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8 Stichsägen im Test

Stichtag

ÖKO-TEST August 2012 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 27.07.2012

8 Stichsägen im Test

Spülbecken einpassen, Rohre kürzen, Motive aussägen: die Stichsäge macht's. Geräte, die was können, gibt es schon ab gut 80 Euro. Man kann aber auch ziemlich danebenliegen, wie die Sägen von Black & Decker und Worx zeigen.

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Was tun, wenn das Kind plötzlich von einem Piratenschiffbett träumt? Man versucht es erst mit Aussitzen. Doch der Sohn bleibt hartnäckig. Man schaut sich also um, was so ein Sonderwunsch kostet. Definitiv zu viel. Und irgendwann ist es dann so weit: Man fängt an, erste Modelle zu zeichnen. Klickt sich durch Dutzende Onlineseiten mit Bauplänen für ausgefallene Kinderbetten. Helikopter, Schiffe, Rennautos. Und sagt zum Mann: So was bekommen wir doch auch hin!

Mangels Hobbykeller und äußerst spärlichem Maschinenpark ist nur die kleine Lösung drin: Das Kinderbett bekommt eine Piratenschiffverblendung aus MDF. So eine mitteldichte Faserplatte lässt sich gut verarbeiten und ist auch nicht so teuer wie etwa eine Tischlerplatte, hinzu kommt, dass man die Kanten nur schleifen muss. Den groben Zuschnitt erledigt die Kreissäge im Baumarkt. Klar, wäre man eine passionierte Handwerkerfamilie, könnte man das zuhause mit der Handkreissäge selbst machen. Sauber, rechtwinklig, präzise. Aber die Realität sieht anders aus: Daheim ruht lediglich eine zehn Jahre alte Stichsäge, die gnadenlos jeden Schnitt übernehmen muss. Die Investition in eine Handkreissäge lohnt sich einfach nicht, wenn man nur alle Schaltjahre mal mit Holz arbeitet - das Ding braucht zu viel Platz und ganz ungefährlich ist die Handhabung für Ungeübte auch nicht.

Mit ein paar Kniffen kommt man auch mit einer Stichsäge auf geraden Strecken zu einem passablen Ergebnis. Freihändig wird's schnell wackelig. Legt man eine Führungsschiene auf das Werkstück, entlang derer man die Stichsäge schiebt, wird's wesentlich sauberer. Soll nur parallel zu einer bereits vorhandenen Kante gesägt werden, genügt auch ein Parallelanschlag, der wie ein Greifarm von der Säge zur Kante reicht. Wichtig sind nagelneue Sägeblätter. Und natürlich der alte Trick, die gute Seite des Piratenschiffs liegt beim Ausschneiden unten, denn nach oben hin reißen die Sägezähne schnell mal Fasern aus.

Statt Hobbykeller muss der Dachboden herhalten. Damit die Holzplatte unter den Vibrationen der Stichsäge nicht weghüpft, wird sie mit Klemmen an den Holzböcken festgeschraubt. Teppichstücke helfen, die aufliegende Oberfläche zu schonen - und der angeschlossene Staubsauger sorgt dafür, dass nicht der ganze Holzstaub rausgeblasen wird.

Stichsägen sind für Kurven gemacht, auf geraden Strecken brauchen sie Hilfsmittel

Für die Rundungen des Piratenschiffs ist die Stichsäge wie gemacht. Den Pendelhub stellt man aber besser aus, wenn's um die Kurve geht - je kleiner der Radius, desto weniger sinnvoll ist es, wenn das Sägeblatt schräg nach vorne ausholt.

