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29 Vitamin-C-Präparate im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit für 2010
vom 09.11.2009

Vitamin-C-Präparate

So ein Ge-C-ter

Eine Extraportion Vitamine zur Stärkung der Abwehrkräfte - das klingt gut. Doch allzu viel sollte man sich davon nicht erhoffen. Für den nachgewiesenen, allerdings äußerst seltenen Ascorbinsäuremangel gibt es hingegen etliche sehr gute Arzneimittel.

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09.11.2009 | Die Versorgung der Deutschen mit dem Vitamin C ist sehr gut und kann in der Regel über eine ausgewogene Ernährung zugeführt werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der Tagesbedarf an Vitamin C bei 100 Milligramm. Ein Zuviel an Vitamin C wird wieder ausgeschieden - teilweise sogar mit Durchfall. Langfristig geht die Einnahme von hohen Dosen des Vitamins mit einem erhöhten Risiko von Nierensteinen einher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht eine Höchstmenge von 225 mg Vitamin C pro Tag in Nahrungsergänzungsmitteln als unproblematisch an.

ÖKO-TEST hat 29 Vitamin-C-Präparate - 14 Arzneimittel und 15 Nahrungsergänzungen - eingekauft und bewertet.

Das Testergebnis

An der Mehrzahl der Produkte gibt es wenig auszusetzen. Die schlechtesten schneiden immerhin noch mit "ausreichend" ab.

Mit Vitamin-C-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln nimmt man meist Mengen zu sich, die weit über dem Tagesbedarf von 100 mg liegen. Manche Produkte enthalten in einer Tagesdosis sogar mehr als die vom BfR empfohlenen 225 mg.

Die Einnahme von Vitamin C im Hinblick auf Erkältungen bringt praktisch nichts. Auch Vitamin C in Form von Retard- oder Depotkapseln, die das Vitamin über eine längere Zeit freisetzen, hat keine Vorteile. Es ist weder belegt, dass die Einnahme von Ascorbinsäure Erkältungskrankheiten vorbeugt, noch dass sie bei der Behandlung von Nutzen ist.

Eine Ausnahme sind Menschen, die für kurze Zeit extremen körperlichen Belastungen und/oder Kälte ausgesetzt waren. Marathonläufer, Skifahrer und Soldaten waren durch die regelmäßige Einnahme von zwei Gramm Vitamin C täglich nur halb so oft erkältet. Deshalb sehen wir es kritisch, wenn auf den Produkten Hinweise auf Erkältungen, Abwehrkräfte oder das Immunsystem abgedruckt sind. Das ist bei mehreren Nahrungsergänzungsmitteln der Fall. Auch einige Arzneimittel tragen Hinweise auf Erkältungskrankheiten oder eine Stärkung der Immunkraft.

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