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16 Müslis im Test

Spezial Vegetarisch / Vegan
vom 12.10.2017

Müsli

Locker-flockig

Müsli "ohne nix" ist für viele die Basis für ein gutes Frühstück - dem Superfoodtrend folgend, inzwischen aber auch gern mit Amaranth, Quinoa und Co. Aber wie steht es um die Qualität der Basismischungen? Wir haben 16 Müslis ins Labor geschickt und sind - weitgehend - beruhigt.

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12.10.2017 | Müsli ist in, kein Scherz. Wer damit immer noch dunkle Kindheitserinnerungen an zähen Haferschleim verbindet, der irrt. Gut, Müsli heißt in bestimmten Kreisen eher "superfood oatmeal bowl" oder "porridge bowl". Und weil bei Haferflocken allein eher wenig Endorphine rumkommen, peppen Foodbloggerinnen wie Frollein Klein und Deliciously Eella ihre Müslis auf, mit - was auch sonst - Superfood. Amaranth landet da in den Schüsseln, Quinoa, Chiasamen, garniert mit Kokosflocken, Granatapfelkernen, Gojibeeren und Co.

Den Superfoodtrend lassen sich natürlich auch die Müslihersteller nicht entgehen. Ein schnödes Basismüsli klingt mit Amaranth, Chiasamen und Quinoa doch gleich viel hipper und gesünder. Aber ist es das auch? Brauchen wir wirklich weit gereistes "Superfood" für unser morgendliches Müsli? Amaranth etwa, der überwiegend aus Süd- und Mittelamerika stammt, enthält viel Calcium, Magnesium und Eiweiß. Auch Quinoa ist gesund. Die Körner sind reich an Kalium, Eisen und Eiweiß - und damit für Veganer also durchaus eine Nährstoffquelle. Die Betonung liegt auf Veganer. "Für Mischköstler ist der Nutzen von Amaranth und Quinoa eher vernachlässigenswert", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Allerdings hilft immer auch ein Blick auf die Zutatenliste: "Miniportionen über ein Müsli gestreut tragen nicht wirklich zu einer besseren Nährstoffversorgung bei", so Restemeyer. Denn in den meisten Müslis stecken nur zwei, drei Prozent Amaranth oder Quinoa. Warum überhaupt in die ökologisch bedenkliche Ferne schweifen? "Ein gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich zu heimischen Produkten ist nicht gegeben", sagt Restemeyer. Denn auch ein Müsli, dessen Zutaten nicht einmal um die halbe Welt gereist sind, deckt den Nährstoffbedarf ausreichend.

Hafer zum Beispiel: Klingt zwar nicht ganz so hip; das heimische Getreide ist aber ein wahres Superfood. Haferflocken enthalten fast genauso viel Eiweiß wie Quinoa und Amaranth, dazu viel Vitamin B1, außerdem Eisen, Magnesium, Folsäure und Zink. Auch Leinsamen machen sich gut im Müsli: Sie haben einen besonders hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Außerdem stecken in ihnen viel Eiweiß und Folsäure sowie reichlich Mineralstoffe.

Wir wollten genau wissen, wie es um die Qualität von Basismüslis steht, und haben 16 Produkte ins Labor geschickt und gewohnt umfangreich auf Schadstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Fast alle von uns getesteten Müslis können wir empfehlen. Nur zwei schneiden schlechter als "gut" oder "sehr gut" ab. Luft nach oben gibt es bei Verunreinigungen mit Mineralöl und, zumindest was die konventionellen Müslis betrifft, beim Thema Glyphosat.

Elf Müslis sind mit Mineralöl verunreinigt - in allen Fällen handelt es sich um die gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die sich im Körper anreichern und Organe wie die Leber schädigen können. Die gute Nachricht: Die besonders bedenklichen aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) wurden von den Laboren

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Basis-Müslis sollten es sein - also Körner- und Getreidemischungen ohne Schnickschnack wie Rosinen, Schokolade und Co. Den Basis-Müsli-Markt dominieren Bio-Hersteller, deswegen landeten 14 Müslis aus ökologischer und nur zwei aus konventioneller Erzeugung in unserem Einkaufskorb.

Die Inhaltsstoffe
Pestizidrückstände sind immer wieder ein Problem in Getreideprodukten. Besonders häufig finden die von uns beauftragten Labore Glyphosat. Mineralöl kann in der maschinellen Produktion oder etwa über Kartonverpackungen aus Recyclingpapier in die Müslis gelangen, deswegen haben wir auf Verunreinigungen mit gesättigten und aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH und MOAH) prüfen lassen. Schimmelpilzgifte können schon beim Anbau von Getreide, aber auch während der Lagerung entstehen. Schwermetalle wie Arsen oder Cadmium können die Pflanzen etwa über den Boden aufnehmen.

Die Weiteren Mängel
Stecken PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung? Sie belasten die Umwelt bei Herstellung und Abbau. Irreführende Auslobungen, Werbung mit Selbstverständlichkeiten und andere Deklarationsmängel überprüfen wir anhand der Etiketten. Stützt ein Hersteller seine Aussagen auf eine Studie, haben wir auch diese überprüft.

Die Bewertung
Den Nachweis von Glyphosat werten wir ab, weil es sich dabei um ein besonders bedenkliches Pestizid handelt, das eine Behörde der WHO als "wahrscheinlich krebserregend" einstuft. Auch Mineralölverunreinigungen bemängeln wir - sie haben in Lebensmitteln nichts zu suchen. Wenn ein Hersteller trickst und etwa bei der Werbung auf der Verpackung seines Müslis zu dick aufträgt, werten wir das unter den Weiteren Mängeln ab.

So haben wir getestet

Gespritzt? Ob Pestizide aus dem Getreideanbau ins Müsli gelangt sind, haben wir überprüft.