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Sonnenschutzmittel

Auf die Pelle

Mit Sonnenschutzmittel sollte man nicht geizen. Gerade einige der hochpreisigen Marken kann man aber getrost im Regal stehen lassen. Es gibt günstigere mit besserer Zusammensetzung.

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15.06.2012 | Wer draußen unterwegs ist und seine Haut vor Sonnenbrand schützen will, braucht eine Sonnencreme. Die Auswahl an Mitteln ist groß, die Entscheidung für das richtige trotzdem etwas komplizierter. Denn mit Ausnahme von zertifizierter Naturkosmetik enthalten die Sonnenschutzmittel normalerweise chemische UV-Filter, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht sicher ist. ÖKO-TEST empfiehlt deshalb, auf Mittel mit rein mineralischem Schutz auszuweichen. Die Umwelttoxikologin Professor Margret Schlumpf und der Arzt Walter Lichtensteiger von der Universität Zürich haben für einige UV-Filter schon vor Jahren eine hormonelle Wirkung an Zellkulturen und teilweise im Tierversuch aufgezeigt. Dass die Filtersubstanzen aus Kosmetika in den Körper gelangen, belegen Messungen der Forscher in Muttermilch.

Nachteil von Sonnenschutzmitteln auf Basis der mineralischen UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid ist, dass sie auf der Haut meist deutlicher zu sehen sind, wenn auch nicht mehr mit so einem extremen "Weißeleffekt" wie noch vor Jahren. Auch die meisten konventionellen Kosmetikhersteller setzen inzwischen den mineralischen UV-Filter Titandioxid ein - ergänzend zu den chemischen UV-Filtern.

Wir wollten wissen, welche Sonnenschutzmittel aktuell empfehlenswert sind und haben 22 Marken mit mittlerem Schutz zwischen Lichtschutzfaktor 15 und 25 in die Labore geschickt, darunter vier Naturkosmetika mit rein mineralischem Lichtschutz.

Das Testergebnis

Weniger als die Hälfte der Testprodukte können wir als "sehr gut" oder "gut" empfehlen. Der Preis ist dabei kein sicherer Indikator: Es gibt Produkte, die weniger als drei Euro pro 200 ml kosten und mit "gut" abschneiden, aber auch Marken für 30 Euro und mehr, die "mangelhaft" und "ungenügend" sind.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Sonnenschutzmittel sind ein Kosmetikprodukt, das jeder braucht, der sich im Sommer im Freien aufhält. Umso wichtiger, sie zu testen. Die Mittel sind nahezu überall gut im Regal vertreten: in der Drogerie, im Supermarkt, in der Apotheke, in der Parfümabteilung im Kaufhaus. Unterschiedlich wie das Ambiente am Verkaufsort sind auch die Preise. Sie liegen bei unseren Testprodukten zwischen 1,95 und 39,80 Euro pro 200 ml Sonnenschutzmittel. Wir haben Produkte mit dem für viele Menschen in unseren Breiten empfehlenswerten mittleren Schutzniveau von Lichtschutzfaktor (LSF) 15 bis 25 ausgewählt.

Praxistest
Entscheidend für den Schutz der Haut vor Sonnenbrand ist die Art und Weise, wie der Verbraucher das Produkt anwendet - also ob er ausreichende Mengen an Creme aufträgt und den richtigen Zeitpunkt erkennt, wann er besser wieder aus der Sonne geht. Deshalb haben wir in diesem Test auch Wert auf die vollständigen Anwendungs- und Warnhinweise gelegt. Kosmetikfirmen müssen ihre Werbeaussagen zum LSF gegenüber Behörden belegen können. Dazu lassen sie unter anderem Untersuchungen durchführen, in denen bei Menschen künstlich ein echter Sonnenbrand erzeugt wird. Da jeder Sonnenbrand eine Belastung für die Haut ist, verzichtet ÖKO-TEST auf die Überprüfung der exakten Lichtschutzfaktoren. Verbraucher sollten die über den LSF errechnete Aufenthaltsdauer in der Sonne ohnehin nicht voll, sondern höchstens zu 60 bis 70 Prozent ausschöpfen.

Die Inhaltsstoffe
Neben chemischen UV-Filtern stehen auch Konservierungsstoffe wie Butyl- und Propylparaben unter Verdacht, wie Hormone zu wirken. Hierauf ließen wir ebenso testen wie auf Konservierer, die krebsverdächtiges Formaldehyd abspalten und den in Kosmetika verbreiteten Weichmacher Diethylphthalat (DEP). Wichtig war auch die Analyse auf allergieauslösende Duftstoffe, da viele Menschen im Zusammenhang mit Sonne und Sonnenschutzmitteln unter Hautreizungen und Unverträglichkeiten leiden.

Die Bewertung
Von den chemischen UV-Filtern und Parabenen werten wir diejenigen ab, bei denen es deutliche wissenschaftliche Hinweise auf eine hormonähnliche Wirkung gibt. Von den deklarierten und nachgewiesenen Duftstoffen führen nur diejenigen zu einem Notenabzug, von denen bekannt ist, dass sie häufiger Allergien auslösen. Die nicht gefetteten Duftstoffe in der Tabelle sind nur vergleichsweise schwache Allergene und werden deshalb nicht abgewertet.