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17 Rindenmulche im Test

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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 19.10.2012

17 Rindenmulche im Test

Rindenmulch sorgt dafür, dass Gärtner seltener gießen und Unkraut rupfen müssen. Doch in einigen Regionen enthält der Mulch Cadmiumgehalte, die der Gesetzgeber nach aktuellem Stand ab 2014 nicht mehr tolerieren wird. Allerdings kämpft die Lobby derzeit für einen höheren Grenzwert in Rindenprodukten.

Das große Thema bei Rindenmulch: Cadmium. Es gelangt vom Boden in den Baum und lagert sich vor allem in der Rinde ab. Deshalb wollten wir wissen, wie cadmiumbelastet die Rindenmulche sind, die man in Bau- und Raiffeisenmärkten sowie in Gartencentern bekommt. Darüber hinaus durchliefen die Produkte eine breite Schadstoffprüfung. Außerdem ließen wir auch klären, ob die deklarierte Körnung eingehalten wird und wie hoch der Holzanteil ist.

Das Testergebnis

In vier von 17 Mulchen wurden Cadmiumgehalte, die über dem aktuellen gesetzlichen Grenzwert liegen, gemessen. Acht weitere enthalten niedrigere Gehalte, die aber dennoch zur Abwertung führen. "Sehr gut" schneiden am Ende fünf Mulche ab, bei denen es - auch, was Körnung und Reinheit angeht - nichts auszusetzen gibt.

In Sachen Schwermetalle bleibt das große Problem das Cadmium. In vier Rindenmulchen wurde der gesetzliche Grenzwert von 1,5 Milligramm pro Kilogramm überschritten. Nach derzeitigem Stand dürfen diese Produkte ab 2014 nicht mehr in Verkehr gebracht werden - wird jedoch der von der Branchenlobby geforderte höhere Grenzwert von 2,5 Milligramm pro Kilogramm durchgesetzt, so heißt es auch künftig: freie Fahrt für sehr stark belastete Mulche. Ärgerlich: Beim Bauhaus Gardenfuchs Rindenmulch wird auf der Verpackung nicht auf das enthaltene Cadmium hingewiesen. Der Gesetzgeber verlangt aber einen Hinweis ab einem Gehalt von einem Milligramm Cadmium pro Kilogramm.

Wenn die Rinde vom Stamm abgeschält wird, kann es sein, dass ein paar Holzspäne unter die Rinde geraten. Je schneller und günstiger es gehen muss, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass helle Holzspäne im Mulch zu finden sind. Ab einem gewissen Punkt sieht der Mulch dann sehr unsauber und unruhig aus. Die RAL-Gütegemeinschaft toleriert bis zu sechs Prozent bei Rindenmulch der mittleren Sortierung, wir waren ein bisschen großzügiger. Aber bei einem Holzanteil, der mehr als acht Prozent ausmacht, ziehen auch wir eine Note unter dem Testergebnis Körnung und Reinheit ab - ein Drittel der Produkte schneidet hier deshalb nur mit "gut" ab.

Rinde verrottet mit der Zeit. Je feiner die Bestandteile sind, desto schneller geht's. Wer etwas mehr Geld ausgibt, bekommt Rindenmulch, bei dem Rindenstückchen kleiner ein Zentimeter nur einen geringen Teil ausmachen. Deklariert ist dies dann als "10 bis 40 mm". Der Gartenkrone Rindenmulch + Stickstoff, der mit 3,56 Euro pro 50 Liter zu den teureren Mulchen gehörte, bestand trotzdem zu fast der Hälfte aus Kleinstbröseln. Wer den Basic Rinden-Mulch in den Einkaufswagen legt, kauft direkt die Katze im Sack, weil keine Körnung deklariert ist.


Rindenmulch: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Raiffeisen Gartenkraft Rindenmulch
  • Raiffeisen

Weber Rindendekor
  • Gregor Ziegler

Kleeschulte Erden Bonaterr Rindenmulch
  • Kleeschulte

Universal Rindenmulch
  • Handelsagentur AVJ

Gute Wahl Rindenmulch
  • Dehner

Budget Rindenmulch naturbelassene Nadelholzrinde
  • Praktiker

Bauhaus Gardenfuchs Rindenmulch
  • Bauhaus

Aro Rindenmulch
  • Metro

Rindenmulch
  • Terrasan

Florasan Premium Rindenmulch
  • Florasan

Gartenkrone Rindenmulch + Stickstoff
  • Zeus/Hagebau

Basic Rinden-Mulch
  • Hellweg

ASB Parkland Rindenmulch
  • ASB-Grünland

Max Bahr Rindenmulch
  • Max Bahr

Rindenmulch grob
  • Terrasan

CMI Rindenmulch
  • Obi

B1 Rindenmulch
  • Toom-Baumarkt

17 Rindenmulche im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 254
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 255
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 256
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 257

4 Seiten
Seite 254 - 257 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
vom 19.10.2012
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Pinienrinde, Kakaoschale, mit und ohne Farbe - es gibt inzwischen viele verschiedene Mulchtypen, am gebräuchlichsten ist noch immer der gute alte Rindenmulch aus Kiefern- und Fichtenrinde. Wir haben Mulche der mittleren Sortierung, das heißt mit einer Körnung von bis 40 Millimeter eingekauft: in Gartencentern, Baumärkten und bei Raiffeisen.

Körnung und Reinheit

Mulch soll vor allem aus Rinde bestehen. Doch wird die Rinde nicht sorgfältig vom Stamm abgeschält, finden sich viele helle Holzstücke im Mulch, er sieht unruhig aus. Das muss nicht sein. Auch Verunreinigungen wie Kunststoff, Glas, Moos will niemand drin haben. Ein Qualitätsmerkmal ist darüber hinaus die Körnung: Je höher der Kleinanteil, desto schneller setzt sich der Mulch um. Deshalb sind Mulche, die aus eher größeren Rindenstücken zwischen 10 und 40 Millimeter bestehen, etwas teurer. Wir ließen begutachten, ob sich die Investition lohnt oder ob auch diese Mulche hohe Anteile an Rindenbröseln enthalten.

Die Inhaltsstoffe

Das große Thema bei Rindenmulch: Cadmium. Es gelangt vom Boden in den Baum und lagert sich vor allem in der Rinde ab. Über den Boden können natürlich noch andere Schwermetalle in die Rinde geraten. Ein anderes Thema sind Pflanzenschutzmittel: In Deutschland dürfen Keulen wie Lindan und andere chlororganische Insektizide schon lange nicht mehr angewendet werden. Doch Rinde wird inzwischen auch aus dem Ausland importiert, weil die Nachfrage steigt - Rinde wird nämlich auch zum Heizen verwendet. Deshalb haben wir auf eine ganze Palette von Insektiziden prüfen lassen. Dass auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ein Thema sein können, wissen wir spätestens seit unserem Test Blumenerden.

Die Bewertung

Ab 2014 dürfen Rindenmulche, die mehr als 1,5 Milligramm Cadmium pro Kilogramm enthalten, nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Wir orientieren uns an diesem Grenzwert, auch wenn er womöglich bald auf Wunsch der Hersteller wieder nach oben gesetzt wird. So kommt's, dass ein Mulch, der ganz und gar legal ist, bei uns im roten Bereich landet. Abzüge gibt's zusätzlich, wenn die Hersteller auf der Verpackung nicht auf den Cadmiumgehalt ihrer Produkte hinweisen. Das verlangt der Gesetzgeber schon jetzt.

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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
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Erschienen am 19.10.2012

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
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