mit einer Dusche ausgestattet. Und bei Mrs.Sporty in Hofheim nutzt man derzeit noch die Toiletten des Kaufhauses, in dem das Studio residiert. Derartige Räumlichkeiten bewerten wir mit "ungenügend".

Das Zirkeltraining von Mrs.Sporty sieht keine Kardiogeräte vor. Insgesamt gut mit Kardio- und sonstigen Geräten ausgestattet sind die Studios der Fitness Company. Ruderergometer und Laufband sind aufgrund der Rücken- und Gelenkbelastung und der möglichen Pressatmung bei Kraftanstrengung (auf dem Ruderergometer) nicht für jeden geeignete Ausdauergeräte.

Unsere Probanden

Unter hohem Blutdruck leidet unsere 74-jährige Probandin. Sie erfreut sich ansonsten aber bester Gesundheit. 30 bis 40 Kilometer Nordic Walking und einmal Rückenschule stehen auf ihrem Wochenplan.

Mit Übergewicht ging unsere zweite Kandidatin, eine 53 Jahre alte Krankenschwester in die Studios. Berufsbedingt kommen Rückenprobleme dazu.

Eine 23-jährige Sportstudentin kannte Rückenprobleme zwar aus eigener Erfahrung, ihre Bandscheibenvorwölbung war aber nur gespielt. Zum Glück: Denn die eine oder andere Übung, die man ihr angedeihen ließ, wären Gift für eine kranke Lendenwirbelsäule gewesen.

Als Leistungssportler komplettierte ein 26 Jahre alter Sportstudent und Krafttrainer die Runde. Er spielt Fußball und trainiert dreimal pro Woche. Zu Mrs.Sporty ging für ihn eine Fußballerin, 30 Jahre alt und in der Werbebranche tätig. Beide suchten in den Studios Ausgleich und Unterstützung zum Fußballtraining.

McFit

Der Discounter unter den Fitnessstudios: Rund um die Uhr geöffnet, Parkplätze vorm Haus. Mit monatlichen Beiträgen ab 16,90 Euro preiswertester Anbieter, allerdings kostet jedes Duschen 0,50 Euro extra. Häufig ist nur ein Trainer im Dienst, der gleichzeitig für Probetraining, sonstige Betreuung auf der Trainingsfläche und Telefon zuständig ist. Es gibt kein Wellnessangebot.

Als "zu laut" empfand unsere ältere Teilnehmerin mit Bluthochdruck die von ihr aufgesuchten McFit-Studios. Während sich die Trainer in Frankfurt und Darmstadt Zeit für sie nahmen und ihr bei Pressatmung zu einer Pause rieten, leitete die Trainerin in Wiesbaden zeitgleich noch ein zweites Probetraining.

Ernährungsinfos erhielt unsere Übergewichtige per Computer. Positiv: Die Trainingspläne sehen Aufwärmen und Cool-down mit Dehnübungen vor, einen großen Ausdaueranteil, der standardisiert entweder auf Fettabbau oder Kreislauftraining zielt, und ein Krafttraining mit vielen Wiederholungen und kleinen Gewichten.

Mehrfaches Fehlbücken unserer Bandscheibenprobandin wurde in den Studios in Darmstadt, Frankfurt und Mainz ignoriert. Im Mainzer Studio war der Trainer aber in der Lage, unserer Testerin für den Rücken spezifische Übungen aus der Sporttherapie zu zeigen.

Nach Auffassung unseres Leistungssportlers sind die McFit-Studios vor allem etwas für junge und gesunde Menschen, die über Erfahrung in Fitnessstudios verfügen.

Fazit: Wo an Personal gespart wird, lassen sich Kosten senken. Fehlende Trainer werden zwar via Terminals durch ein computergesteuertes Übungsleitsystem ersetzt, doch bleiben Korrekturen an den Geräten dabei auf der Strecke. Ein Kursangebot fehlt.

Kieser Training

Zur spartanischen Einrichtung der Kieser-Training-Studios gehört auch der Verzicht auf Laufbänder, Crosstrainer, Fahrradergometer und andere Kardiogeräte. Es gibt kein Aufwärmprogramm, kein Cool-down und kein Kursangebot. Kieser Training empfiehlt, nicht öfter als ein bis zweimal in der Woche jeweils etwa 30 Minuten zu trainieren.

