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20 Smoothies im Test

Ananas - wo ist denn das?

ÖKO-TEST Oktober 2010 | Kategorie: Essen und Trinken | 24.09.2010

20 Smoothies im Test

100 Prozent Frucht: sonst nichts. Das versprechen die Hersteller von Smoothies. Doch tatsächlich steckt in vielen Produkten vor allem günstiger Apfelsaft, die hochwertigen Obstsorten kann man mit der Lupe suchen.

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In vielen Familien entbrennt immer wieder ein kleiner Machtkampf um das Essen oder eben Nichtessen von ach so gesundem Obst und Gemüse. Kinder essen zu wenig davon. Schwarz auf weiß steht das im aktuellen deutschen Ernährungsbericht: Nur 19 Prozent der sechs- bis elfjährigen erreichen die empfohlene Obstmenge, die zwischen 200 und 250 Gramm täglich liegt. Im Mittel essen die Kinder zwischen 130 und 150 Gramm, je älter sie werden, je weniger. Noch geringer ist der Gemüseverzehr. Auch zehn Jahre 5-am-Tag-Kampagne konnten daran wenig ändern. Zwar weiß inzwischen jedes Kind, was der Ausdruck bedeutet: Man soll jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse essen! Doch Wissen und Tun, das sind eben zweierlei Paar Stiefel.

Die Kinder-Smoothies von Innocent sollen es Eltern leichter machen, ihre Kinder mit der täglichen Portion Obst zu versorgen. "Selbst ausgemachte Obstmuffel lassen sich schon mal für einen Smoothie begeistern", schwärmt Marketing-Manager Christian Stegmann. "Den brauchen die Kinder nicht zu kauen, nicht zu schälen, der Geschmack ist aus besonders süßen und ganz gemischten Früchten." Das Ganze kann cool aus dem Strohhalm geschlürft werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt dem Marketing-Manager recht: Ab und zu kann ein Smoothie eine Portion Obst ersetzen. Doch gleichzeitig nennt die Gesellschaft viele Gründe, warum frisches Obst noch besser ist. Es bringt viel mehr Volumen und damit eine schnellere Sättigung bei weniger Kalorien. Und die wichtigen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe sind im Original auch noch in vollem Umfang enthalten. Bei der Verarbeitung gehen sie ein Stück weit verloren.

Wir wollten wissen, ob Schadstoffe wie Schimmelpilzgifte oder Rückstände von Pestiziden in den Smoothies stecken, wie sie schmecken und ob sie wirklich so natürlich sind. Dafür haben wir 20 Produkte, ein gutes Viertel davon in Bio-Qualität, ausgewählt.

Das Testergebnis

Im Vergleich zu unserem Test im November 2007 sind Smoothies besser geworden. Zwei "sehr gute" Produkte setzen sich gegen ein großes Mittelfeld mit "guten" und einer "befriedigenden" Note durch. Ein Viertel der Marken sind nur "ausreichend" beziehungsweise "mangelhaft".

Je mehr Saft, desto weniger Nährstoffe stecken im Smoothie. Der Anteil sollte deshalb draufstehen

Je höher der Saftanteil, desto weniger Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe stecken im Smoothie, einfach deshalb, weil die Schalen nicht mitverarbeitet werden. Saftanteile von 50 Prozent und mehr bekommen deshalb Notenabzug. Hersteller, die die Angabe zum Fruchtsaftgehalt verweigerten, behandeln wir ebenso.

Fünf Produkte enthalten Konzentrate, die noch stärker verarbeitet und damit nährstoffärmer als Saft sind. Sie gehören nicht in einen empfehlenswerten Smoothie. Außerdem wird Fruchtsäften beim Konzentrieren das Aroma entzogen und muss anschließend wieder zugefügt werden. Im Mövenpick Frucht-Smoothie Mango-Papaya ist das nicht passiert. Weil beim Verkosten kein Prüfer die mengenmäßig größte Zutat von 30 Prozent Ananas herausschmeckte, ließen wir das Produkt auf sein Aromenspektrum überprüfen. Ergebnis: so gut wie kein Ananasaroma. Wir fragen uns, ob Mövenpick deshalb die Ananas vorsichtshalber auch nicht im Produktnamen erwähnt hat?

