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41 Babyfeuchttücher im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Babyfeuchttücher

Po-Beduftung

Parfüm und weitere umstrittene Stoffe sind nicht gerade das, was sensible Babypopos brauchen. Gut, dass es etliche empfehlenswerte Produkte gibt.

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19.10.2017 | Seit Jahren erleben fertig abgepackte Feuchttücher einen anhaltenden Boom. Der Markt ist kaum noch zu überblicken. Fast jede Super- und Drogeriemarktkette hat inzwischen eine eigene Marke, mittlerweile gibt es auch Naturkosmetikprodukte im Sortiment. Vorteile, mit denen sie alle punkten: Sie sind praktisch, schnell griffbereit und man muss sich nach Gebrauch nicht um das Waschen kümmern, sondern kann sie einfach wegwerfen. Wer möchte da noch ganz altmodisch zu Waschlappen und Wasser greifen?

Dabei hat die althergebrachte Methode durchaus ihre Vorteile. Auch wenn ÖKO-TEST damit zuweilen in die Müsliecke gerückt wird, empfehlen wir diese Art der Reinigung seit Jahren. Und der wissenschaftliche Stand gibt uns recht. Einen Waschlappen zu benutzen, mag zwar aufwendiger sein. Aber man kann sicher sein, dass so beim Säubern von Babys Po keine unerwünschten Inhaltsstoffe an die Haut gelangen. Wenn auch die Hersteller von Babyfeuchttüchern inzwischen auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Parabene, Formaldehyd/-abspalter und Methylisothiazolinon verzichten, sind die Produkte weiterhin das, was sie schon immer waren: Wasser plus Chemie. Experten und Hebammen raten deshalb, nach Möglichkeit auf Babyfeuchttücher zu verzichten und nur mit Wasser zu reinigen. Zudem ist dies günstiger und man kann dabei auch warmes Wasser benutzen - Babys mögen in der Regel keine kalten Tücher an ihrem Po.

Liest man die Versprechen der Anbieter auf den Packungen, gewinnt man den Eindruck, Babyfeuchttücher seien so ziemlich das Zarteste, Reinste und Beste, was man der Babyhaut in der Windelregion bieten kann. "So mild wie pures Wasser", wirbt etwa Penaten. Und Pampers findet sogar noch eine Steigerungsform: "Milder als Wasser." Pures Wasser ist es allerdings nicht, womit die Wegwerflappen getränkt sind. Neben Wasser enthalten Babyfeuchttücher eine ganze Reihe von Zusätzen, ohne die die Tücher sehr schnell schimmeln oder austrocknen würden. Ganz weit vorn stehen meist Konservierungsmittel. ÖKO-TEST testet daher immer wieder Babyfeuchttücher und weist dabei auf problematische Inhaltsstoffe hin. Diesmal haben wir 41 Produkte eingekauft und unter die Lupe genommen

Das Testergebnis

Viele der getesteten Produkte bewerten wir mit "sehr gut" und "gut". Im Rest stecken problematische Inhaltsstoffe.

Sensitiv" ist kein Qualitätsurteil. Alle Feuchttücher auf denen "sensitiv" oder "parfümfrei" steht, sind zwar frei von Parfüm. Allerdings enthalten einige Produkte umstrittene PEG/PEG-Derivate. Sie dienen als Emulgatoren oder Tenside, können jedoch die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Parfüm hat im empfindlichen Pobereich nichts zu suchen. Immerhin: Das von uns beauftragte Labor hat keine als besonders problematisch bekannten Duftstoffe gefunden.

In zwei Produkten wies ein Labor umstrittene halogenorganische Verbindungen nach. Das könnten Rückstände aus dem Bleichen sein. Bei den halogenorganischen Verbindungen handelt sich um eine Gruppe von mehreren Tausend Stoffen, die

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben in Drogerien, Supermärkten und Discountern Babyfeuchttücher mit und ohne Parfüm eingekauft. So landeten 41 Produkt in unserem Einkaufskorb.

Die Inhaltsstoffe
Alle Produkte haben wir in Labors auf unsere Standardprogramm für Kosmetika getestet wie auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen. Zusätzlich ließen wir alle parfümierten Produkte auf künstlichen Moschusduft, Duftstoffe, die Allergien auslösen können, und Diethylphthalat untersuchen, das beispielsweise zum Vergällen von Alkohol oder als Hilfsstoff in Parfüms eingesetzt wird. Zudem haben wir die Listen der Inhaltsstoffe auf umstrittene Kandidaten wie problematische Konservierungsmittel kontrolliert.

Die weiteren Mängel
Babyfeuchttücher sind für die Abwasserbetriebe vieler Städte und Gemeinden seit einigen Jahren ein großes Ärgernis. Denn werden die Einwegtücher über die Toilette entsorgt, können sie Kanalleitungen verstopfen und verfangen sich regelmäßig in Pumpwerken. Doch haben alle Produkte einen Hinweis auf der Verpackung "nicht in der Toilette entsorgen"? Und enthalten die Verpackungen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, die bei der Herstellung und Entsorgung die Umwelt belasten?

Die Bewertung
Babyfeuchttücher, die in der empfindlichen Windelregion eingesetzt werden, sollten kein hautreizendes Parfüm enthalten. Tabu in Produkten für die empfindliche Baby- und Kinderhaut sind ebenso problematische Konservierungsstoffe, umstrittene PEG/PEG-Derivate oder künstlicher Moschusduft.

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