Unsere Bluthochdruckpatientin fühlte sich in allen drei Kieser-Training-Studios freundlich aufgenommen und gut aufgehoben. Die Trainer nahmen sich ausreichend Zeit für sie, schauten auch genau hin und rieten zur Pause, wenn sie in Pressatmung verfiel. Im Hinblick auf einen zu hohen Blutdruck ist der Verzicht auf ein allgemeines Herz-Kreislauf-Training allerdings negativ anzumerken.

Übergewicht ist nicht unbedingt eine Spezialität von Kieser Training. Hier sollte das Training einen hohen Ausdaueranteil beinhalten, um den Kalorienverbrauch zu erhöhen. Doch bei Kieser Training gibt es keinen Kardiobereich.

Punkten kann Kieser Training bei Rückenproblemen: Stärkung von Rücken- und Bauchmuskulatur, besonderes Augenmerk auf die Körperhaltung, ein Ganzkörpertraining großer Muskelgruppen. Die Geräte wirken durchdacht: Man muss sich zum Einstellen nicht bücken, außerdem lassen sie kaum Ausweichbewegungen zu, was zum Beispiel unangenehme Drehungen in der Lendenwirbelsäule vermeidet.

Für unseren Leistungssportler, einen Fußballer, entpuppte sich Kieser Training nicht als Offenbarung. Das Training war nicht sportartspezifisch.

Fazit: Wer Rückenschmerzen vorbeugen will, ist bei Kieser Training sicherlich gut aufgehoben: Die Betreuung ist kompetent, die Geräte lassen nur wenig Fehler zu, Check-ups sind möglich, aber kostenpflichtig. Rückenschmerzen haben jedoch vielerlei Ursachen, die zum Teil komplett unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern. Zu hoffen, dass Kieser Training allein jedes Rückenproblem löst, ist also falsch. Ein Manko sind die fehlenden Kardiogeräte, das fehlende Dehnen und das fehlende Kursangebot. Mit dem eher sterilen Ambiente muss man sich arrangieren.

Injoy

Injoy verspricht ein ganzheitliches Konzept. Im Mittelpunkt steht ein Zirkeltraining mit integrierten Kardioübungen. Dabei gibt eine Wassersäule die jeweilige Serienzeit vor. Die Geräte werden mittels persönlicher Chipkarte automatisch auf den Trainierenden eingestellt. Eigene Getränkeflaschen dürfen nicht mitgebracht werden.

Unsere Probandin mit Bluthochdruck empfand die Zeitvorgabe als "stressig". Das Thema Sauna behandelten die drei von ihr aufgesuchten Studios höchst unterschiedlich. Eppertshausen: Sauna ja, aber in Absprache mit dem Arzt. Weilburg: Sauna nein. Lauterbach: Sauna ja, aber nur eine "leichte" - was immer das sein mag.

Punkten konnten die Injoy-Studios bei unserer übergewichtigen Probandin. Kompetente Trainer, Ernährungsberatung inklusive eines für sechs Wochen begleiteten Kurses, der allerdings nur bei Abschluss eines Zweijahresvertrages kostenlos ist.

Unserer Testerin mit den Bandscheibenproblemen schaute man in den Injoy-Studios zu wenig auf den Rücken: Die Körperhaltung wird praktisch nicht korrigiert, das Bücken beim Training nur wenig beachtet.

Als Leistungssportler hat man es auch bei Injoy schwer. In Lauterbach gab es nur ein standardisiertes, aber nicht sportartspezifisches Trainingsprogramm. In Weilburg fehlten Aufwärmen und Dehnen, dafür gab es aber eine Führung durchs komplette Studio und eine Kontrolle der Belastung über den Puls.

Fazit: Injoy-Studios fallen durch eine angenehme Atmosphäre, kompetente Eingangsuntersuchungen und Ernährungsberatungen sowie eine gute und vielseitige Geräteausstattung und ein umfangreiches Kursangebot auf. Demgegenüber stehen vergleichsweise teure, langfristige Verträge und der Zwang, eine Trinkflasche im Studio zu kaufen.

