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14 Matetees im Test

Teesaster

ÖKO-TEST Februar 2017 | Kategorie: Essen und Trinken | 26.01.2017

14 Matetees im Test

Die ersten Vorsätze sind schon wieder passé. Aber nicht der Wunsch, etwas Gewicht zu verlieren. Mate soll dabei helfen. Leider hat Matetee viel größere Probleme, als dass er eventuell falsche Hoffnungen macht.

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ÖKO-TEST Februar 2017:

Matetee

Nicht zu lange und nicht zu viel." Dr. Erwin Häringer findet klare Worte zum Trinken von Matetee. Und das nicht, weil der Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren an Mate grundsätzlich etwas auszusetzen hätte. Es sei eben so, wie Paracelsus sagte: "Die Dosis macht das Gift." Und deshalb rät Häringer auch allen, die sich erhoffen, von Matetee schlanker zu werden, ihn nur zur Unterstützung zu trinken, höchstens ein bis zwei Tassen am Tag. "Eine Tasse Mate kann durchaus das Hungergefühl hemmen. ‚Viel hilft viel' ist aber in diesem Fall nicht richtig", sagt er. Denn ob man tatsächlich ein paar überschüssige Pfunde verliert, liege an vielen anderen Faktoren wie etwa genug körperlicher Bewegung. Für Häringer gibt es auch einen großen Unterschied, wie und warum Matetee getrunken wird. "Mate wird in Südamerika häufig in Gesellschaft getrunken, die Menschen nehmen sich Zeit und kommen dadurch auch zur Ruhe. Das allein schon ist gut für das eigene Wohlbefinden", betont er.

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel führt Matetee als traditionelles pflanzliches Medizinprodukt. Dabei gilt Mate als Muntermacher. Auch deshalb wird er gern getrunken. Verantwortlich für die anregende Wirkung ist vor allem die Inhaltsstoffkombination aus Coffein, Theobromin und Theophyllin. In Mate ist das Coffein gebunden und wird nur langsam freigesetzt. Die anregende Wirkung ist nicht so stark wie im Kaffee, hält aber länger an. Aber aufgrund dieser Inhaltsstoffe rät Häringer Schwangeren oder Patienten mit Herz-Rhythmus-Störungen von Matetee ab. Für alle anderen gilt laut Häringer: "Zu große Mengen Mate zu trinken ist auch deshalb nicht zu empfehlen, da Matetee häufig mit Schadstoffen belastet ist."

Vor ein paar Jahren haben Labore das erste Mal Anthrachinon in Tee und Kräutertee nachgewiesen. Noch ist nicht abschließend geklärt, auf welch unterschiedlichen Wegen der Stoff dort hineinkommt. Als Pflanzenschutzmittel ist Anthrachinon seit 2009 in der EU nicht mehr zugelassen. Denn Tierversuchsstudien zeigen, dass Anthrachinon krebserregend auf Niere und Leber wirken kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die Substanz als mögliches Kanzerogen für den Menschen ein. Anthrachinon entsteht aber auch bei der unvollständigen Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle. Damit werden in Südamerika, wo Mate angebaut und meistens auch weiterverarbeitet wird, die Trocknungsanlagen beheizt. Über die Abluft kann Anthrachinon auf den Matetee übergehen. Im Handel werden gerösteter und grüner Mate angeboten, Letzterer entweder geräuchert oder ungeräuchert. Sowohl das Räuchern als auch das Rösten können die Anthrachinonbelastung erhöhen. Gerösteter Matetee wird zum Beispiel nach der Ernte in Drahttrommeln über offenem Feuer gedreht.

Welche Schadstoffe zusätzlich in den Matetee gelangen können, haben wir in unserem Test anhand von 14 Produkten untersucht, darunter eine Hälfte aus konventionellem, die andere Hälfte aus ökologischem Anba


Tee, Mate: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bad Heilbrunner Mate Tee Grün
  • Bad Heilbrunner

La Selva Es Cosa Buena Yerba Mate Tradicional
  • MALPICApuntoCOM

Tee Gschwendner Mate grün, Bio
  • Tee Gschwendner

De Campo Yerba Mate La Merced
  • La Franco Argentine

Amanda Yerba Mate, Orgánica
  • La Cachuera

Canarias Yerba Mate
  • Drogheria Carpano

Taragüi Yerba Mate
  • La Franco Argentine

Sonnentor Mate natur, Bio
  • Sonnentor

Pajarito Yerba Mate Elaborada
  • Delicatino

Kraus Organic & Fair Trade Yerba Mate, Orgánica
  • Delicatino

Oasis Bio - Kräutertee Mate Grün
  • Oasis-Versand

El Puente Brasilien Erva Mate, Bio
  • El Puente

Salus Mate Tee Grün, Bio
  • Salus

Rosamonte Yerba Mate
  • Delicatino

14 Matetees im Test
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Seite 44 - 49 im ÖKO-TEST Februar 2017
vom 26.01.2017

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

15 Filterbeutel zu je 1,8 Gramm oder lose im Ein-Kilo-Pack: Matetee wird ganz unterschiedlich angeboten. Den "Trank der Götter" oder das "grüne Gold der Indios" haben wir in Reformhäusern, Weltläden und Bio-Märkten eingekauft. Ein größeres Angebot gibt es online oder in Geschäften, die hauptsächlich südamerikanische Waren verkaufen.

Die Inhaltsstoffe

Pestizide, PAK, PA: Hinter den drei "P" stehen Schadstoffe, die besonders häufig in verschiedenen Tees zu finden sind. Während Pestizide vorsätzlich ausgebracht werden, handelt es sich bei polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Pyrrolizidinalkaloiden um unbeabsichtigte Kontaminanten. In den Matetee gehören sie trotzdem nicht. Dasselbe gilt für Anthrachinon. Der als potenziell krebserregend eingestufte Stoff kann in der Abluft von Trocknungsanlagen enthalten sein. Auch auf Perchlorat und Aluminium haben wir alle Produkte untersucht.

Die Bewertung

Gäbe es schlechtere Noten als "ungenügend", sähe das Ergebnis noch erschreckender aus. Denn allein durch die Höchstmengenüberschreitungen bei Anthrachinon fallen 85 Prozent aller Produkte durch. Und da spiegeln sich die zu hohen Pestizidwerte noch gar nicht wider.

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