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20 Mittel gegen Reisekrankheiten im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017

20 Mittel gegen Reisekrankheiten im Test

Gar nicht so übel

Schwindel und Erbrechen können die Urlaubsfahrt richtig verhageln. Das Gros der getesteten Präparate bringt Reisekranke im Auto, Zug oder auf dem Schiff aber wieder auf Kurs.

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19.01.2017 | Reisekrankheit zeigt sich anfänglich durch Schweißausbrüche und ein flaues, zittriges Gefühl, aus dem schnell Übelkeit bis zum Erbrechen wird", weiß Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Hinzu kommen Schlappheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und verzögertes Reaktionsvermögen.

Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, bedeutet Chaos im Kopf: "Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und weitere Rezeptoren signalisieren dem Gehirn, dass etwas schwankt und sich der Boden bewegt. Die Augen melden aber, dass sich gar nichts tut. Die Informationen verschiedener Sensoren widersprechen sich. Das Gehirn zieht dann die Notbremse und es wird einem schlecht." Denn eigentlich, so Jelinek, gehe das Hirn davon aus, dass sich die Sinnessignale decken. Nur so könne es die eigene Fortbewegung im Raum verlässlich steuern.

Wie wirksam und gesund sind rezeptfreie Arzneien gegen Reisekrankheit tatsächlich? Wir haben 20 überprüft.

Das Testergebnis

Drei Präparate haben ihren Platz in der Reiseapotheke mit "gut" verdient. Darunter zwei mit synthetischem und eine Arznei mit natürlichem Wirkstoff. 15 Arzneien schneiden immerhin mit "befriedigend" ab. Zwei Lutschtabletten sind ihr Geld nicht wert: "mangelhaft".

Gegen milde Formen der Reisekrankheit haben sich Arzneien mit Dimenhydrinat und Diphenhydramin bewährt. Die Antihistaminika seien seit Jahrzehnten von therapeutischem Nutzen, erklärt unser Gutachter Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt. Sie heben die Wirkung des Botenstoffs Histamin im zentralen Nervensystem auf, der Erbrechen auslösen kann. Eine klinische Übersichtsstudie aus dem Jahr 2011 beschreibt sie als wichtige Mittel zur Selbstmedikation gegen Kinetose. Auch das Auswärtige Amt rät auf Reisen zu den Wirkstoffen. Sie besitzen allerdings überdosiert erhebliche Nebenwirkungen. Diphenhydramin macht bereits in üblichen Dosen merklich müde und träge. Daher können wir die Tabletten und Kinderzäpfchen der Marke Emesan nur eingeschränkt empfehlen. Hinterm Ruder oder Steuer sind sie tabu. Dies gilt auch für die 15 getesteten Präparate mit Dimenhydrinat. Der Stoff ist eine Kombination aus Diphenhydramin mit 8-Chlortheophyllin. Der Zusatz soll den müde machenden Effekt eigentlich aufheben, versagt aber in der Praxis. Allein in Kaugummis, das legen erste Studien nahe, wirkt der Kombinationswirkstoff offenbar weniger ermüdend. Dimenhydrinat besitzt daher keinen überzeugenden Vorteil gegenüber Diphenhydramin. Sein Zusatzstoff erhöht aber das Nebenwirkungsrisiko.

Auch Ingwer kann gegen leichte Reiseübelkeit helfen. Nicht ohne Grund schwören Seeleute seit Jahrhunderten auf die Heilpflanze. Unserem Gutachter Schubert-Zsilavecz zufolge belegen ihren Nutzen auch viele klinische Einzelstudien. Der Extrakt aus ihrem Wurzelstock unterdrückt offenbar Brechreiz und Unwohlsein direkt im Magen-Darm-Trakt. Die Wissenschaft diskutiert ihn jedoch kont


Wir haben 20 Produkte für Sie getestet
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20 Mittel gegen Reisekrankheiten im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 88
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 89
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 90
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 91

4 Seiten
Seite 88 - 91 im Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017
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So haben wir getestet

Die Auswahl
Gegen Schwindel, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen auf Reisen gibt es viele rezeptfreie Arzneien in unterschiedlichen Darreichungsformen. Wir haben 14 Tabletten, drei Zäpfchen und ein Kaugummiprodukt aus der Apotheke sowie zwei Lutschpastillen aus Drogerien ausgewählt. Allesamt versprechen Abhilfe gegen die Reisekrankheit.

Das Gutachten
Wie gut helfen die Wirkstoffe wirklich? Diese Frage hat für uns Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt beantwortet. Im Fokus seines Gutachtens lag der Forschungsstand zu den gängigen Wirkstoffen Dimenhydrinat, Diphenhydramin und Ingwerwurzelextrakt sowie ihre Risiken und Nebenwirkungen.

Die Hilfsstoffe
Die getesteten Produkte bestehen auch aus Hilfsstoffen. Sie formen die Tabletten, Zäpfchen und Pastillen. Wir haben uns daher die Beipackzettel genau angeschaut und auf problematische Farb- und Konservierungsstoffe sowie Paraffine geachtet.

Die Bewertung
Wem im Zug, Auto, Flugzeug oder auf dem Schiff schlecht wird, der hofft auf schnelle Hilfe. Ziel unserer Tests war es daher, Ihnen mindestens "gute" Arzneien empfehlen zu können. Für diese Note müssen Präparate verlässlich wirken und dürfen keine kritischen Hilfsstoffe enthalten.

So haben wir getestet

Bergen die Pillen Risiken? Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz bewertete die Wirkstoffe im Test.

Online abrufbar
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