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13 Badefarben und Malseifen im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017

Badefarben und Malseifen

Alles so schön bunt hier?

Sie zischen, sprudeln und färben das Wasser - Badefarben und Malseifen machen Kindern Spaß. Schwarz sehen wir, wenn die Produkte die Fugen verfärben oder Formaldehyd/-abspalter enthalten.

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19.01.2017 | Mittlerweile gibt es eine kaum noch zu überschauende Produktpalette an Spaßbädern, die sich in der Regel an über Dreijährige richtet: Malseifen aus der Tube, Farbtabletten zum Auflösen, Seifenknete, Malstifte, Badekonfetti, quietschbunter Waschschaum, brauseartige Sprudel- und Knisterbäder, glitschige Wackelseifen und sogar Pulver für bunten Schleim.

Um herauszufinden, welche Inhaltsstoffe drinstecken und ob die Farbrückstände tatsächlich leicht zu beseitigen sind, haben wir die unterschiedlichen Produkte eingekauft und in Laboren analysieren lassen.

Das Testergebnis

Mehr als die Hälfe der Testprodukte schneidet mit "befriedigend" oder noch schlechter ab. Problematische Inhaltsstoffe fanden die von uns beauftragten Labore zwar nur in wenigen Spaßprodukten, jedoch waren darunter immerhin auch krebsverdächtige Formaldehyd/-abspalter. Diese analysierte das Labor in den beiden Malstiftsets Bath Crayons Good Clean Fun, 6 Badefarbstifte und SES Creative Aqua Malen in der Badewanne, 8 Stifte. Weil die betroffenen Stifte noch weitere Schadstoffe enthalten, gibt es am Ende das Testurteil "ungenügend".

Auf der Verpackung von SES Creative Aqua Malen in der Badewanne, 4 Farbtöpfe, ist der Farbstoff CI 12490 (Pigment Red 5) deklariert. Pigment Red 5 ist ein synthetisch hergestellter roter Azo-Farbstoff. In Naturkosmetik ist der chemische Stoff nicht erlaubt. Er zählt zu den halogenorganischen Verbindungen; viele davon gelten als allergieauslösend.

In den Malstiften von SES sowie in den Bath Crayons Good Clean Fun stecken PEG/PEG-Derivate. Diese Substanzen dienen als Emulgatoren oder Tenside, die bewirken sollen, dass sich schwer miteinander mischbare Flüssigkeiten verbinden. Sie können die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen. In den Einseifer, 4 Seifenmalstiften wies ein Labor einen erhöhten Gehalt an Diethylphthalat (DEP) nach. Dieser Stoff beeinflusst den Schutzmechanismus der Haut.

In der Praxisprüfung erzielte gut die Hälfte der getesteten Produkte nur ein befriedigendes bis ausreichendes Ergebnis. Vor allem die Malseifen und Stifte ließen zu wünschen übrig. Von den Testflächen aus Emaille und Silikon waren im Labor die Farbrückstände aller Produkte gut wieder abzuspülen - einfach mit klarem Wasser, so wie es die Anbieter versprechen. Als Manko stellte sich jedoch die Abwaschbarkeit von Fugenzement heraus. Hier musste fast immer zu Scheuermilch gegriffen werden, und selbst dann blieben bei der Hälfte der Produkte, ausschließlich Malseifen und Stifte, noch deutliche bis sehr deutliche Spuren auf den Testflächen zurück: ein rötlicher Schimmer oder gar rote Flecken.

Gerade Stifte sind explizit dazu gedacht, auf Wanne und Kacheln zu malen, manch ein Strich geht da auch mal über die Fugen. Die Malseifen sind zwar eher zum Bemalen des Körpers vorgesehen, aber kleine Künstler lassen sich wohl kaum davon abhalten, damit auch mal die Kacheln zu beschmieren. Beim Planschen und Abduschen gelangen schnell mal bunte Wasserspritzer an die Fugen

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Knistern, Sprudeln, Schäumen: Spaßbäder für Kinder gibt es in allen möglichen Variationen. Wir haben uns auf Badefarben konzentriert, die als Tablette oder Granulat dem Wasser zugegeben werden, sowie auf Produkte, bei denen das Malen im Vordergrund steht: flüssige Malseifen aus der Tube sowie Stifte oder speziell fürs Baden gedachte Fingerfarben aus Töpfen zum Bemalen von Körper, Kacheln und Wanne.

Die Inhaltsstoffe
In den Produkten können bedenkliche Zutaten stecken wie allergene Duftstoffe und Moschus-Verbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern. Hinzu kommen Parabene, die unter Hormonverdacht stehen, sowie krebsverdächtige Formaldehyd/-abspalter. Auf all diese Inhaltsstoffe haben die von uns beauftragten Labore untersucht.

Der Praxistest
Alles so schön bunt hier! Das wünschen sich die Eltern nur so lange ihre Kinder im Bad an ihren Kunstwerken arbeiten. Ob sich die Farbrückstände tatsächlich, wie es die Anbieter versprechen, nach dem Spaß einfach mit Wasser abspülen lassen, ließen wir in einem Praxistest überprüfen. Das beauftragte Labor testete an drei Arten von Flächen: an Emaille, Silikon und Fugenzement, jeweils nach 30 Minuten Einwirkzeit und jeweils ohne und mit Badezusatz. Denn Kinder verlangen oft, dass auf das bunte Wasser noch Schaum soll. Oder das Shampoo sorgt für zusätzlichen Schaum. Beobachtungen im Labor sowie Kundenbewertungen im Internet zeigten, dass sich vor allem die Rückstände von Rot schwer wieder abwaschen lassen, weshalb wir diese Farbe prüften. Gab es das jeweilige Produkt nicht in Rot, wurden Lila oder Pink getestet.

Die Bewertung
Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können, hormon- oder gar krebsverdächtig sind, haben generell in Kosmetika nichts verloren - erst recht nicht in Produkten für Kinder. Für solche Substanzen verteilten wir Minuspunkte. Abwertungen gab es auch, wenn sich die Farbrückstände nur schlecht wieder beseitigen ließen. Da auch Eins-A-Inhaltsstoffe kein Grund zur Freude sind, wenn das Bad hinterher farbig gesprenkelt ist, kann das Gesamturteil nicht besser sein als das schlechtere der beiden Testergebnisse Inhaltsstoffe und Praxistest.

So haben wir getestet

Schön rot: Im Praxistest ließen wir überprüfen, wie gut sich die Farbrückstände wieder abspülen lassen.

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