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12 Holzdielen im Test

Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016

12 Holzdielen im Test

Dünne Bretter

Holzdielen werden heute meist als Fertigparkett angeboten - mit immer dünner werdender Nutzschicht. In unserem Test zeigten allerdings auch die Massivholzdielen Mängel.

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12.05.2016 | Altbauwohnungen mit über 100 Jahre alten Dielenböden haben ein ganz besonderes Flair und steigern den ideellen und materiellen Wert einer Wohnung. Dass viele Dielen die Zeit bis heute überdauert haben, zeigt, wie alt ein gut gepflegter massiver Holzboden werden kann. Der teilweise hervorragende Zustand liegt allerdings auch daran, dass der Bodenbelag zwischenzeitlich aus der Mode gekommen war und mancherorts jahrzehntelang mit Spanplatten und Teppichböden abgedeckt wurde. Glücklicherweise schätzen Verbraucher Holzdielen seit Jahren wieder.

Als Dielen bezeichnet man lange, massive Holzbretter, die früher meist mehr als 20 Millimeter stark waren. Die Hersteller verwendeten heimische Nadelhölzer wie Kiefer, Lärche, Fichte und Tanne oder auch importierte Kiefern- und Douglasienhölzer, auch Pitch Pine oder Oregon Pine genannt.

Heutzutage lassen viele Verbraucher Holzdielen wieder neu verlegen - gern aber mit hochwertigen Laubhölzern, zum Beispiel Eiche, und meist nicht mehr ganz so dick wie die alten Vorgänger. Noch häufiger bieten die Hersteller sie dem allgemeinen Trend folgend als Fertigparkett an: also mehrschichtig mit einer obersten Nutzschicht in der gewünschten Holzart und darunter meist mit zwei anderen Lagen aus preiswerteren Nadelhölzern wie Kiefer oder Fichte oder auch aus Holzwerkstoffen. Die unterste Schicht wird quer zur Faser der Mittellage angeordnet und dient als Gegenzug, damit die Dielen sich weniger verziehen.

Massivholzdielen werden heute meist vollflächig verklebt, teilweise lassen die Hersteller noch ein Klammern oder Nageln zu. Auch eine schwimmende Verlegung mit einer speziellen Klebefolie (siehe Kasten) ist mittlerweile möglich. Die Bretter verfügen über Nut und Feder, damit der Heimwerker sie einfach aneinanderstoßen kann und eine gleichmäßige Fuge entsteht. Fertigparkettdielen werden meist lose verlegt, was geübte Heimwerker selbst bewerkstelligen können. Relativ fest verbunden mit dem patentierten Klicksystem ist eine sogenannte schwimmende Verlegung möglich. Ohne Verbindung zum Untergrund lassen sich diese Beläge allerdings schlechter abschleifen.

Der aktuelle Trend gehe leider auch beim Holzboden hin zum Einmalprodukt, das die Käufer nach einigen Jahren oder einem Jahrzehnt wieder rausreißen, kritisiert der Sachverständige für das Parkettlegerhandwerk, Dominik Kison aus Koblenz. Ein langlebiges Produkt, das wie die Massivholzdielen der Jahrhundertwende über Generationen hält, wird heute nicht mehr so geschätzt - trotz der vielen Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit. Die Holzoberflächen werden immer bunter und variationsreicher und lassen vielfältige Gestaltungen zu. Aber die Frage, wie dick die Deckschicht ist und wie oft sie abgeschliffen werden kann, spielt für viele Kunden keine große Rolle mehr. Mit der Konsequenz, dass auch die Hersteller Böden mit immer dünneren Deckschichten produzieren.

Geölte Holzoberflächen wirken im Gegensatz zu lackierten Flächen natürlicher und fühlen sich auch angenehmer und wärmer a


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vom 12.05.2016
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben in Baumärkten zwölf geölte Holzdielen eingekauft, davon vier aus massivem Holz, die übrigen sind Fertigparkettdielen, meist als Landhausdiele bezeichnet. Die Preise schwanken zwischen etwa 30 und 73 Euro pro Quadratmeter. Da in einigen Baumärkten eine Klebefolie zum Verlegen der Massivholzdielen angeboten wurde, wollten wir auch wissen, was diese leistet.

Die Praxisprüfung
Die einzelnen Dielen sollen beim Verlegen gut zueinander passen und eine ebene Oberfläche bilden. Das bedeutet, dass die Maße nicht zu sehr voneinander abweichen und die Dielen sich nicht zu sehr krümmen dürfen. Für ganz wichtig halten wir eine ausreichende Nutzschichtdicke bei Fertigparkett, damit es später mehrfach abgeschliffen werden kann und wie Massivholzdielen wirklich eine Anschaffung fürs Leben ist. All dies ließen wir prüfen, zumal es dazu auch Anforderungen europäischer Normen gibt. Auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Flüssigkeiten und Chemikalien standen auf dem Prüfstand, denn geölte Oberflächen gelten gemeinhin als empfindlich.

Die Inhaltsstoffe
ÖKO-TEST wollte natürlich auch wissen, inwieweit die Bodenbeläge flüchtige organische Verbindungen, einschließlich Formaldehyd, ausgasen. Formaldehyd kann bereits von Natur aus im Holz enthalten sein, aber auch - wie die anderen Verbindungen - in Klebstoffen oder Öllasuren stecken. Auch andere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe wie Schwermetalle oder halogenorganische Verbindungen wurden analysiert.

Die elektrostatische Oberflächenspannung
Bodenbeläge können sich durch Reibung elektrostatisch aufladen. Da manche Öloberflächen wie Beschichtungen wirken, ließen wir dieses Mal auch die Holzdielen dahingehend untersuchen. Im Labor wurden alltagstypische Belastungen unter üblichen Raumbedingungen nachgeahmt und gemessen, wie viel Spannung sich dabei über dem Boden aufbauen kann.

Die Bewertung
Sowohl Inhaltsstoffe als auch Praxistauglichkeit sind für uns sehr wichtig, sodass sich das Gesamturteil am schlechtesten dieser Testergebnisse orientiert. Fertigparkettdielen mit sehr geringer Nutzschichtdicke und empfindlicher Oberfläche können aus dem Praxistest nicht besser als mit "ausreichend" herausgehen. Weitere Mängel, wie keine oder eine falsche Angabe der Nutzschichtdicke, verschlechtern das Testergebnis Praxisprüfung.

So haben wir getestet

Abmessungen und Nutzschicht wurden mit präzisen Messinstrumenten ermittelt.

So haben wir getestet

So wie auch unter dem Mikroskop.

So haben wir getestet

Mit Chemikalien getränkte Filterpapiere wirken einige Zeit ein.