Kokos, Mango und Beeren im Produktnamen täuschen über die Hauptzutat Apfelsaft hinweg

Auch bei anderen Testteilnehmern spiegelt der Produktname nicht den Inhalt wider. Im Chiquita Just Fruit in a Bottle Kokos-Mango Smoothie lautet die erste Zutat Apfelsaft, die namensgebenden Zutaten machen aber nur 19 Prozent aus. Gleiches Spiel: Im Berry Tales 100 % Pure Fruit Smoothie Brombeere/Heidelbeere und im Enerbio Smoothie Red Berry ist die erste Zutat wieder Apfelsaft, die namensgebenden Früchte machen jeweils nur elf Prozent aus. Apfelsaft ist günstig und wenig geschmacksintensiv im Vergleich zu Mango oder Beeren und deshalb eine ideale und günstige Zutat. Im Namen verkauft werden aber die hochwertigen Beeren oder Exotikfrüchte. Immerhin kommen sie geschmacklich zur Geltung, weil sie sehr intensive Aromen enthalten.

In zwei Bio-Produkten stecken auffällige Rückstände von Pestiziden, die an der Qualität zweifeln lassen

Ausgerechnet zwei Bio-Produkte müssen wir wegen Pestizidrückständen abwerten. Im Grand Choice Handmade Smoothies Mango & Pfirsich fand das von uns beauftragte Labor gleich drei unterschiedliche Rückstände, wenn auch in kleiner Menge. Im Söbbeke Smoothie Kirsche Pfirsich fanden die Chemiker einen Rückstand über dem Bio-Orientierungswert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm. Ein pikanter Zufall: Auch die Rote Grütze von Söbbeke, die wir einige Monate vorher als Einzelprodukt untersuchten, mussten wir wegen ähnlicher Gehalte desselben Pestizidwirkstoffes abwerten.

So reagierten die Hersteller

Söbbeke konnte sich die Pestizidrückstände nicht erklären und reichte diverse Gutachten für die verwendeten Rohwaren ein. Alle ohne Befund.

Molkerei Bauer, Hersteller des Mövenpick Frucht Smoothie Mango-Papaya schrieb uns zum Punkt Aroma-Analyse: "Die Aromen-Analyse müssen wir fast unkommentiert so stehen lassen, da wir dem Produkt keinerlei Aromen zusetzen und die Säfte und Konzentrate auch nicht irgendwie ,geschönt' wurden. Die gefundenen Aromastoffe stammen alle ausschließlich aus den verwendeten Früchten und Fruchtsäften." Das stimmt, - nur dass eben das Ananasaroma fast gänzlich fehlt.

Projekt Schulfrucht

Die Europäische Union stellt seit Herbst 2009 insgesamt 90 Millionen Euro jährlich für die Durchführung von Schulobstprogrammen zur Verfügung. Deutschland hat Anspruch auf zirka 20 Millionen Euro aus diesem Topf. Zu zirka 50 Prozent müssen die Projekte aber von den Bundesländern mit finanziert werden. Weil viele Länder das Geld nicht haben, beziehungsweise nicht ausgeben wollen, laufen bisher leider nur in sechs Bundesländern entsprechende Projekte.

So funktioniert es

Ein bis fünf Mal pro Woche bekommen die Schüler klassenweise wechselnde Obst- und Gemüsesorten kostenlos zur Verfügung gestellt. Teilweise wird das Thema auch vielfältig mit in den Unterricht eingebunden: zum Beispiel im Fach Biologie, als Aufsatzthema im Fach Deutsch, als Mengenlehre in Mathematik und als Wortschatzerweiterung in Fremdsprachen.

Was es bringt

Ein Pilotprojekt Schulfrucht im Rhein-Neckar-Raum mit 18 teilnehmenden Schulen unterschiedlichen Schultyps führte zu folgenden Ergebnissen: Durch die tägliche kostenlose Abgabe von Früchten wird der Verzehr bei allen Kindern gesteigert. Die Kinder sind begeistert und neugierig auf die wechselnden Fruchtarten. Gerade Schüler von Grund- und Brennpunktschulen schätzen die kostenlose Gabe. Da alle Kinder Früchte essen, werden auch Obst- und Gemüsemuffel motiviert, mitzumachen. Nahezu alle Lehrkräfte, Schulleiter, Eltern und Hausmeister bestätigten, dass sich bei entsprechender Logistik Schulfruchtprogramme ohne Probleme in den Schulalltag integrieren lassen.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Smoothies sind noch eine relativ junge Produktgruppe. Drei Jahre nach dem ersten Test wollten wir wissen, wie sie sich weiterentwickelt hat. Inzwischen gibt es auch Produkte, die speziell Kinder als Zielpublikum haben. Kein Wunder, sind Smoothies doch für viele Eltern eine willkommene Möglichkeit, die notwendige Portion Obst und damit Vitamine an die Kinder zu bringen.

