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38 Kosmetika aus der Apotheke im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012

Apothekenkosmetik

Reines Gewissen?

Apothekenkosmetik genießt den Ruf, gut verträgliche Inhaltsstoffe zu enthalten. Doch was ÖKO-TEST seit Jahren kritisiert, zeigt sich auch in diesem Test: Bei vielen Produkten lässt die Qualität sehr zu wünschen übrig.

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09.11.2012 | Apotheken bieten eine große Auswahl an Kosmetikprodukten an. Um herauszufinden, welche Apothekenkosmetik wirklich gut ist und für welche Produkte man das Geld lieber gleich sparen sollte, hat ÖKO-TEST 38 Gesichtscremes, Körperlotionen, Waschgele und -schäume im Labor auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Das Image ist häufig besser als der Inhalt. Bei den Gesichtscremes fällt knapp ein Drittel der getesteten Produkte mit "mangelhaft" und "ungenügend" durch. Nicht viel besser ist das Ergebnis für die Körperlotionen. Nur in der Kategorie Gesichtsreinigung gibt es eine größere Auswahl an empfehlenswerten Produkten.

Zweimal die Note sechs für La Roche-Posay: Sowohl die Feuchtigkeitspflege La Roche-Posay Hydraphase Intense Légère als auch die Körpermilch La Roche-Posay Iso-Urea Lait enthalten aber eine Reihe von problematischen Inhaltsstoffen. In beiden Produkten stecken unter anderem polyzyklische Moschus-Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern.

Neun der zwölf Produkte zur Gesichtsreinigung können wir empfehlen. Größter Ausreißer nach unten ist hier das Reinigungsgel Lierac Démaquillant Pureté, das künstlichen Moschus-Duft und die halogenorganische Verbindung Chlorphenesin enthält, die als allergieauslösend gilt.

Duftstoffe sind in Apothekenkosmetik offenbar eher selten ein Problem. Nur für die Caudalíe Nährende Körperpflege Antioxidativ gibt's Punktabzug, weil sie Lyral enthält, das häufig Allergien auslöst.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Ob unrein, trocken oder empfindlich - in Apotheken gibt es eine große Auswahl an speziellen Produkten für die Haut. Besonders gefragt sind Pflege- und Reinigungsprodukte für das Gesicht, aber auch Körperlotionen werden gerade von Menschen mit Hautproblemen häufig in der Apotheke gekauft. Daher haben wir insgesamt 38 Produkte aus diesen Kategorien für unseren Test ausgewählt. Natürlich durften Marken wie Vichy und Eucerin, Marktführer im Apothekenmarkt, nicht fehlen. Aber auch französische Luxusmarken wie Caudalie und Lierac, die seit einigen Jahren auf den Markt drängen, haben wir eingekauft. Marken, die nicht nur in der Apotheke, sondern auch im Drogeriemarkt oder im Naturkosthandel zu finden sind, wurden nicht berücksichtigt.

Die Inhaltsstoffe
Alle Produkte, die Parfüm enthalten, wurden einer umfassenden Duftstoffanalyse unterzogen. Waschgele und -schäume, die auf der Basis von PEG/PEG-Derivaten hergestellt sind, ließen wir auf Dioxan-Rückstände untersuchen. Denn zur Herstellung dieser waschaktiven Substanzen wird giftiges Ethylenoxid verwandt. Dabei können Verunreinigungen von krebsverdächtigem Dioxan im Kosmetikmittel zurückbleiben. Auch Konservierungsmittel umfasste das Prüfprogramm. Formaldehyd/-abspalter, halogenorganische Verbindungen und Methylisothiazolinon beispielsweise sollen Kosmetika vor Keimbefall schützen, können aber auch Allergien auslösen.

Die Bewertung
Wer eine empfindliche Haut hat, sucht Pflege- und Reinigungsmittel nach den Inhaltsstoffen aus. Mehr als die Hälfte der Kosmetikprodukte aus der Apotheke in unserem Test enthält PEG/PEG-Derivate. Weil sie die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können, bewerten wir sie in Cremes und Lotionen, die auf der Haut bleiben, strenger als in Waschgelen und -schäumen, die wieder abgewaschen werden. Bei Substanzen wie Formaldeyd/-abspaltern machen wir diesen Unterschied nicht, Formaldehyd gilt als krebsverdächtig.

So haben wir getestet

Das Auge kauft mit - auch in der Apotheke: 40 ml Creme unterschiedlich aufgemacht.

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