Bei den kleinen runden Luken des Piratenschiffs zeigt sich recht schnell, dass sie trotz aller Sorgfalt nicht ganz so sauber ausfallen. Liegt auch daran, dass man an der falschen Stelle gespart hat, nämlich an speziellen Sägeblättern für enge Kurven. Ganz so selbst gemacht soll's nun auch nicht aussehen, erste Hilfe verspricht der Topfbohrer vom Nachbarn - damit sieht eine Luke wie


Stichsägen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bosch PST 900 PEL, 620 W
  • Bosch

Makita 4351 FCT, 720 W
  • Makita

Toolson PRO:ST 85, 750 Watt
  • Bahag (Bauhaus)

Worx  WX474 100 mm / 720 W
  • Positec

Black & Decker KSTR8K-QS, 600 W
  • Black & Decker

Mac Allister MJS710SL, 710 W
  • Hornbach

AEG Powertools Step 90 X, 600 W
  • AEG

Metabo STE 100 Plus, 680 W
  • Metabo

8 Stichsägen im Test
ÖKO-TEST August 2012 Seite 78
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ÖKO-TEST August 2012 Seite 83

6 Seiten
Seite 78 - 83 im ÖKO-TEST August 2012
vom 27.07.2012
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: Acht Stichsägen mit Pendelhubfunktion, sowohl Markenprodukte als auch Geräte aus dem Eigenmarkensortiment von Hornbach und Bauhaus. Wir haben Modelle aus dem mittleren Preissegment ausgewählt - für Handwerker, die nicht nur ab und an mal zur Säge greifen. Grundbedingung: eine maximale Schnitttiefe in Holz von mindestens 80 Millimetern.

Der Praxistest

Technik und Sicherheit: Stichsägen sind keine Leisetreter, aber dennoch gibt's Unterschiede. Wir ließen testen, was am Ohr des Handwerkers tatsächlich ankommt. Darüber hinaus sahen sich die Spezialisten des VDE-Prüfinstituts Offenbach an, wie es um die elektrische Sicherheit der Geräte bestellt ist. Im Dauertest mussten die Geräte über 24 Stunden im Rhythmus "100 Sekunden an, 20 Minuten aus" ihr Durchhaltevermögen unter Beweis stellen.

Sägen: Watt und Hubzahl sind das eine - aber wie kräftig sind die Geräte wirklich, wenn's ans Sägen geht? Die Stichsägen mussten zeigen, wie schnell sie bei exakt gleichem Vorschub 38 Millimeter starke Küchenarbeitsplatten durchtrennen. Um die Geräte vergleichen zu können, haben wir bei allen mit den gleichen Sägeblättern getestet. Darüber hinaus testeten fünf Probanden, wie gut man mit den Geräten gerade und kurvige Schnitte in Küchenarbeitsplatte und in vier Millimeter starkem Stahlblech durchführen kann. Die Tester achteten bei der Prüfung auch darauf, wie sauber die Schnitte durchgeführt werden können.

Handhabung: Nachdem die Probanden mit den Geräten verschiedene Materialien bearbeitet hatten, beurteilten sie die Handhabung: Wie stark vibrieren die Geräte? Lassen sich die Schalter gut erreichen und bedienen? Versteht man die verschiedenen Funktionen? Wie leicht lässt sich das Sägeblatt wechseln und der Gehrungsschnitt einstellen?

Die Inhaltsstoffe

Bei Werkzeugen wird im Bereich des Griffs häufig mit schwarzem, griffigem Kunststoff gearbeitet. Dieser kann hochproblematische polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Möglich ist auch, dass hier eine Mischung aus chlorierten Kunststoffen und weich machenden Phthalaten zum Einsatz kommt. Die Kabel bestehen in der Regel aus PVC und kaum ein Gerät kommt ohne bromierte Flammschutzmittel auf der Platine aus. Wir ließen's im Labor überprüfen.

Die Bewertung

Eine empfehlenswerte Stichsäge liefert saubere Schnitte, lässt sich gut bedienen und ist dabei noch sicher und robust. Doch das ist nicht alles. Wir haben auch Abzüge vergeben, wenn in der ausgewählten Preisklasse eine bestimmte Grundausstattung wie Staubsaugeranschluss und Gehrungsschnitt nicht vorhanden war. Natürlich spielt auch die Schadstoffbelastung eine Rolle: Das Material macht 30 Prozent des Gesamturteils aus.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST August 2012
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Erschienen am 27.07.2012

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