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8 Stichsägen im Test

Stichtag

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren | Kategorie: Bauen und Wohnen | 02.11.2012

8 Stichsägen im Test

Spülbecken einpassen, Rohre kürzen, Motive aussägen: die Stichsäge macht's. Geräte, die was können, gibt es schon ab gut 80 Euro. Man kann aber auch ziemlich danebenliegen, wie die Sägen von Black & Decker und Worx zeigen.

Die Stichsäge gehört zur Grundausstattung jedes Handwerkers. Die Investition in eine Handkreissäge lohnt sich einfach nicht, wenn man nur alle Schaltjahre mal mit Holz arbeitet - das Ding braucht zu viel Platz und ganz ungefährlich ist die Handhabung für Ungeübte auch nicht.

Mit ein paar Kniffen kommt man auch mit einer Stich­säge auf geraden Strecken zu einem passablen Ergebnis. Stichsägen sind für Kurven gemacht, auf geraden Strecken brauchen sie Hilfsmittel Freihändig wird's schnell wa­cke­lig. Legt man eine Führungsschiene auf das Werkstück, entlang derer man die Säge schiebt, wird's wesentlich sauberer. Soll nur parallel zu ­einer bereits vorhandenen ­Kante gesägt werden, genügt auch ein Parallelanschlag, der wie ein Greifarm von der Säge zur Kante reicht. Wichtig sind nagelneue Sägeblätter. Und natür­lich der alte Trick, die gute Seite des Materials liegt beim Ausschneiden unten, denn nach oben hin reißen die Sägezähne schnell mal Fasern aus. Den Pendelhub stellt man aber besser aus, wenn's um die ­Kurve geht - je kleiner der ­Radius, desto weniger sinnvoll ist es, wenn das Sägeblatt schräg nach vorne ausholt.

Die meisten Modelle, die sich heute im Baumarkt finden, sind sogenannte Pendelhubstichsägen. Bei ihnen wird das Sägeblatt nicht nur auf- und abgeführt, sondern auch leicht schräg nach ­vorne. Man kommt so mit ­geringerem Kraftaufwand voran. ÖKO-TEST hat acht Pendelhub­stichsägen - von der günstigen Baumarkteigenmarke für 69,95 Euro bis hin zur Profisäge für knapp 200 Euro - auf ihre praktischen Eigenschaften und ihren Schadstoffgehalt untersuchen lassen.

Das Testergebnis: Im Praxistest haben vier Markenhersteller überzeugt. Dabei zeigt ein Hersteller, dass Qualität nicht teuer sein muss: Mit knapp 85 Euro ist seine Säge  eines der günstigsten Geräte im Test und schneidet im Praxistest am besten ab. Dass am Ende nur die Stichsägen von ­zwei Anbietern "gut" abschneiden, liegt am verarbeiteten Material: Nur diese beiden kommen ohne polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) im Griff aus.

Zwei Sägen haben ­ordentlich Biss. So schnell wie die beiden Profis kam kein anderes Gerät durch die ­beschichtete Arbeitsplatte. Doch beim Ergebnis muss man hier Abstriche machen: Der Schnitt franste vergleichs­weise stark aus.

Wesentlich sauberer kamen die Tester mit den ­Geräten von drei anderen Anbietern ans Ziel. Den Härte­test, das ­Sägen in Stahlblech, schaffte ein recht günstiges Modell nur mit Ach und Krach, zwei weitere Geräte bissen sich hingegen ganz souverän durch das vier Millimeter starke ­Metall. Den Dauertest schafften übrigens alle Stichsägen ohne zu mucken.

Stichsägen gibt es in zwei Varianten: Im Baumarkt findet man vor allem Bügelstichsägen, in deren Gehäuse ein Griff integriert ist. Sie lassen sich gut mit einer Hand führen, eine komfortable Sache. Bei den klassischen Stichsägen, die eher länglich konstruiert sind, muss man mit beiden Händen anpacken. Eine Hand ist direkt am Knauf über dem Sägeblatt posi­tioniert - damit hat man das ­Ergebnis gut im Griff. Letztlich ist es reine Übungs- und Geschmackssache, welche Form einem besser liegt.

Wichtig ist allerdings, dass man das Gerät und die Bedienelemente gut im Griff hat. Hier schnitt eine Stichsäge im Test besonders gut ab. Bei den übrigen Geräten gab es in Sachen Ergonomie nur leichte Qualitätsunterschiede, sie landen alle im "befriedigenden" Bereich - mit einer Ausnahme. Legt man bei ihr die Hand wie gedacht vorne an, läuft man Gefahr, dass der kleine Finger in den Hubmechanismus gerät, der das Sägeblatt führt. Das sorgt zwar nicht für gefährliche Verletzungen, kann aber wehtun.

Details entscheiden über Freude oder Ärger: So ist das Sägeblattwechseln bei zwei Modellen spielend leicht, während man bei einigen Baumarkt-Eigenmarken durchaus etwas Geduld braucht, bis die Sägeblätter auf Position sind. Unangenehm: Eine Säge vibriert stark beim Sägen - da wird der Handwerker ordentlich durchgeschüttelt. Unschön: Die zwei Stichsägen ziehen den Staub elektrostatisch an. ­Damit ­sehen die Geräte schnell schmuddelig aus.

