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16 Geräte gegen Rückenschmerzen im Test

Handbuch Gesundheit
vom 15.06.2012

Geräte gegen Rückenschmerzen

Ich hab' Rücken

Zahlreiche Geräte versprechen, Rückenschmerzen zu lindern. Mitunter kämpfen die Hersteller mit recht exotischen Produkten um Käufer. Von nutzlos bis schädlich: Bei unserem großen Test war alles dabei.

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15.06.2012 | Überall in Deutschland zieht, sticht, klopft und drückt es. Die Bundesbürger haben es im Kreuz. In der Patientenleitlinie "Kreuzschmerz" von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) aus dem Jahr 2011 heißt es: "Etwa drei von vier Deutschen geben an, mindestens einmal in ihrem Leben solche Beschwerden gehabt zu haben. Besonders betroffen sind dabei die Kreuzbein- und Lendenregion."

Ob Geräte gegen Rückenschmerz heilen, verschwendete Zeit und Geld sind oder gar Schaden anrichten, hat ÖKO-TEST von Experten eines Institutes für Sportwissenschaften untersuchen lassen. Im Test waren insgesamt 16 Produkte, die außerdem noch in verschiedenen Laboren auf Schadstoffe untersucht wurden.

Das Testergebnis

Es gibt kein Allheilmittel gegen Rückenschmerzen: Einzelne Geräte können bei unspezifischen Rückenschmerzen durchaus wirksam sein, allerdings hängt das immer von den zugrunde liegenden Beschwerden ab. Eine pauschale Empfehlung gibt es also nicht. Die Mehrzahl der getesteten Geräte schneidet mit "ausreichend" oder schlechter ab. Etliche Produkte könnten besser dastehen, wenn sie nicht mit Schadstoffen belastet wären.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus dem umfangreichen Angebot an Geräten gegen Rückenschmerzen haben wir 16 Produkte im Versandhandel und bei Internethändlern eingekauft. Sie lassen sich in die Gruppen Traktion (Zugwirkung)/Dehnung, Wärmetherapie, Training, Stützgürtel und Reizstromtherapie einteilen. Die Auswahl umfasst Großgeräte, die die komplette Wirbelsäule strecken sollen, Wärme spendende Produkte, Stützvorrichtungen, die ruhigstellen, sowie TENS-Kleingeräte, die per transkutaner elektrischer Nervenstimulation Strom über Elektroden durch die Haut in verspannte Muskeln schicken. Bei unspezifischen Rückenschmerzen bringt oft schon Bewegung viel. Deshalb haben wir auch Trainingsgeräte im Test, die die Wirbelsäule stabilisieren und Muskeln aufbauen sollen.

Die Praxisprüfung
Um herauszubekommen, ob die Geräte gegen Rückenschmerzen nützen, sind wir noch einmal zur Uni gegangen. Am Institut für Sportwissenschaft und Motologie der Universität Marburg ließen Wissenschaftler die 16 Geräte von zwei Probandengruppen ausprobieren. Jeweils zehn gesunde Tester und zehn mit chronisch-unspezifischem Rückenschmerz testeten alles: vom Kirschkernkissen bis zum Überkopftrainer. Nach dem Gebrauch wurden die Probanden nach ihrer Meinung zu Handhabung, Anwendbarkeit und Wirkung befragt. Bei Geräten, die einen Einfluss auf die Haltung haben, nahmen die Forscher vor und nach der Anwendung einen Wirbelsäulenscan vor. Die Forscher dokumentierten und verglichen die relative Stellung der Wirbel zueinander. Bei Streck- und Dehngeräten erfolgten Messungen der Gesamtkörperstreckung und der Rumpfbeweglichkeit. Um die Wirkung der Geräte auf die Rumpfbeweglichkeit zu bestimmen, notierten die Wissenschaftler den Finger-Boden-Abstand beim Vornüberbeugen - vor und nach dem Gebrauch. Abschließend beurteilten die Forscher die Geräte aus trainingswissenschaftlich-biomechanischer Sicht, aus einem orthopädisch-medizinischem Blickwinkel und inwieweit die Geräte physiotherapeutisch wirken. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Realisierung der Herstellerversprechen zur Wirksamkeit überprüften die Wissenschaftler.

Die Inhaltsstoffe
So unterschiedlich die Geräte gegen Rückenschmerzen sind, so verschieden gestaltet sich die Suche nach möglichen Schadstoffen in den Produkten. Waren Kunststoffteile und Schaumstofffüllungen angebracht oder enthalten, ließen wir die Labore zum Beispiel nach Weichmachern und chlorierten Kunststoffen suchen. Auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, von denen einige Verbindungen krebserregend sind, und schädliche zinnorganische Verbindungen können aus Produktionsrückständen enthalten sein. Platinen von Elektrogeräten ließen wir auf schädliche bromierte Flammschutzmittel analysieren.

Die Bewertung
Das ideale Gerät gegen Rückenschmerzen ist schadstofffrei und sein Geld wert. Und entscheidend ist natürlich, dass es wirkt. Deshalb fließt die Note der Praxisprüfung zu 70 Prozent in das Gesamturteil ein, das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 30 Prozent. Damit ein "sehr gut" beim Testergebnis Inhaltsstoffe nicht aus einem unnützen Gerät ein mittelmäßiges macht, kann das Gesamturteil nicht besser sein als das Testergebnis Praxisprüfung. Das ist dann "gut", wenn das Gerät gegen Schmerzen wirkt und auch vom Käufer problemlos zu Hause angewendet werden kann. Handelt es sich beim Produkt um ein Trainingsgerät, welches laut Anbieter nicht direkt gegen Schmerzen wirken soll, beurteilten wir die Anwendbarkeit und den Trainingseffekt. Schließlich gab es für all die Geräte einen Notenabzug, die schlicht zu teuer waren für das, was sie bieten.

So haben wir getestet

Ein Scan der Wirbelsäule enthüllt, ob die getesteten Geräte die Haltung beeinflussen.