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10 Multivitaminpräparate für Menschen ab 50 im Test

Handbuch Gesundheit
vom 15.06.2012

Multivitaminpräparate, ab 50

Frisch ist besser

Vitamine und Mineralstoffe in einer Tablette werden als Rundum-sorglos-Paket zum Erhalt der Gesundheit verkauft. Doch immer mehr Studien zeigen: Mit dem Nutzen solcher Produkte ist es nicht weit her, die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Und so schnitten die untersuchten Multivitaminpräparate fast alle katastrophal ab.

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15.06.2012 | Ob in der Apotheke, der Drogerie oder im Discounter - Vitaminpillen werden uns allerorten angepriesen. Häufig gibt es neben Produkten für die Allgemeinheit auch spezielle Präparate für Senioren im Sortiment. Doch in jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass die Vitaminpillen anscheinend sogar schaden können. Unter dem Titel Weniger ist mehr - Nahrungsergänzungsmittel und die Sterblichkeitsrate bei älteren Frauen hatten Wissenschaftler im Fachmagazin Archives of Internal Medicine die Daten von 38.772 Frauen ausgewertet. Diese waren zu Studienbeginn im Jahr 1986 durchschnittlich knapp 62 Jahre alt. Bis Ende 2008 waren 40 Prozent von ihnen gestorben. Dazwischen wurden sie dreimal zur Einnahme von Nahrungsergänzungen befragt. Viele Supplemente erhöhten die Sterblichkeitsrate: Multivitamine um 2,4 Prozent, Zink um 3 Prozent, Eisen um 3,9 Prozent, Vitamin B6 um 4,1 Prozent, Folsäure um 5,9 und Kupfer gar um 18 Prozent.

Die Vitaminbefürworter entrüsteten sich. Die Aussagen seien "unseriös und wissenschaftlich so nicht haltbar", stellte prompt die Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung (GIVE) fest. Entscheidende Standards seien nicht eingehalten, auf eine umfassende und exakte Erfassung des Ernährungsstatus verzichtet und Dosis sowie Formulierung der Wirkstoffe nicht angegeben worden. In der Tat lassen sich mit derartigen Studien keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen. Schwächen ihrer Studie nennen die Autoren selbst beim Namen. Sie räumen etwa ein, dass sie Vorteile wie eine verbesserte Lebensqualität durch die Supplemente nicht ausschließen können. Dennoch sorgen sich die Wissenschaftler um die langfristige Sicherheit und sehen nur wenig Rechtfertigung für den weitverbreiteten Gebrauch der Produkte. Wir fordern, dass die Einnahme von Vitaminpillen dem gesunden Anwender von Nutzen ist.

ÖKO-TEST hat zehn Multivitaminpräparate eingekauft, die speziell für Menschen über 50 Jahre angeboten werden.

Das Testergebnis

Kein Produkt ist eine Empfehlung wert. Drei erreichen mit Ach und Krach ein "ausreichend". Zu hohe Dosierungen, fragwürdige Auslobungen und mangelnder Nutzen sorgen bei den meisten für "mangelhafte" und "ungenügende" Gesamturteile.

Ein Nutzen von Multivitaminpräparaten für den gesunden Anwender ist nicht ersichtlich. Ihre volle Wirkung entwickeln Vitamine anscheinend nur im natürlichen Verbund des Lebensmittels. Die in den Pillen enthaltenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen lassen sich leicht auch mit einer abwechslungsreichen Ernährung zuführen. Die Präparate können auch kein falsches Ernährungsverhalten ausgleichen. Außerdem: "Eine vollwertige Ernährung liefert nicht nur essenzielle Nährstoffe, sondern auch die energieliefernden Nährstoffe im richtigen Verhältnis sowie adäquate Mengen an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen", betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihren Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr.

Bis heute sind Höchst- und Mindestmengen für Vitamine und Mineral

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