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12 Schaumstoffmatratzen im Test

Handbuch Gesundheit
vom 15.06.2012

Matratzen, Schaumstoff

Träume auf Schäumen

Eine Matratze soll anpassungsfähig sein, muss aber an den richtigen Stellen dem Körpergewicht auch gegenhalten können. Diese Gratwanderung schafft kein Modell im Test 100-prozentig. Immerhin hält sich die Schadstoffbelastung in Grenzen.

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15.06.2012 | Wir wollten wissen, wie es um die Qualität der Schaumstoffmatratzen bestellt ist, die bei Fachhändlern, Discountern und Ikea angeboten werden. Sowohl das Material als auch die praktischen Eigenschaften wurden einer Prüfung unterzogen.

Das Testergebnis

Die Schadstoffbelastung der Matratzen hat in den vergangenen Jahren mehr und mehr abgenommen. In unserem Test tauchen weich machende Phthalate, der Bakterienkiller Triclosan, phosphororganische Verbindungen oder Insektizide wie Permethrin gar nicht mehr auf. Allerdings kommt in vielen Matratzenbezügen das giftige Halbmetall Antimon vor, das zur Produktion von Polyesterfasern oder als Flammhemmer eingesetzt wird. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Antimonverbindungen Haut und Schleimhäute reizen.

Noch immer häufig vertreten: optische Aufheller an ganz unterschiedlichen Stellen wie in Reißverschlüssen, Etiketten oder Bezugsfäden. Da die Matratzen aber noch immer mit einem Betttuch bezogen werden, haben die Aufheller wenigstens keinen Kontakt zur Haut - und somit auch keinen Einfluss auf das Gesamturteil.

Im Praxistest schnitt keine Matratze mit "sehr gut" ab. Das liegt in den meisten Fällen nicht am Matratzenkern selbst, sondern an straffen, wenig elastischen Bezügen, die die überwiegend "sehr guten" Eigenschaften der Kerne wieder abschwächen. Die gefütterten Bezüge, die - offensichtlich der Optik zuliebe - meist noch einmal mit vielen Steppnähten versehen sind, können den Matratzenaufbau erheblich verhärten.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Aufgrund des langwierigen Praxistests, aber auch der teilweise recht langen Lieferfristen haben wir die Matratzen schon im August 2009 bestellt und eingekauft.

Der Praxistest
Ob eine Matratze bequem ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dennoch gibt es Eigenschaften, die gute von weniger guten Matratzen unterscheiden. So sollte eine Matratze die Wirbelsäule in Rücken- und in Seitenlage möglichst entspannt lagern und für eine Druckentlastung des Gewebes sorgen. Wie gut die Matratzen diesen Anspruch erfüllen, überprüfte das Ergonomie Institut München für uns. Im Zentrum der Prüfungen standen die elastischen Eigenschaften der Matratzen: Wie ist der Härtegrad - die Federelastizität - einzustufen? Wie biegsam und punktelastisch sind die verschiedenen Modelle? Wie werden Schulter und der untere Rücken gestützt? Wie sind die einzelnen Liegezonen aufeinander abgestimmt? Die Methode des Prüflabors orientierte sich dabei sowohl an technischen Messstandards als auch an den Erfordernissen eines liegenden Menschen: Spezielle Prüfstempel, die Schulter- und Rückenpartie, Ferse und die menschliche Rückenkontur vom Gesäß bis zum Nacken abbilden, simulierten die Belastung der Matratze. Dabei wurde die Benutzung durch verschieden große und schwere Personen simuliert.

Die Inhaltsstoffe
Nachdem die Matratzenkerne in den vergangenen Jahren immer wieder weichmachende Phthalate und Pflanzenschutzmittel enthalten hatten, mussten die Matratzen auch bei unserem aktuellen Test ein aufwendiges Materialscreening durchlaufen. Überall, wo Polyester zum Einsatz kommt, wollten wir wissen, ob sich das Halbmetall Antimon aus dem Material lösen kann - es wird unter anderem zur Produktion von Polyesterfasern eingesetzt. Außerdem interessierte uns, ob die Hersteller umweltschädliche optische Aufheller oder PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe einsetzen.

Die Bewertung
Die Unterlage, auf der man rund ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt, soll unseren Körper, vor allem den Rücken, gut betten. Aber auch die Inhaltsstoffe müssen stimmen. Deshalb kann eine Matratze nur so gut sein wie das schlechteste Einzelergebnis.