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12 Gekühlte Gnocchi im Test

ÖKO-TEST April 2017
vom 30.03.2017

12 Gekühlte Gnocchi im Test

Italien ist weit weg

Eine schnelle Mahlzeit versprechen Fertiggnocchi aus dem Kühlregal. Aber kann man sie auch bedenkenlos essen? Rundum empfehlen können wir nur die Gnocchi von Hilcona und Kaufland. Bio ist bestenfalls "gut", weil alle Marken zu viel Salz enthalten.

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30.03.2017 | Zugegeben, kaum jemand nimmt sich heutzutage die Zeit und stellt Gnocchi selbst her. Da liegt es nahe, die Kartoffelklößchen im Supermarkt einzukaufen. Es gibt sie im Kühlregal und auch als Trockenprodukt. In beiden Fällen lassen sich die Gnocchi eine Weile lagern - auch das ist praktisch. Selbst die gekühlten Produkte halten zwei bis drei Wochen im Kühlschrank.

Der Nachteil: Fertiggnocchi sind in Plastik verpackt und das lässt die Müllberge weiter wachsen. Der Begriff "nach italienischer Art" auf vielen Produkten macht zudem klar, dass Italien weit weg ist und die Rezeptur das Original lediglich nachahmt. So findet sich die Kartoffel meist in Form von hoch verarbeiteten Flocken oder Stärke im Produkt. Eier sind als Volleipulver zugesetzt. Emulgatoren wie die Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren erhöhen die maschinelle Belastbarkeit des Teigs und verbessern die Bindung des zugefügten Wassers mit den Kartoffelflocken. Säureregulatoren sorgen zudem für einen genau eingestellten Säuregrad und Antioxidationsmittel für den Erhalt der hellen Kartoffelfarbe. Immerhin: Wer Bio kauft, kommt mit deutlich weniger Zusatzstoffen davon. So sind Emulgatoren und Antioxidationsmittel in den Bio-Rezepturen nicht zu finden.

Das Traditionsprodukt aus Italien selbst geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Damals hatte sich die aus Südamerika eingeführte Kartoffel in ganz Europa ausgebreitet und war auch in Italien heimisch geworden. Das erste Gnocchirezept, das veröffentlicht wurde, stammt von dem Urvater der italienischen Küche, Pellegrino Artusi. Es enthielt exakt die Zutaten, die man auch heute noch verwendet: Kartoffeln, Mehl und Eier.

Die ersten Knödel gab es aber bereits im 15. Jahrhundert. Damals stellten Bewohner der Lombardei kleine Klößchen aus Brot, Milch und gemahlenen Mandeln her, die sie Zanzarelli nannten. Ein anderer Vorläufer der heutigen Gnocchi sind die Malfatti. Sie kamen Anfang des 16. Jahrhunderts auf und wurden zusätzlich mit Eiern, Wasser und Mehl angereichert.

Aber auch die Kartoffelgnocchi entwickelten sich weiter. Weil sie sich aus einfachen, auch in ärmeren Regionen verfügbaren Zutaten leicht herstellen ließen, breiteten sie sich ab etwa 1880 in ganz Italien aus, erzählt Angelo Zicaro, Koch und Inhaber einer italienischen Kochschule in München. Zwei Rezepte fanden dabei besonderen Anklang: Gnocchi mit Fleischsauce und Gnocchi all'amatriciana, die in einer Sauce aus Speck, Tomaten und Zwiebeln serviert werden. Beide sind noch immer sehr beliebt, stellt Zicaro fest. Ins Schwärmen gerät der Koch, wenn er die Konsistenz der Kartoffelklöße beschreiben soll: "Hausgemachte Gnocchi sind zart, leicht und angenehm und überhaupt nicht mit dem Supermarktprodukt zu vergleichen." Dieses enthalte viel Mehl, damit sich der Teig maschinell verarbeiten ließe. Das mache die Produkte aber fest wie Steine, so der Koch.

Bleibt noch die Beantwortung der Frage nach der Aussprache. Richtig ist "Njoki", also nicht "Knocki" und auch nicht "Gnotschi". Und


Wir haben 12 Produkte für Sie getestet
Gut & Günstig Gnocchi, nach italienischer Art
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Hilcona Gnocchi All'Italiana
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12 Gekühlte Gnocchi im Test
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Das Angebot an halbfrischen Pastavarianten im Kühlregal wächst unaufhörlich. Wir haben uns auf ungefüllte Gnocchi konzentriert und insgesamt zwölf Marken eingekauft. Vier Produkte stammen aus ökologischer Erzeugung.

Die Inhaltsstoffe
Kartoffeln, Weizenmehl, Grieß und Eier - das sind die wichtigsten Zutaten. Wir ließen die Produkte daher auf Pestizide, das Keimhemmungsmittel Chlorpropham und bedenkliche Schwermetalle prüfen. Des Weiteren interessierte uns der Salzgehalt. Gerade Hersteller von Fertiggerichten setzen die würzende Zutat oft allzu großzügig ein - ein Problem, da vorgefertigte Produkte immer häufiger verzehrt werden, was die ohnehin schon hohe durchschnittliche Salzaufnahme weiter steigern kann. Weil in der industriellen Produktion außerdem mit einem Eintrag von Mineralöl zu rechnen ist, wurden die Produkte auch auf diese Kontaminate untersucht. Die mikrobiologische Qualität war ein weiterer wichtiger Teil des Testprogramms.

Die Weiteren Mängel
Hier lag das Augenmerk vor allem auf freiwilligen Packungsangaben. Werben die Hersteller beispielsweise mit dem Hinweis "ohne Geschmacksverstärker", obwohl geschmacksverstärkende Zusatzstoffe für diese Produktgruppe gar nicht eingesetzt werden dürfen, ist das eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten.

Die Bewertung
Am häufigsten kritisieren wir einen zu hohen Salzgehalt von mehr als der Hälfte der empfohlenen Tageshöchstmenge. Das werten wir als "erhöht" ab. Zu weiteren Notenabzügen führen die Funde des krebsverdächtigen Keimhemmungsmittels Chlorpropham und der Zusatz von allergieauslösenden Schwefelverbindungen. An den Verpackungsangaben haben wir nur wenig zu bemängeln.

So haben wir getestet

Die Herkunft der Eier geben alle Hersteller an. Gut so. Dann können sich Verbraucher bewusst für oder gegen ein Produkt entscheiden.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 4/2017:

Gekühlte Gnocchi

Schnelle und bedenkenlose Mahlzeit?

Wir haben zwölf Gnocchi aus dem Kühlregal in die Labore geschickt. Uns interessierte vor allem, ob Rückstände von Pestiziden oder Mineralöl den Appetit verderben. ÖKO-TEST-Chefredakteur Jürgen Stellpflug über das Testergebnis