Bei einer Säge im Test  wird am Nötigsten gespart: Sie verfügt weder über einen Staubsauger­anschluss noch über eine Gehrungsschnittfunktion, die Schnitte im 45-Grad-Winkel ermöglicht. Die Eigenmarkenprodukte hingegen wollen beim Handwerker mit großzügiger Ausstattung punkten, mit Parallelanschlag, Laser oder Schonfuß, der die Fuß­platte vorm Verkratzen schützen soll.

Bei einer getesteten Stichsäge ist der Schonfuß für die Fußplatte allerdings fest montiert. Das ist nicht besonders schlau: Bei groben Oberflächen muss man ihn abnehmen können, weil er sonst selbst verkratzt - und beim nächsten Mal die Werkstoff­oberfläche.

Die Gerätegriffe enthalten zwar keine Phthalate. Doch in fünf Sägen wurden stark erhöhte Gehalte PAK nachgewiesen. Die mit Abstand höchsten Werte wurden in der Worx WX474 gemessen. Diese zum Teil krebserregenden Substanzen stecken häufig in schwarzen Kunststoffteilen.

Zwei Anbieter zeigen aber, dass es auch ohne geht. Zugegeben, das sind ausgerechnet die richtig teuren Modelle. Doch für die beiden spricht, dass sie für eine lange Einsatzzeit konstruiert sind. So kann beispielsweise die Schleifkohle im Motor, wenn sie abgenutzt ist, auch von einem Laien wieder ausgetauscht werden.


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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Makita 4351 FCT, 720 W
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Metabo STE 100 Plus, 680 W
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Metabo
Toolson PRO:ST 85, 750 Watt
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Bahag (Bauhaus)
Worx  WX474 100 mm / 720 W
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Positec

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: Acht Stichsägen mit Pendelhubfunktion, sowohl Markenprodukte als auch Geräte aus dem Eigenmarkensortiment von Hornbach und Bauhaus. Wir haben Modelle aus dem mittleren Preissegment ausgewählt - für Handwerker, die nicht nur ab und an mal zur Säge greifen. Grundbedingung: eine maximale Schnitttiefe in Holz von mindestens 80 Millimetern.

Der Praxistest

Technik und Sicherheit: Stichsägen sind keine Leisetreter, aber dennoch gibt's Unterschiede. Wir ließen testen, was am Ohr des Handwerkers tatsächlich ankommt. Darüber hinaus sahen sich die Spezialisten des VDE-Prüfinstituts Offenbach an, wie es um die elektrische Sicherheit der Geräte bestellt ist. Im Dauertest mussten die Geräte über 24 Stunden im Rhythmus "100 Sekunden an, 20 Minuten aus" ihr Durchhaltevermögen unter Beweis stellen.

Sägen: Watt und Hubzahl sind das eine - aber wie kräftig sind die Geräte wirklich, wenn's ans Sägen geht? Die Stichsägen mussten zeigen, wie schnell sie bei exakt gleichem Vorschub 38 Millimeter starke Küchenarbeitsplatten durchtrennen. Um die Geräte vergleichen zu können, haben wir bei allen mit den gleichen Sägeblättern getestet. Darüber hinaus testeten fünf Probanden, wie gut man mit den Geräten gerade und kurvige Schnitte in Küchenarbeitsplatte und in vier Millimeter starkem Stahlblech durchführen kann. Die Tester achteten bei der Prüfung auch darauf, wie sauber die Schnitte durchgeführt werden können.

Handhabung: Nachdem die Probanden mit den Geräten verschiedene Materialien bearbeitet hatten, beurteilten sie die Handhabung: Wie stark vibrieren die Geräte? Lassen sich die Schalter gut erreichen und bedienen? Versteht man die verschiedenen Funktionen? Wie leicht lässt sich das Sägeblatt wechseln und der Gehrungsschnitt einstellen?

Die Inhaltsstoffe

Bei Werkzeugen wird im Bereich des Griffs häufig mit schwarzem, griffigem Kunststoff gearbeitet. Dieser kann hochproblematische polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Möglich ist auch, dass hier eine Mischung aus chlorierten Kunststoffen und weich machenden Phthalaten zum Einsatz kommt. Die Kabel bestehen in der Regel aus PVC und kaum ein Gerät kommt ohne bromierte Flammschutzmittel auf der Platine aus. Wir ließen's im Labor überprüfen.

Die Bewertung

Eine empfehlenswerte Stichsäge liefert saubere Schnitte, lässt sich gut bedienen und ist dabei noch sicher und robust. Doch das ist nicht alles. Wir haben auch Abzüge vergeben, wenn in der ausgewählten Preisklasse eine bestimmte Grundausstattung wie Staubsaugeranschluss und Gehrungsschnitt nicht vorhanden war. Natürlich spielt auch die Schadstoffbelastung eine Rolle: Das Material macht 30 Prozent des Gesamturteils aus.

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