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13 Fertigparkette im Test

Gut Holz

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren | Kategorie: Bauen und Wohnen | 02.11.2012

13 Fertigparkette im Test

Parkett ist und bleibt eine gute Wahl. Und von den meisten Testprodukten geht fast keine Belastung für die Raumluft aus. Doch mancher Hersteller spart am guten Eichenholz. Wer einen langlebigen Boden sucht, muss genau hingucken.

Parkett ist für viele heute der Wunschbodenbelag. Ob man sich im Eigenheim oder auch der Mietwohnung dann tatsächlich für das natür­liche, langlebige Mate­rial entscheidet, hängt nicht zuletzt an den Kosten. Und so ist der Preisdruck auf dem Markt für Fertigparkett enorm, zumal die Hersteller in Deutschland und Österreich auch immer mehr Konkurrenz durch Importe bekommen.

Eine Möglichkeit für die Hersteller darauf zu reagieren ist, an der Dicke der Nutzschicht zu sparen, also zum Beispiel an der dünnen Lage aus Eichenholz im Eichenparkett. Andre Leonhardt, Qualitätsmanager bei Hersteller Parador, bestätigt, dass die Nutzschichtdicken von Fertigparkett in den vergangenen Jahren abgenommen haben. "Hintergrund ist die zunehmende Schnelllebigkeit. Es gibt bei Parkett jetzt viele Mode­erscheinungen: Mal ist es gebürstet, mal gekalkt, mal im Used Look. Das ist dann ein, zwei Jahre modern und danach nicht mehr." Ein Großteil des Parketts würde ohnehin schwimmend verlegt, sodass es technisch schwieriger sei, es abzuschleifen, um es für die nächsten zehn Jahre wieder schön zu haben.

Wer sein schwimmend verlegtes Parkett lieb gewonnen hat, aber die Kratzer oder ­Abdrücke von Stöckel­schuhen und Möbeln darin langsam überhandnehmen, muss übrigens auch nicht gleich die Flinte ins Korn werfen: Es gibt durchaus Betriebe, die auch schwimmend verlegtes Parkett abschlei­fen. Die Fachleute überprüfen vorher an den Wandfugen, ob die Nutzschicht noch dick genug für einen Abschliff ist. Das Risiko von durchgeschliffenen Stellen ist aber bei nicht verklebtem Fertigparkett größer.

Wir wollten wissen, wie es um die Qualität des aktuellen Fertigparkettangebots ­bestellt ist. Deshalb haben wir dreizehn Fertigparkettböden mit Eichenoberfläche in die Praxis- und Schadstoffprüfung geschickt.

Das Testergebnis

Fertigparkett ist grundsätzlich ein gesunder Boden­belag. Bis auf ein Testprodukt schneiden alle mit einem "sehr guten" Testergebnis Inhalts­stoffe ab. In der Praxisprüfung trennte sich dann doch die Spreu vom Weizen.

Viele Nutzschichtdicken rechtfertigen nur knapp den Namen Parkett. Ein Mehrschicht-Holzboden mit einer Nutzschichtdicke von weniger als 2,5 Millimetern (mm) ist ein Furnierboden. Um ein Produkt nach der Norm DIN EN 13489 Parkett nennen zu dürfen, muss man es mit einer mindestens 2,5 mm starken Nutzschicht ausstatten. Die getesteten Parkette von Meister und Parador liegen genau auf dieser Grenze, haben die Nutzschichtdicken aber ­wenigstens zutreffend angegeben. Bei anderen liegt der tatsächlich gemessene Wert deutlich unter dem, was im Onlinekatalog steht. Nur die Parkette der Marken Bauwerk Maxipark, Boen, Haro und Bembé haben überhaupt 3,5 mm und mehr Nutzschichtdicke zu bieten. Das sollte ein "sehr gutes" Parkett nach unserer Auffassung aber tun.

