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20 Grüne Smoothies im Test

ÖKO-TEST März 2017
vom 23.02.2017

20 Grüne Smoothies im Test

Grün ist die Hoffnung

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: ein Apfel, eine halbe Banane, sechzehn Blätter Spinat - und das alles in einer kleinen Flasche? Die Wirklichkeit sieht anders aus: wenig Gemüse, reichlich Zucker, kaum Vitamine. Sechs Produkte können wir aber empfehlen.

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23.02.2017 | Als Mutter aller grünen Smoothies gilt die Amerikanerin Victoria Boutenko. Als sie und ihre Familie sehr krank waren, die Ärzte aber nicht helfen konnten, machte sie sich auf die Suche nach einer alternativen Heilmethode. In ihrem Buch mit dem Titel "Raw Family - A True Story of Awakening" beschreibt Boutenko, wie sie die Ernährung der Familie zunächst auf Rohkost umstellte. Doch sie wollte mehr tun und begann sich mit grünen Blattsalaten zu beschäftigen. Dabei entdeckte sie, dass Schimpansen neben Obst viele grüne Blätter fressen und nie krank sind. Aufgrund der genetischen Übereinstimmungen zwischen Schimpanse und Mensch folgerte sie, dass auch die Menschen den grünen Blattgemüsen mehr Beachtung schenken sollten. Da aber viele der gewünschten Zutaten auch nach dem Kauen schwer verdaulich blieben, kam alles in den Mixer: Der grüne Smoothie war erfunden.

Soweit die Glaubenslehre von Victoria Boutenko. Fakt ist, dass grüne Smoothies heute in nahezu jedem Supermarkt zu finden sind. Die Anteile an grünem Gemüse variieren dabei von wenigen Prozent bis weit über die Hälfte. Je mehr Obst enthalten ist, desto süßer und smoother ist das Ergebnis und desto eher greifen auch Einsteiger zu. Vor allem Äpfel und Bananen gleichen unangenehme Bitternoten aus. Sie sorgen auch für eine gewisse Sämigkeit. Spinat, Grünkohl und Gurke sind beliebte grüne Zutaten. Manchmal wird auch Rote Bete verarbeitet - dann ist der Smoothie rot.

Wie Smoothies beschaffen sein sollen, ist bislang rechtlich nicht definiert. So überrascht es nicht, dass auch Zutaten mit "Zusatznutzen" untergemischt werden, etwa Pulver aus der Spirulina-Alge, Matcha-Tee oder Weizengrasextrakt. Der Trick: Manche dieser Pflanzenpulver lassen sich als sogenanntes Superfood oder Vitaminquelle bewerben, verstärken aber zugleich die grüne Farbe. Einige Produzenten kennzeichnen den Zusatz von Spirulinaextrakt denn auch als "färbendes Lebensmittel". Zwingend erforderlich ist das nicht. Steht der Zusatznutzen im Vordergrund, dann muss der Hersteller die färbende Wirkung nicht deklarieren.

Unabhängig davon gelten grüne Smoothies als besonders gesund. Dafür soll unter anderem der hohe Gehalt an Chlorophyll verantwortlich sein. So habe das Blattgrün in Tierstudien eine krebsvorbeugende Wirkung gezeigt. Professor Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut kann den Hype um das Chlorophyll nicht nachvollziehen. "Chlorophyll gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen, ist aufgrund seiner chemischen Struktur aber nicht wichtiger als andere und sollte deshalb nicht besonders hervorgehoben werden." Derzeit kennen Wissenschaftler 5.000 bis 10.000 Vertreter dieser Pflanzenstoffe. Sie sind nicht lebensnotwendig, können aber vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen entfalten.

Reichlich von diesen Stoffen steckt in einer pflanzenbetonten Ernährung - neben zahlreichen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher zu fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag - rund 250 Gramm Obst


Wir haben 20 Produkte für Sie getestet
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So haben wir getestet

Der Einkauf
20 grüne Smoothies haben wir in den Test aufgenommen. Darunter sind auch drei als grüner Saft gehandelte Produkte, denn die Übergänge sind fließend. Gut die Hälfte der Produkte stammt aus ökolgischer Erzeugung. Die Preisspanne ist enorm. Sie reicht von 0,89 bis 2,89 Euro pro 250 Milliliter.

Die Inhaltsstoffe
Im Vordergrund standen zunächst Analysen auf Pestizide, Nitrat und Chlorat - Letzteres kann Obst und Gemüse über gechlortes Waschwasser oder Dünger verunreinigen. Darüber hinaus interessierten uns die Gehalte an Zucker, Vitamin C und Ballaststoffen. Wir ließen die Produkte zudem von geschulten Testern verkosten, weil es mit der geschmacklichen Qualität in vergangenen Tests nicht immer zum Besten stand.

Die Weiteren Mängel
Informiert der Anbieter den Verbraucher klar und unmissverständlich über die Zusammensetzung der Smoothies? Oder werden Hauptzutaten wie Apfel und Banane verschwiegen, stattdessen aber "Spurenbestandteile" wie Matcha-Tee oder Weizengras hervorgehoben? Darauf und auf weitere Aspekte prüften wir die Deklaration.

Die Bewertung
Ein grüner Smoothie mit einem Anteil von weniger als 20 Prozent Gemüse kann bestenfalls "gut" ausfallen. Sind weniger als zehn Prozent enthalten, gibt es maximal ein "befriedigend". Zu weiteren Abzügen führen zu hohe Zuckergehalte und fehlende Nachweise für Vitamin C und Ballaststoffe. Viele Produkte rutschen durch Deklarationsmängel nochmals um eine oder zwei Noten in den Keller.

So haben wir getestet

Die Bestimmung des Ballaststoffgehalts ist extrem aufwendig, da die Analyse in zwei Ansätzen durchgeführt werden muss.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 3/2017:

Grüne Smothies

Grün ist die Hoffnung.

Grüne Smoothies gelten als besonders gesund. ÖKO-TEST hat geprüft, ob das auch für die Fertigdrinks aus dem Handel stimmt. Das Verbrauchermagazin schickte 20 Produkte ins Labor und ließ sie analysieren. Das Ergebnis ist durchmischt. Chefredakteur Jürgen Stellpflug mit den Testergebnissen.