Die Inhaltsstoffe

Wir prüften die Smoothies auf Rückstände von zirka 500 Spritzmitteln, mit denen das Obst in der Wachstumsphase gegen allerlei Insektenschädlinge und Unkräuter behandelt werden könnte. Weil Ananas häufig eine Zutat der Smoothies ist, ließen wir auch zusätzlich auf den Wachstumsregulator Ethephon untersuchen. Er wird im Ananasanbau häufig zur Regulierung des Wachstums eingesetzt. Das Schimmelpilzgift Patulin kann sich rasch in braunen Stellen der verwendeten Früchte bilden, was gesundheitsschädlich ist. Weil ein geringer Anteil schlechter Ware im Smoothie Verbrauchern kaum auffallen würde, ließen wir unsere Labore nach möglichen Rückständen fahnden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Geschmack: Fünf geschulte Testesser verkosteten das Produkt und prüften Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz. Manche Früchte haben mehr Aroma als andere; die jeweils typischen sollten herauszuschmecken sein. Wenn das nicht der Fall war, ließen wir noch mal in einer chemischen Analyse überprüfen, ob auch das drinsteckt, was auf dem Etikett steht.

Den Vitamingehalt haben wir bewusst nicht überprüft, weil der Gehalt stark von der jeweiligen Obstsorte und dem Erntezeitpunkt abhängt. Bei den ganz unterschiedlichen Gehalten sind Rückschlüsse auf durchschnittliche Gehalte so gut wie unmöglich. Außerdem steht fest: Es gibt immer einen Verlust an Vitaminen und Ballaststoffen, wenn das Produkt verarbeitet wird.

Die Bewertung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat definiert, was einen "guten" Smoothie ausmacht: Er sollte einen hohen Anteil an "ganzem" Obst oder Gemüse als stückige Bestandteile oder Pürees von ganzen Früchten enthalten und nicht durch Entzug von Wasser konzentriert worden sein. Der Smoothie sollte keinen zugesetzten Zucker, keine Zusatzstoffe und keinen Zusatz von isolierten Nährstoffen enthalten. Dem schließen wir uns an.

Den Rückstand eines Pestizids in Bio-Ware, der über dem Bio-Orientierungswert liegt, werten wir unter Weitere Mängel ab, weil er als Spur gewertet werden kann. Drei Spuren verschiedener Pestizide in Bio-Ware fließen aber schon in die Bewertung der Inhaltsstoffe ein. Schließlich erwartet der Verbraucher gerade hier, dass keine Rückstände enthalten sind. Auch wenn es sich um einen Fruchtmix handelt: Es ist schlichtweg Verbrauchertäuschung, wenn sich ein Drink Kokos-Mango nennt und hauptsächlich Apfelsaft drinsteckt. Dafür gab es einen Punkt Abzug.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Alnatura Smoothie Beerenfrucht
Alnatura Smoothie Beerenfrucht
Alnatura
sehr gut
True Fruits Pink Himbeere-Banane Smoothie
True Fruits Pink Himbeere-Banane Smoothie
True Fruits
sehr gut
Berry Tales 100% Pure Fruit Smoothie Brombeere/Heidelbeere
Berry Tales 100% Pure Fruit Smoothie Brombeere/Heidelbeere
Gebr. Bagusat
gut
Chiquita Just Fruit in a Bottle Kokos-Mango Smoothie
Chiquita Just Fruit in a Bottle Kokos-Mango Smoothie
Chiquita
gut
Enerbio Smoothie Red Berry
Enerbio Smoothie Red Berry
Rossmann
gut
Innocent Kinder-Smoothie Orange, Mango & Ananas
Innocent Kinder-Smoothie Orange, Mango & Ananas
Innocent
gut
Naturis Smootie Ananas-Banane Kokos
Naturis Smootie Ananas-Banane Kokos
Lidl
gut
Pure Fruit Smoothie Mango-Orange
Pure Fruit Smoothie Mango-Orange
Aldi Nord
gut
Rabenhorst Smoothie Apfel-Mango + Acerola
Rabenhorst Smoothie Apfel-Mango + Acerola
Rabenhorst
gut
Rio D'Oro Smoothie Ananas-Banane-Kokos
Rio D'Oro Smoothie Ananas-Banane-Kokos
Aldi Süd
gut
Schwartau Pur Pur Obst zum Trinken Mango-Maracuja
Schwartau Pur Pur Obst zum Trinken Mango-Maracuja
Schwartauer Werke
gut
Söbbeke Smoothie Kirsche Pfirsich
Söbbeke Smoothie Kirsche Pfirsich
Molkerei Söbbeke
gut
Valensina Smoothie Mango Pfirsich Orange
Valensina Smoothie Mango Pfirsich Orange
FSP Frischsaft
gut
Voelkel Trink Smoothie Ananas + Banane + Kokos
Voelkel Trink Smoothie Ananas + Banane + Kokos
Voelkel (Naturwarenladen)
gut
Paradiso Ananas-Banane Smoothie
Paradiso Ananas-Banane Smoothie
Penny
befriedigend
Frutero Fruti Maracuja-Mango, fair gehandelt
Frutero Fruti Maracuja-Mango, fair gehandelt
Frutero
ausreichend
Grand Choice Handmade Smoothies Mango & Pfirsich
Grand Choice Handmade Smoothies Mango & Pfirsich
Grand Choice
ausreichend
K-Classic Well You Smoothie Mango-Maracuja
K-Classic Well You Smoothie Mango-Maracuja
Kaufland
ausreichend
Mövenpick Frucht-Smoothie Mango-Papaya
Mövenpick Frucht-Smoothie Mango-Papaya
Mövenpick
ausreichend
Knorr Vie Orange Banane Karotte
Knorr Vie Orange Banane Karotte
Unilever
mangelhaft