Fitness Company

Die Fitness Company, die sich neuerdings Fitness First nennt, bietet vier verschiedene Kategorien an: Lifestyle Clubs, Ladies Clubs, Business Health Clubs und Premium Health Clubs. Letztere versprechen vor allem Exklusivität durch ihre Lage, Pools oder eine "atemberaubende Aussicht". Unsere Testpersonen suchten fünf verschiedene Lifestyle Clubs auf.

Obgleich unsere Bluthochdruckprobandin im Frankfurter Studio auf der Zeil 109 telefonisch einen Termin für ein Probetraining ausgemacht hatte, wurde ihr kein Trainer zur Verfügung gestellt. Stattdessen hieß es: "Ohne Vertrag kein Probetraining." Ganz anders ging es ein paar Hausnummern weiter zu, im Studio auf der Zeil 72-82: gute Einführung und Betreuung, gut reagiert bei Pressatmung und Rundrücken.

Ähnliche Erfahrungen machte unsere übergewichtige Testperson: Im Studio in Dreieich wurde sie beim Probetraining trotz Termin nicht begleitet.

Auch unserer Frau mit der Bandscheibenvorwölbung erging es nicht besser: War ein Trainer zum Probetraining da, hatte die Einheit eine gute Qualität. Allerdings lässt man Neulinge auch gerne mal unbegleitet trainieren - was nicht sein kann, da die Übungen ohne Vorwissen nicht korrekt ausgeführt werden können.

Das musste auch unser Leistungssportler erfahren: Auf der Zeil gibt es ohne Vertrag kein Probetraining. Immerhin wies man unsere Testperson in Dreieich und in Eckenheim darauf hin, dass er nur einen Standard- und keinen spezifischen Trainingsplan bekommen würde - es sei denn, er buche einen Personal Trainer. Der koste ab 50 Euro pro Stunde aufwärts.

Fazit: Anders als die anderen Ketten im Test wollte uns Fitness First keinen Mustervertrag zuschicken. Nur einen Monat zu trainieren, geht nicht: Ein monatlich kündbarer Vertrag erstreckt sich inklusive Kündigungsfrist von vier Wochen auf zwei Monate. Auffällig war ein penetrantes Drängen auf Vertragsabschluss. Positiv anzumerken sind das vielseitige Kursangebot, die großen Kardio- und Wellnessbereiche.

Mrs.Sporty

Das Zirkeltraining steht im Mittelpunkt der Mrs.Sporty-Studios. Hier trainieren ausschließlich Frauen. Auf Wunsch gibt es auch ein Ernährungskonzept. Um den zeitlichen Aufwand so gering wie möglich zu halten, verzichtet der Anbieter nach eigenen Angaben "bewusst auf Saunalandschaften und auch auf Duschen".

"Zirkeltraining ist gut und schön", resümiert unsere Bluthochdruckpatientin, doch es geht zu schnell. Tatsächlich werden die Frauen per Bandansage zum Gerätewechsel aufgefordert. Gerade Neulingen und älteren Teilnehmerinnen bleibt so kaum Zeit, die Übungen sauber durchzuführen, beim Stationswechsel wird es stressig. Unangenehm fielen die Enge und die Lautstärke in einigen Studios auf.

Nicht viel besser erging es unserer übergewichtigen Probandin in der Frankfurter Berger Straße: Sie wurde von einer Auszubildenden eingewiesen, die später hinzugetretene Trainerin stellte sich nicht vor, überhaupt wurde nur sehr wenig kontrolliert. Anders in Hofheim und in Bad Soden: Hier korrigierte der Trainer orthopädische Probleme wie den Rund­rücken bei jeder Übung, die Mitarbeiter waren freundlich, kompetent und motivierend. Schwitzen sollte man in diesen beiden Studios nicht: Es gibt keine Duschmöglichkeiten und in Hofheim muss man zum Pinkeln ins Kaufhaus nebendran gehen!

Auch unserer Bandscheibenprobandin fiel das Mrs.Sporty-Studio in der Berger Straße in Frankfurt unangenehm auf: Obgleich sie die einzige Kundin war, war die Trainerin gelangweilt und mehr mit sich selbst als mit der Betreuung beschäftigt. Das Studio in Darmstadt zeichnete sich zwar durch eine abwechslungsreiche Übungsgestaltung aus, allerdings wurden orthopädische Probleme nicht erkannt. Duschen sind auch in Darmstadt Fehlanzeige.

