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14 Zahncremes für weiße Zähne im Test

Strahlendes Versprechen

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 09.11.2012

14 Zahncremes für weiße Zähne im Test

Jeder hätte sie so gern: strahlend weiße Zähne. Kein Wunder, dass der, der sie nicht besitzt, am liebsten nachhelfen will. Doch können Weißmacherzahncremes wirklich mehr als herkömmliche Zahnpasten?

Strahlend weiße Zähne versprechen Weißmacherzahncremes vorn auf der Tube. Hinten wird allerdings oft relativiert: Die Pasten sollen dabei unterstützen, das "natürliche Weiß" (wieder)zuerlangen. Nur: Die natürliche Zahnfarbe ist bei kaum einem Menschen ein strahlendes Weiß. Zudem wird der Zahnschmelz mit zunehmendem Alter dünner, wodurch die dunkleren inneren Schichten des Zahnes mehr hervortreten. Außerdem lagern sich Farbstoffe aus Kaffee, Tee, Rotwein und Nikotin im Zahnschmelz ab.

Laut den Herstellern reinigen Zahnweißcremes mit Putzkörpern, die Beläge und äußerliche Verfärbungen entfernen, und mit Phosphaten, die Beläge lockern. Alternativ zu Phosphaten werden oft auch Pyrophosphate eingesetzt, die die Bildung von Zahnstein verhindern sollen. Zahnstein bewirkt, dass Verfärbungen hartnäckiger haften. Putzkörper, Phosphate und Pyrophosphate finden sich allerdings auch in klassischen Zahncremes.

ÖKO-TEST hat 14 Zahnweißcremes eingekauft, wie sie in Apotheken, Drogerien, Discountern und Supermärkten erhältlich sind. Die Preisspanne reicht von 55 Cent bis hin zu stolzen 13 Euro pro Tube. Wir haben den von den Herstellern suggerierten Effekt der Pasten unter die Lupe genommen und die Produkte auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe testen lassen.

Das Testergebnis

Dauerhaft die Zähne aufhellen kann keine der sogenannten Zahnweißpasten: "Zahnweißcremes führen nicht zu einer Aufhellung der Zahnhartsubstanz, sondern können helfen, Farbauflagerungen auf den Zähnen zu entfernen", stellt Professor Thomas Attin, Direktor der Klinik für Präventivzahnmedizin, Paradontologie und Kariologie der Universität Zürich, klar. Schon per Definition dürfen die Pasten die Zahnsubstanz nicht verändern. Laut Kosmetikverordnung ist nämlich der ausschließliche Zweck von Zahncremes, die Zähne zu reinigen, sie zu schützen und sie in gutem Zustand zu halten. Daher werten wir unter Weitere Mängel die von den Herstellern suggerierte, aber nicht belegbare Zahnaufhellung durch die Pasten durchweg ab. Folglich kann keines der getesteten Produkte besser als mit "befriedigend" abschneiden.

"Im Grunde gibt es zwischen Zahnweißpasten und normalen Zahncremes keinen wesentlichen Unterschied", sagt der Leiter der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde in Gießen, Professor Joachim Klimek. Dies bestätigt auch der Zahnarzt Dr. Armin Jäkel: "Ich habe an den Zähnen meiner Patienten, die spezielle Zahnweißpasten verwenden, noch nie einen besonderen Effekt gesehen, der sich von normalen Zahncremes unterscheiden würde."

Einige Zahnweißpasten werben zusätzlich mit besonderen Inhaltsstoffen. Die Signal White Now verspricht einen rein optischen Effekt durch einen blauen Farbstoff, der "sofort weissere Zähne" ergebe. Die Wirkung sei aber "zeitlich begrenzt", relativiert Hersteller Unilever im Kleingedruckten. Dieser Farbstoff ist auch in anderen Pasten zu finden.