Bei der Bembé Corniche Landhausdiele zeigte sich ein deutlicher Kantenversatz von durchschnittlich 0,29 mm. Das heißt, die Verbindungen sind wahrscheinlich nicht sauber genug ausgefräst, soda


Fertigparkett: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Parador Eiche Schiffsboden 3-Stab, naturgeölt
  • Parador

Tilo Parkett LDX Country Eiche, UV-geölt
  • Tilo

Tarkett Salsa Eiche natur 3-Stab, Hartwachsöl
  • Tarkett

Max Bahr Parkett Exclusiv Eiche geräuchert markant 3-Stab,
  • Max Bahr

Haro 4000 Landhausdiele 2V Eiche Sauvage strukturiert,
  • Hamberger Flooring

Bembé Corniche Landhausdiele Eiche Markant, geölt-gewachst
  • Bembé

Meister PD 400 Cottage Eiche lebhaft, naturgeölt
  • Meisterwerke Schulte

Adler Schiffsboden 45 Eiche 3Strip Standard, geölt natur
  • Adler

WP Charisma Einblatt Eiche astig gefast, gebürstet, naturgeö
  • Weitzer Parkett

Bauwerk Maxipark 3-Schicht Landhausdiele Eiche, naturgeölt
  • Bauwerk Parkett

Boen Castle Landhausdiele Eiche Animoso Ecoline UV-geölt
  • Boen Parkett

Kährs Eiche Jersey Natur-Öl
  • Kährs

Ter Hürne FP Bright Collection LHD Eiche gebürstet,
  • Ter Hürne Holzwerk

13 Fertigparkette im Test
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Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren Seite 235

4 Seiten
Seite 232 - 235 im Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren
vom 02.11.2012
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Die 13 geölten und UV-geölten Fertigparkette haben wir im Fachhandel und Baumarkt eingekauft. Alle haben eine Oberfläche aus der bei Parkett derzeit beliebten Holzart Eiche. Die Preise liegen zwischen knapp 37 und 85 Euro pro Quadratmeter.

Die Praxisprüfung

Bei Fertigparkett ist wichtig, dass die Abmessungen exakt sind. Schließlich sollen die einzelnen Teile zusammenpassen und eine schön ebene Fläche ergeben. Deshalb gibt die Norm DIN EN 13849 unter anderem vor, wie stark die Schwankungen in Bezug auf die Breiten und die Rechtwinkligkeit der Paneele sein dürfen. Ob zum Beispiel ungenaue Ausfräsungen dazu führen, dass Kanten hochstehen, wird nach der Norm mit einem Tiefenmesstaster an auf einer starren Fläche verlegten Elementen geprüft. Wie dick die Nutzschicht aus Eichenholz jeweils wirklich ist, hat das von uns beauftragte Labor mit einer besonders exakten Methode über mikroskopische Aufnahmen ermittelt.

Die Inhaltsstoffe

Ein geölter Parkettfußboden ist kein pures Holz mehr: Von den mehr oder weniger natürlichen Ölen oder unter UV-Licht ausgehärteten Schutzschichten können Belastungen für die Raumluft ausgehen. Hinzu kommen mögliche Ausdünstungen aus dem Holz selbst oder aus verwendetem Leim. Wir ließen messen, ob - wie in vergangenen Parketttests - krebserregendes Formaldehyd in nennenswerten Mengen ausdünstet. Auch die Gesamtbelastung an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) interessierte uns, denn hohe Gehalte davon werden mit Symptomen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit in Verbindung gebracht. Zu guter Letzt haben die Produkte noch ein Screening auf giftige Schwermetalle durchlaufen.

Die Bewertung

Auch wenn die Hersteller bei Parkett von kurzlebigen Modetrends sprechen: Wir finden, wer in einen Parkettboden investiert, sollte lange daran Freude haben und auch die Möglichkeit, ihn gegebenenfalls mehrmals durch Abschleifen wieder frisch und schön zu machen. Deshalb erhalten die Böden mit dünner Nutzschicht von uns Punktabzug. Wenn die Labormessungen eine geringere Dicke aufzeigten als vom Hersteller angegeben, haben wir das unter Weitere Mängel abgewertet. Neben den praktischen Aspekten ist die Schadstofffreiheit besonders wichtig. Das Gesamtergebnis der Produkte ergibt sich deshalb aus dem schlechtesten Einzelergebnis für Praxisprüfung oder Inhaltsstoffe.

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ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren
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Erschienen am 02.11.2012

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