Unseren Fußballer konnten wir aus naheliegenden Gründen nicht in die Fitnesstempel der Frau Graf schicken. Wir wechselten für ihn eine Fußballerin ein. Ihr fielen die fehlenden Kardiogeräte auf und dass es weder Auf- noch Abwärmen gibt. Auch sie erlebte große Unterschiede im Umgang des Personals mit den Kunden.

Fazit: Bei Mrs.Sporty liegen Glück und Pech nah beieinander. Gesundheitsvorträge und Ernährungsberatung gehören zum Konzept. Es gibt allerdings kaum Kurse, keine Kardiogeräte und in vielen Studios keine Möglichkeit zu duschen. Das Zirkeltraining mit vorgegebenen Wechseln ist gewöhnungsbedürftig, erlaubt jedoch, innerhalb der vorgesehenen 30 Minuten das Trainingspensum zu absolvieren.

Das passende Fitnessstudio

Termin für Probetraining vereinbaren. Trainer sollte

anwesend sein und sich Zeit nehmen,

Ihre Vorgeschichte erheben,

nach Erkrankungen fragen,

nach Ihren Trainingszielen fragen,

Eingangstest durchführen,

Sie umfassend in die Geräte einweisen,

seinen Ausbildungsstand preisgeben (im Idealfall ein Hochschulstudium Sport/Sportwissenschaften abgeschlossen haben, Physiotherapeut oder Krankengymnast sein).

Den Vertrag sorgfältig - auch das Kleingedruckte - lesen.

Kündigungsfristen prüfen, nach Vertragsunterbrechungen bei Krankheit, Schwangerschaft etc. fragen.

Laufzeiten und Verlängerungen checken.

Die Trainingsgeräte sollten

individuell einstellbar sein,

in ausreichender Zahl vorhanden sein, auch in den Stoßzeiten (nach Feierabend),

in Kraft- und Ausdauerbereich getrennt sein,

in gutem Zustand sein (TÜV-Plakette),

sich dort befinden, wo sie hingehören (Ordnung).

Weitere Ausstattung:

Werden Kurse angeboten (Aerobic, Gymnastik, Yoga etc.)?

Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Frauen und Männer?

Sauna, Schwimmbecken vorhanden?

Wie sehen Duschen und Umkleideräume aus?

Ersten Eindruck wirken lassen:

Wie ist die Atmosphäre?

Welchen Eindruck machen die Angestellten?

Dröhnt laute Musik?

Erreichbarkeit:

Gibt es genügend Parkplätze?

Ist das Studio mit Bus und Bahn erreichbar?

Qualitätssiegel für Fitnessstudios

Versprechungen sind eine Sache, die Realität aber oft eine andere. Die Qualität der Studios kann sich erheblich unterscheiden. Daran ändern auch Auszeichnungen nichts, mit denen sich die Studios schmücken. "Eine Inflation von Gütesiegeln" beklagt zum Beispiel Professor Klaus Völker, Sportmediziner an der Universität Münster. Zwar gebe es seriöse Anbieter, andere arbeiteten jedoch nur oberflächlich. Völker wünscht sich Schweizer Verhältnisse: Dort ist auf Druck der Krankenversicherer Qualitop entstanden. Diese unabhängige und neutrale Institution garantiere aufgrund ihres Kriterienkataloges gewisse Qualitätsstandards.

In Deutschland noch am weitesten verbreitet sind das TÜV-Fitness-Siegel des TÜV Rheinland und das Prae-Fit-Qualitätssiegel der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit, Fitness und Wellness, hinter der für die Arbeitgeber der Deutsche Sportstudio Verband (DSSV) und für die Arbeitnehmer der Deutsche Fitness- und Aerobicverband (DFAV) und die Deutsche Fitnesslehrer Vereinigung (DFLV) stehen. Erfasst werden unter anderem Trainingsbetreuung, Qualität des Trainerpersonals, Kurs- und Gruppenangebote und Sauberkeit.

Doch ein einmal vergebenes Qualitätssiegel garantiert noch keine kontinuierliche Qualitätssicherung. So gibt es einen vorher vereinbarten Vor-Ort-Termin, an dem die Prüfer das Studio in Augenschein nehmen. Folglich wird der Studioinhaber Personal und Einrichtung für den Stichtag auf Vordermann bringen, was aber mit dem Studioalltag kaum etwas zu tun hat.

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