Die Firma Johnson & Johnson, Hersteller vo


Zahncremes für weiße Zähne: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Eurodont Zahnweiss
  • Aldi Nord

All-Dent Potential White
  • Penny

Friscodent Zahnweiß
  • Aldi Süd

K-Classic Dental Zahnweiß
  • Kaufland

Diadent Zahncreme Whitening Fresh
  • Netto Marken-Discount

Blend-a-med 3D White
  • Procter & Gamble

Rembrandt Complete Mint
  • Johnson & Johnson

Colgate Total Whitening
  • Colgate-Palmolive

Odol-med 3 Extra White
  • GlaxoSmithKline

Rewe Zahncreme Sanft Weiss
  • Rewe

Elkos Dental Whitening
  • Edeka

Real Quality Zahncreme Strahlend Weiß
  • Real

Dentalux Complex 5 Seidenweiss Plus
  • Lidl

Signal White Now
  • Unilever

14 Zahncremes für weiße Zähne im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 128
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 129
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 130
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 131

4 Seiten
Seite 128 - 131 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Strahlend weiße Zähne sind ein Schönheitsideal. Zahnweißcremes erfreuen sich dementsprechend laut Gesellschaft für Konsumforschung großer Beliebtheit und sorgen in der Industrie für ein Umsatzplus. Wir kauften sowohl große Marken als auch Eigenmarken von Drogeriemärkten, Discountern und Supermärkten ein.

Die Inhaltsstoffe

In der Vergangenheit hatten wir bereits in Zahnweißcremes das schäumende Natriumlaurylsulfat (NLS), das die Mundschleimhaut reizen kann, umstrittene halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate bemängelt, für die es unbedenkliche Alternativen gibt. Uns interessierte natürlich, ob die Pastenhersteller diese problematischen Inhaltsstoffe noch immer einsetzen.

Fluoride machen den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies. Deshalb ist der Zusatz von 1.000 bis 1.500 mg/kg auch in Zahnweißcremes für Erwachsene und Schulkinder wünschenswert, und eine Angabe zum Fluoridgehalt muss auf der Tube zu finden sein. Wir prüften: Kommen die Anbieter der Zahnweißpasten dieser Aufforderung nach?

Der Effekt

Die Hersteller selbst relativierten auf die Frage nach der Wirkungsweise ihrer Produkte dahingehend, dass diese dazu beitragen könnten, die natürliche Zahnfarbe (wieder) zu erhalten. Die Wirkung des Zähneputzens ist damit zu einem großen Teil von individuellen Faktoren wie Ursprungszahnfarbe, Grund der Verfärbungen - Koffein, Nikotin oder etwa Medikamente - und auch von der Art und Weise des Putzens abhängig. Vorab hatten wir die Anbieter gebeten, uns Studien zuzuschicken, die den Weißmachereffekt ihrer Pasten belegen. Einige wenige, darunter die großen Firmen Colgate-Palmolive und Procter & Gamble, antworteten gar nicht. Von anderen Anbietern wurden kaum unabhängige Studien geschickt, meist war die Kosmetikindustrie Auftraggeber. Manche zogen Studien heran, in denen zwar Wirkstoffe untersucht wurden, die aber in anderen Zahnpasten als den getesteten stecken. Mehrere schickten dieselben Studien und hatten damit offenbar nur wenige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit ihres Produktes. Handfeste Nachweise für Vorteile von Zahnweißcremes im Vergleich zu klassischen Pasten lieferte kein Anbieter.

Die Bewertung

Die sogenannten Zahnweißcremes können - allen Werbeversprechen zum Trotz - Zähne nicht weißer machen, als sie von Natur aus sind. Dies werteten wir unter Weitere Mängel um vier Noten ab, so dass keines der getesteten Produkte besser als "befriedigend" abschneiden kann. Ansonsten sollen auch Zahnweißpasten die Zähne pflegen, vor Karies schützen und die Schleimhaut nicht reizen - genauso wie die normalen Allrounder. Problematische Inhaltsstoffe haben darin nichts zu suchen. Zwar enthalten alle untersuchten Zahnpasten Aroma. Aber weil die Mundschleimhaut laut Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken, als allergologisch weniger anfällig gilt, werteten wir den Einsatz dieser Stoffe nicht ab. Sämtliche Produkte enthalten laut den Angaben auf der Tube die für Erwachsene und Schulkinder wünschenswerte Dosierung an Fluorid. Leider weisen aber viele Anbieter nicht darauf hin, dass die Pasten damit eindeutig nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet sind. Dies werteten wir unter Weitere Mängel um eine Note ab. Ebenfalls eine Note Abzug gibt es für einen überflüssigen Umkarton.

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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013

Erschienen am 09.11.2012

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