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Smoothies sind noch eine relativ junge Produktgruppe. Drei Jahre nach dem ersten Test wollten wir wissen, wie sie sich weiterentwickelt hat. Inzwischen gibt es auch Produkte, die speziell Kinder als Zielpublikum haben. Kein Wunder, sind Smoothies doch für viele Eltern eine willkommene Möglichkeit, die notwendige Portion Obst und damit Vitamine an die Kinder zu bringen.

Die Inhaltsstoffe

Wir prüften die Smoothies auf Rückstände von zirka 500 Spritzmitteln, mit denen das Obst in der Wachstumsphase gegen allerlei Insektenschädlinge und Unkräuter behandelt werden könnte. Weil Ananas häufig eine Zutat der Smoothies ist, ließen wir auch zusätzlich auf den Wachstumsregulator Ethephon untersuchen. Er wird im Ananasanbau häufig zur Regulierung des Wachstums eingesetzt. Das Schimmelpilzgift Patulin kann sich rasch in braunen Stellen der verwendeten Früchte bilden, was gesundheitsschädlich ist. Weil ein geringer Anteil schlechter Ware im Smoothie Verbrauchern kaum auffallen würde, ließen wir unsere Labore nach möglichen Rückständen fahnden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Geschmack: Fünf geschulte Testesser verkosteten das Produkt und prüften Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz. Manche Früchte haben mehr Aroma als andere; die jeweils typischen sollten herauszuschmecken sein. Wenn das nicht der Fall war, ließen wir noch mal in einer chemischen Analyse überprüfen, ob auch das drinsteckt, was auf dem Etikett steht.

Den Vitamingehalt haben wir bewusst nicht überprüft, weil der Gehalt stark von der jeweiligen Obstsorte und dem Erntezeitpunkt abhängt. Bei den ganz unterschiedlichen Gehalten sind Rückschlüsse auf durchschnittliche Gehalte so gut wie unmöglich. Außerdem steht fest: Es gibt immer einen Verlust an Vitaminen und Ballaststoffen, wenn das Produkt verarbeitet wird.

Die Bewertung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat definiert, was einen "guten" Smoothie ausmacht: Er sollte einen hohen Anteil an "ganzem" Obst oder Gemüse als stückige Bestandteile oder Pürees von ganzen Früchten enthalten und nicht durch Entzug von Wasser konzentriert worden sein. Der Smoothie sollte keinen zugesetzten Zucker, keine Zusatzstoffe und keinen Zusatz von isolierten Nährstoffen enthalten. Dem schließen wir uns an.

Den Rückstand eines Pestizids in Bio-Ware, der über dem Bio-Orientierungswert liegt, werten wir unter Weitere Mängel ab, weil er als Spur gewertet werden kann. Drei Spuren verschiedener Pestizide in Bio-Ware fließen aber schon in die Bewertung der Inhaltsstoffe ein. Schließlich erwartet der Verbraucher gerade hier, dass keine Rückstände enthalten sind. Auch wenn es sich um einen Fruchtmix handelt: Es ist schlichtweg Verbrauchertäuschung, wenn sich ein Drink Kokos-Mango nennt und hauptsächlich Apfelsaft drinsteckt. Dafür gab es einen Punkt Abzug.