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25 Flipflops & Co. im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Flipflops & Co.

Für die Füße

Sauna oder Sonnenschein - das sind ideale Bedingungen für Flipflops, Crocs & Co. Mittlerweile haben sich auch Ästheten an ihren Anblick gewöhnt. Doch es gibt genug Gründe, kritisch hinzuschauen. Denn viele der luftigen Treter stecken voller Schadstoffe.

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19.10.2017 | Heidi Klum trägt ihre gern mit Metallnieten verziert und das brasilianische Model Gisele Bündchen geht nicht nur in Zehentretern spazieren, sondern entwirft die flachen Treter sogar für eine bekannte Marke aus ihrer Heimat. Dort, unter südamerikanischer Sonne, schlappen die Menschen gern das ganze Jahr über mit den Schuhen durch die Gegend.

Wir wollten wissen, was man seinen Füßen antut, wenn man barfuß in die luftigen Sommertreter schlüpft und haben insgesamt 25 Paare - Zehentreter, Kunststoffclogs und Badeschuhe - zur Schadstoffanalyse in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Die beiden günstigsten Modelle verdienen sich die Bestnote "sehr gut". Drei Schuhe sind "gut", zwei "mangelhaft" und neun "ungenügend".

Wenn es stinkt könnte das ein Hinweis auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sein, die in den Schuhen verarbeitet worden sind und vor sich hin müffeln. Einige PAK gelten als krebserregend, andere stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Im Aqua Sphere Beachwalker, schwarz findet sich ein ganzer Mix an PAK, darunter das krebserregende Benzo(a)pyren sowie krebsverdächtiges Naphthalin, das in abwertungsrelevanten Mengen in 13 weiteren Schuhen steckt.

Im Clog Chung Shi Dux, navy hat das Labor giftiges Quecksilber in einem Druckknopf gefunden. Schon kleine Mengen können das Nervensystem und vermutlich auch das Herz, Immunsystem und den Fortpflanzungszyklus schädigen.

In den Skechers Clogs Step Ups Fly Abouts und den Teva Mush II Canvas schwarz/grau hat das Labor Diethylhexylphthalat (DEHP) nachgewiesen. Phthalate werden als Weichmacher eingesetzt und stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und außerdem wie ein Hormon zu wirken. DEHP ist als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und in der EU in Spielzeug und Babyartikeln ab einem geringen Grenzwert verboten. Inzwischen sollen andere Verbindungen die Aufgabe der Phthalate übernehmen. Solche Ersatzweichmacher, die bislang nicht hinreichend auf mögliche langfristige Gesundheitsrisiken untersucht sind, stecken in sechs Schuhen.

In zwei Produkten wies ein Labor Anilin nach. Dabei handelt es sich um einen Farbstoffbaustein aus der Gruppe der aromatischen Amine, der im Verdacht steht, Krebs zu verursachen.

Zinnorganische Verbindungen hat ein Labor viermal entdeckt. Sie sind in der Umwelt meist nur schwer abbaubar und stehen im Verdacht, das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen zu beeinträchtigen. Problematisch ist Dioktylzinn, das in Babyartikeln oder Textilien mit Hautkontakt verboten ist. Bestimmte Methylzinnverbindungen besitzen laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine "ausgeprägte Neurotoxizität". Im Tierversuch führt beispielsweise die orale Gabe von Dimethylzinn zum Absterben von Nervenbahnen.

So reagierten die Hersteller

Anbieter Chung Shi teilte mit, wegen des positiven Quecksilberbefunds die Herstellung dieses Schuhs bis auf Weiteres zu stoppen und schon produzierte Exemplare u

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Flipflops & Co. Gehören zum Sommer. Unsere Einkäufer haben sich passend zur Jahreszeit in Schuh-, Sport- und Outdoorgeschäften sowie Onlineshops umgesehen und auch das Angebot von Kaufhäusern, Discountern und Drogerien nicht außer Acht gelassen. In die Warenkörbe sind 14 Zehenstegsandalen gewandert, sechs Paare Clogs und fünf Paare Badeschuhe. Das günstigste Modell kostete 3,95 Euro, das teuerste fast 50 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Alle Schuhe bestehen zu überwiegenden Teilen aus Kunststoff. Wir wollten deshalb wissen, ob darin Phthalat-Weichmacher stecken, die beispielsweise in Baby- und Kinderartikeln gesetzlich reglementiert sind. Auch hat uns interessiert, ob sich krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in den Produkten finden lassen, die durch den Einsatz von Weichmacherölen hineingelangen können. Außerdem ließen wir die Analytiker unter anderem nach Schwermetallen wie Chrom, Quecksilber und Blei suchen sowie nach problematischen Farbstoffbestandteilen und zinnorganischen Verbindungen.

Die Weiteren Mängel
Optische Aufheller lassen helle Textilien zwar weiß strahlen, belasten aber die Umwelt, weil sie schwer abbaubar sind. Wir werten unter dem Testergebnis Weitere Mängel um eine Note ab, wenn die Fundstellen keinen Hautkontakt haben. Optische Aufheller mit Hautkontakt zählen zu den kritischen Inhaltsstoffen.

Die Bewertung
Wo das Labor gesetzlich reglementierte Phthalate nachgewiesen hat, werten wir ab - je nach festgestellter Menge um vier oder zwei Noten. Streng bewerten wir auch giftiges Quecksilber sowie krebsverdächtige Farbstoffbausteine. Auch der Nachweis von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und giftigen zinnorganischen Verbindungen sorgt für einen hinteren Tabellenplatz.

So haben wir getestet

Saison: Im Sommer gibt es leichte Sandalen fast überall - nur wenige sind schadstofffrei, wie der ÖKO-TEST zeigt.

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