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14 Fingerfarben im Test

Finger weg

Jahrbuch Kleinkinder 2017 | Kategorie: Kinder und Familie | 19.01.2017

14 Fingerfarben im Test

Fingermalfarben sind eigentlich eine prima Idee und ein großer Spaß für Kinder. Leider schneiden die meisten knalligen Farben in unseren Tests immer schlecht ab. Immerhin hat die EU ihre Vorgaben verschärft, und manche Anbieter haben ihre Rezepturen geändert.

Neuer Artikel vorhanden: 8 Fingerfarben im Test

Die kleinen Hände in Farbe tunken und sofort auf Papier oder Fensterglas loslegen - unmittelbarer können Kinder nicht malen. Es ist dieser direkte Kontakt mit der Farbe, der Fingermalfarben zu Hause und im Kindergarten so beliebt macht. Gleichzeitig wird der intensive Hautkontakt auch zur Achillesferse dieses Spielzeugs: Die Farben sind für Schmutz und Keime anfällig, es könnten sich beispielsweise Schimmelpilzgifte bilden und von Kindern aufgenommen werden, etwa wenn im Eifer des Malens ein Finger in den Mund gelangt.

Dieses Risiko ist bekannt, Produzenten versetzen Fingermalfarben deshalb nicht nur mit Bitterstoffen gegen das Verschlucken, sondern auch mit Konservierungsstoffen. Diese halten zwar Keime fern, können allerdings ihrerseits Probleme bergen.

Bei einer Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem Jahr 2013 wurden in der Hälfte der Proben mehrere, in Einzelfällen bis zu sieben verschiedene Konservierer nachgewiesen. In mehreren Proben entdeckten die Behörden das als Einzelkomponente nicht zulässige Konservierungsmittel Chlormethylisothiazolinon und Grenzwertüberschreitungen für Kathon, ein Gemisch aus Isothiazolinonen. Beide Stoffe gelten als relativ starke Kontaktallergene.

Um Kinder besser vor gesundheitlichen Risiken zu schützen, gilt für Fingermalfarben seit 2014 eine neue, strengere EU-Norm. Anders als zuvor ist es beispielsweise nicht mehr erlaubt, in neu auf den Markt gebrachten Farben eine Gruppe von Parabenen mit erhöhtem allergenem Potenzial (Butyl-, Propyl-, Isobutyl- und Isopropylparaben) als Konservierungsstoffe einzusetzen. Weiterhin erlaubt sind aber Bronopol und DMDM-Hydantoin. Beide spalten Formaldehyd ab, das unter anderem zu Allergien führen kann.

Die Botschaft von den umstrittenen Konservierungsstoffen scheint - nicht zuletzt durch die verschärfte Norm - wenigstens bei einigen Anbietern von Fingermalfarben angekommen zu sein: Die Branche sucht nach Alternativen. Das ist nur eines der Ergebnisse unseres aktuellen Tests, für den wir 14 Fingermalfarben unter die Lupe genommen haben.

Das Testergebnis

Von 14 getesteten Farben schneiden fünf mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab. Im aktuellen Test enthalten alle getesteten Produkte ausreichend Bitterstoff, um zu verhindern, dass Kinder die Farben verschlucken.

Noch immer machen Anbieter ihre Farben mit bedenklichen Stoffen haltbar. In mehreren Produkten wurden Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen, die wir streng abwerten, denn Formaldehyd wirkt stark allergisierend und gilt als krebsverdächtig.

Die Crayola Minikids Fingerfarben enthalten drei der oben erwähnten Parabene mit erhöhtem allergenem Potenzial. Es ist nicht zweifelsfrei festzustellen, ob die von uns getesteten Chargen aufgrund ihres Produktionsdatums die Norm verletzen. Abgewertet werden sie in jedem Fall - denn ÖKO-TEST kritisiert die Verwendung von bedenklichen Parabenen schon seit längerer


Fingerfarben: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

SES Creative Fingerfarben
  • SES

Klecksi Wasserlösliche Fingermalfarben
  • Feuchtmann

ÖkoNorm Nawaro Fingerfarben A-Set
  • Ökonorm

Staedtler Noris Club 4 Fingermalfarben
  • Staedtler

Eberhard Faber Fingermalfarben
  • Eberhard Faber

Mucki Fingerfarbe
  • Kreul

Mara Fingerfarbe
  • Marabu

Stylex 4 Finger-Malfarben
  • Stylex

Nerchi "Im Wasser" Fingermalfarben
  • Lukas-Nerchau

Aurednik Fingerfarbe Zitronengelb/Rot/Blau/Grün
  • Aurednik

Wehrfritz Fingermalfarbe Rot/Gelb/Blau/Grün
  • Wehrfritz

Crayola Minikids Fingerfarben
  • Binney & Smith

Idena Fingermalfarben
  • Iden Berlin

Creall Mini Fingerpaint Blau/Rot/Gelb/Grün
  • Havo

14 Fingerfarben im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 210
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 211
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 212
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 213

4 Seiten
Seite 210 - 213 im Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 14 Fingermalfarbensets bzw. je vier verschiedene Einzelfarben eingekauft. Die meisten stammen von deutschen Herstellern, hinter Creall Mini Fingerpaint, SES Creative Fingerfarben und Giotto Be-Bè Fingermalfarben stehen Firmen aus den Niederlanden bzw. Italien. Wenn möglich, haben wir die Farben Blau, Gelb, Rot und Grün eingekauft. Die Sets Giotto Be-Bè Fingermalfarben und Nerchi "Im Wasser" Fingermalfarben bestehen nur aus den Farben Blau, Gelb und Rot.

Die Inhaltsstoffe und Deklaration

Die Prüfung richteten wir an der 2014 neu erschienenen EU-Norm für Fingerfarben aus. Sie erlaubt nur bestimmte Konservierungsstoffe und legt zulässige Höchstkonzentrationen fest. In den von uns beauftragten Laboren ließen wir unter anderem nach krebsverdächtigen Formaldehyd/-abspaltern fahnden. Krebserregende Nitrosamine sowie Isothiazolinone, die Allergien auslösen können, standen ebenso auf dem Prüfplan wie aromatische Amine, von denen sich manche im Tierversuch als krebserregend erwiesen haben. Konservierungsstoffe müssen laut Norm korrekt auf der Verpackung deklariert sein, auch dies haben wir überprüft. Das gilt auch für Bitterstoffe, die Kinder davon abhalten sollen, die Farben zu essen. Sechs Prüfer testeten für uns, ob auch verdünnte Farben noch bitter genug schmecken, zudem ließen wir den Bitterstoffgehalt mit moderner Technik überprüfen.

Die Bewertung

Wie schon im vergangenen Test von Fingermalfarben waren unsere Anforderungen auch diesmal hoch - schließlich sind die Farben für Kinderhände gedacht. Zur Bewertung orientierten wir uns nicht nur an geltenden Normen, sondern auch an den strengen ÖKO-TEST-Kriterien für Kosmetika.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
Zugehörige Ausgabe:
Jahrbuch Kleinkinder 2017
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Erschienen am 19.01.2017

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