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13 Muttermilchersatzprodukte im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017

13 Muttermilchersatzprodukte im Test

Es muss besser gehen

Unsere Nachprüfungen für dieses Jahrbuch zeigen: Den Herstellern ist es in den letzten Jahren gelungen, einige unerwünschte Stoffe deutlich zu reduzieren. In Sachen Mineralölrückstände und Fettschadstoffe besteht aber immer noch Handlungsbedarf.

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19.01.2017 | Muttermilch ist eindeutig die beste Anfangsnahrung für Babys. Doch wenn Mütter nicht (mehr) stillen, ist industriell hergestellte Muttermilchersatznahrung alternativlos, um Säuglinge mit den für sie lebenswichtigen Nährstoffen in der richtigen Zusammensetzung zu ernähren. In vergangenen Tests haben die von ÖKO-TEST beauftragten Labore in Muttermilchersatznahrungen immer wieder auch Stoffe gefunden, die besser nicht drin sein sollten, insbesondere Fettschadstoffe, die aus der Raffination der Pflanzenöle stammen, aber auch unerwünschte Rückstände von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln.

Wir wollten wissen, wie es um die Inhaltsstoffe von Muttermilchersatznahrungen bestellt ist, und haben 13 Produkte zur Analyse geschickt.

Das Testergebnis

... sieht eher düster aus. Bis auf die Humana Anfangsmilch 1 sind alle Produkte im Gesamturteil schlechter als "befriedigend". Dabei sind die Pulver in absoluten Werten verglichen mit Ergebnissen für Muttermilchersatznahrung aus 2015 in vielen Punkten besser geworden. Allerdings nicht, was die Belastung mit Mineralölbestandteilen betrifft. Außerdem werden Fettschadstoffe seit Mitte 2016 noch kritischer bewertet.

In allen Muttermilchersatznahrungen im Test wurden gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH/POSH) nachgewiesen. MOSH sind Mineralölbestandteile, die sich sich im Körperfett und einigen Organen anreichern können. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollten MOSH vorsorglich minimiert werden. POSH können aus Kunststoffverpackungen stammen. Eine gesundheitliche Bewertung dieser Stoffe konnte laut BfR bisher nicht vorgenommen werden. In vier Produkten sind die gemessenen Gehalte an MOSH und/oder POSH, die sich analytisch nicht auseinanderhalten lassen, sogar sehr stark erhöht. Postiv: Krebsverdächtige aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) wurden in keiner der Muttermilchersatznahrungen nachgewiesen.

Für den Fettschadstoff 3-MCPD-Ester hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2016 die täglich tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) herabgesetzt. Wir orientieren uns in unserer Bewertung am strengen aktuellen TDI und legen ein 3,5 Kilogramm schweres Baby zugrunde. Nur ein einziges Produkt im Test, die Humana Anfangsmilch 1, mussten wir nicht wegen Fettschadstoffen abwerten. Es besteht weiter ganz klar Handlungsbedarf seitens der Hersteller. Eltern sollten aber nicht in Panik verfallen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt etwa zu bedenken, dass die Belastung von Säuglingsnahrungen mit den Fettschadstoffen vermutlich schon seit Jahrzehnten bestehe: "Bisher gibt es keine Hinweise, dass mit industriell gefertigter Säuglingsmilch ernährte Kinder eine gesundheitliche Schädigung durch die Aufnahme der genannten Fettsäureester erfahren hätten." Und aus unseren aktuellen ÖKO-TEST-Ergebnissen lassen sich trotz der schlechten Gesamturteile auch zwei gute Nachrichten ableiten: Im Vergleich zu 2015 liegen die Werte an 3-MCPD-Fettsäureestern deutlich niedriger. Und


Wir haben 13 Produkte für Sie getestet
Alnatura Anfangsmilch Pre, Bioland
Alnatura

Alnatura Anfangsmilch Pre, Bioland

Bebivita Anfangsmilch Pre
Bebivita

Bebivita Anfangsmilch Pre

Babylove Bio Pre Anfangsmilch
Dm

Babylove Bio Pre Anfangsmilch

Milasan Anfangsmilch 1
German Baby Food

Milasan Anfangsmilch 1

Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch 1
Hipp

Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch 1

Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch Pre
Hipp

Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch Pre

Holle Bio-Anfangsmilch 1, Demeter
Holle (Naturwarenladen)

Holle Bio-Anfangsmilch 1, Demeter

Humana Anfangsmilch 1
Humana

Humana Anfangsmilch 1

Aptamil Profutura Anfangsmilch 1
Milupa

Aptamil Profutura Anfangsmilch 1

Aptamil Pronutra Anfangsmilch 1
Milupa

Aptamil Pronutra Anfangsmilch 1

Milupa Milumil 1 Anfangsmilch
Milupa

Milupa Milumil 1 Anfangsmilch

Nestlé Beba Optipro 1
Nestlé

Nestlé Beba Optipro 1

Töpfer Lactana Bio Anfangsmilch Pre
Töpfer

Töpfer Lactana Bio Anfangsmilch Pre

13 Muttermilchersatzprodukte im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 12
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 13
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 14
Jahrbuch Kleinkinder 2017 Seite 15

4 Seiten
Seite 12 - 15 im Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: 13 Säuglingsanfangsnahrungen. Ausgewählt wurde mindestens ein Produkt der wichtigsten in den Läden erhältlichen Marken. Der Schwerpunkt lag auf Produkten mit der Bezeichnung "Anfangsmilch 1", da diese in der Regel über einen längeren Zeitraum als Pre-Nahrung gegeben werden. Grundsätzlich sättigen 1er-Nahrungen durch den Zusatz von Stärke besser als Pre-Nahrungen, die nur Laktose enthalten.

Die Inhaltsstoffe
Muttermilchersatz soll das Kind mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen und zugleich frei sein von problematischen Inhaltsstoffen. Wir unterzogen die Produkte daher umfangreichen Laboruntersuchungen. Im Mittelpunkt standen zunächst Fettschadstoffe, die über die eingesetzten Fettkomponenten in die Nahrungen gelangen und in den vergangenen Tests immer wieder zu Punktabzügen geführt hatten. Neue Parameter wie Perchlorat und Chlorat ergänzten das Prüfprogramm. Beide Substanzen wurden zuletzt insbesondere in Obst und Gemüse nachgewiesen, können sich aber auch in Milchpulver anreichern, wie erste Hinweise aus Laboren zeigen. Weitere Problemstoffe aus früheren Untersuchungen: das aktuell viel diskutierte Aluminium sowie quartäre Ammoniumverbindungen, die ÖKO-TEST zuletzt in Babymilchbreien kritisierte. Schließlich wurde untersucht, ob die Proben mit Keimen belastet sind.

Die Weiteren Mängel
Entsprechen die Packungsangaben den Vorgaben der Diätverordnung? Werden Aussagen gemacht, die die Ähnlichkeit der Produkte mit Muttermilch zu sehr betonen? Das ließen wir von Experten checken.

Die Bewertung
Es hagelt weiterhin Abwertungen für die als krebsverdächtig eingestuften Fettschadstoffe. Für eine unliebsame Überraschung sorgten Rückstände der Chemikalie Chlorat: Sie führten in drei Produkten zu Punktabzügen. Ausreißer aufgrund überzogener Produktwerbung ist eine Hipp-Nahrung.

So haben wir getestet

Werbeslogans wie dieser werden von Ernährungsexperten stark kritisiert.

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